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Experte klärt auf

Wärme oder Kälte? Das hilft bei Schmerzen wirklich

Verletzte Sportlerin
Wünscht man sich nun ein Kühlpack oder ein Wärmekissen herbei? FITBOOK weiß, welche Verletzungsarten nach welchen Temperaturen verlangen.Foto: Getty Images

Wer sich gestoßen hat, würde die betroffene Stelle kühlen. Ob diese Maßnahme aber bei jeder Art von Verletzung hilft und in welchen Fällen Wärmeeinwirkung besser wäre – und Kälte sogar schaden würde, beziehungsweise umgekehrt? FITBOOK klärt auf.

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So wirkt Temperatur

Bei Kälte ziehen sich die Gefäße zusammen. Das passiert im Sinne einer konstanten Körpertemperatur: Der Blutfluss wird verringert, damit so wenig Wärme wie möglich über das Blut verloren geht. Bei Wärme hingegen dehnen sich die Gefäße wieder aus. Das kann man fühlen und auch optisch wahrnehmen, wenn man ohne Handschuhe in der Kälte war und die Hände sich im Raum wieder an die Wärme gewöhnen und rot werden.

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Aber was heißt das jetzt für schmerzende Verletzungen?

Wie sich diese Zusammenhänge auf orthopädische Beschwerden anwenden lassen, hat Dr. med. Willibald Walter (Facharzt für Orthopädie, Chirotherapie, Interventionelle Schmerztherapie und Bioregenerative Therapien) von Marianowicz Medizin in München im FITBOOK-Gespräch erklärt.

Kälte hilft …

… beim Akuttrauma, sprich einer unfallartig auftretenden Verletzung – also, wenn man etwa umgeknickt ist, sich gestoßen hat oder auch beim Fußball gefoult wurde. „Durch Kälteeinwirkung und ein entsprechendes Verengen der Gefäße soll verhindert werden, dass sich ein Ödem bildet“, erklärt der Experte. Ein Ödem ist eine Schwellung von Körpergewebe durch eingelagerte Flüssigkeit. Durch schnellen Kälteeinsatz und entsprechendes Drosseln des Stoffwechsels am geschädigten Gewebe können Schmerzen und auch die tatsächlichen Blutungen sowie Schwellungen im Zaum gehalten werden, sodass die Verletzung sich weniger (schnell) ausbildet.

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Knieverletzung mit Kühlpack
Damit eine Prellung weniger wehtut und nicht unnötig schnell und stark anschwillt, empfiehlt sich der Griff zum Kühlpack oder EissprayFoto: Getty Images

Die PECH-Regel als Sofortmaßnahme

Die Anwendung von Eis findet sich auch in der PECH-Regel, der empfohlenen Sofortmaßnahme bei akuten Verletzungen. Sie setzt sich aus den Anfangsbuchstaben ihrer einzelnen Schritte zusammen:

P-ause (steht für das Ruhigstellen der betroffenen Stelle),
E-is,
C-ompression (also Kompression mit einer elastischen Binde) und
H-ochlagern (, um den Rückfluss des Blutes zu verbessern).

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Wärme hilft…

… hingegen bei chronischen Schmerzen und insbesondere bei muskulären Problemen. Das können Verspannungen, Krämpfe und ähnliches sein. Durch Wärme dehnen sich die Gefäße aus, wodurch das Gewebe besser durchblutet und mit Sauerstoff versorgt wird. „Das macht die Muskeln weicher“, sagt uns Dr. Walter.

Bei muskulären Beschwerden helfen Wärmepflaster oder -auflagen und ein warmes BadFoto: Getty Images

Was passiert, wenn man Wärme/Kälte falsch anwendet?

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Aber Achtung: Es gibt Ausnahmen! Dr. Walter warnt davor, dass es für Laien nicht immer ersichtlich sein kann, ob er es womöglich mit einem Ausnahmefall zu tun hat, bei dem sich doch eher Wärme- statt Kälteeinwirkung empfehlen würde. Wenn Sie sich nicht sicher sind, wie Sie sich verhalten sollen – bitte immer einen Fachmann konsultieren!