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Um Nebenwirkungen zu verhindern

Ultraschall-Methode soll Medikamente an die richtige Stelle ins Gehirn leiten

Ultraschall Medikamente: Die Illustration eines menschlichen Gehirns im Querschnitt, das goldgelb leuchtet
Nebenwirkungen ade: Forscher wollen Medikamente gezielt im Gehirn platzieren – mit Ultraschall
Foto: Getty Images

Lagern sich Medikamente an der falschen Stelle im Körper ab, können sie Nebenwirkungen hervorrufen. Forschern gelang es jetzt, die Wirkstoffe an die richtige Stelle im Gehirn zu leiten – mit Hilfe von Ultraschall.

Fiese Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Schweiß und Zittern. Was so mancher nach durchzechter Nacht kennt, kann auch durch Medikamente hervorgerufen werden. Denn viele Arzneien gelangen im Körper nicht immer gleich an die richtige Stelle. Falsch platziert, folgen dann unangenehme oder gar gefährliche Nebenwirkungen. Ein Forscherteam um Mehmet S. Ozdas von der technisch-naturwissenschaftlichen Hochschule Zürich (ETH Zürich) ertüftelte nun eine Methode, die Medikamente mit Hilfe von Ultraschall dorthin leitet, wo sie hingehören.

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Wie kann Ultraschall Medikamente leiten?

Die Wissenschaftler erklären, dass sie ein Medikament in winzige Fettbläschen eingeschlossen haben. Diese koppelten die Forscher wiederum an weitere Fettbläschen, die auf Ultraschall-Wellen reagieren. Das Gemisch wurde gespritzt, wanderte dann ins Gehirn. Anschließend folgte eine Bestrahlung mit schwachem Ultraschall. Die Fett-Medikamenten-Partikel sammelten sich daraufhin an einer bestimmte Stelle im Gehirn.

Ultraschall Medikamente: Illustration der Methode, mit Ultraschall Medikamente ins Gehirn zu bringen

Illustration der Methode, mit Ultraschall Medikamente ins Gehirn zu bringen
Foto: ETH Zürich

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Bei stärkerem Ultraschall platzten die Fettbläschen auf

Als nächsten Schritt erhöhten die Forscher die Energie des Ultraschalls, woraufhin die Bläschen aufplatzten. Der Wirkstoff wurde schließlich freigesetzt und dockte an den richtigen Nervenzellen an. Bisher wurde das Verfahren an Ratten erfolgreich getestet. Die Wissenschaftler wollen nun weitere Tests an Tieren durchführen.

Ozdas und sein Team haben die Studie im Fachmagazin Nature Communications veröffentlicht.

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