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Es droht nicht nur Hautausschlag

Warum man abgelaufene Sonnencreme besser nicht verwenden sollte

Frau reibt sich mit Sonnencreme ein
FITBOOK erklärt, warum dringend davon abzuraten ist, abgelaufene Sonnencreme zu verwenden
Foto: Getty Images

Warum ein neues Sortiment an Sonnencreme für Gesicht und Körper kaufen, wenn von dem aus dem Vorjahr noch so viel übrig ist? Die Antwort: Weil sie wahrscheinlich abgelaufen ist, und in dem Fall könnte die Anwendung gesundheitsschädlich sein. FITBOOK erklärt es genauer.

Ist Sonnencreme erstmal abgelaufen, dann verliert sie ihren UV-Schutz. Wer das nicht weiß und zur angebrochenen Flasche aus dem Vorjahr greift, setzt sich größeren Gefahren aus. Man wähnt sich in Sicherheit vor der mitunter aggressiven UV-Strahlung – und riskiert dabei ausgerechnet das, was man durch Eincremen eigentlich vermeiden will.

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Hautschäden durch UV und Ausschlag

Abgelaufener Sonnenschutz verfehlt seinen Zweck. Man riskiert damit also Sonnenbrand und daraus möglicherweise resultierende schwerwiegende Hautschäden. UV-Strahlen aus der Sonne können bekanntlich die DNA in den Hautzellen verändern und irgendwann Hautkrebs verursachen.

Weniger gravierend, aber auch unangenehm, ist die Wahrscheinlichkeit auf Unverträglichkeitsreaktionen der Haut. Nach Überschreiten der Haltbarkeit verändert sich die chemische Zusammensetzung des Produkts. Bei Anwendung können Hautirritationen und Ausschlag die Folge sein.

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Wirkweise Lichtschutzfaktor

Kurz zur Erklärung, wie der Lichtschutzfaktor (LSF) funktioniert. Die auf der Verpackung angegebene Zahl besagt, um wie viel Zeit sich damit der Eigenschutz der Haut vor einem Sonnenbrand verlängert. Je höher der angegebene LSF, desto länger darf man sich der Sonne aussetzen – sofern man regelmäßig ans Nachcremen denkt. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) empfiehlt Erwachsenen je nach Hauttyp einen LSF von mindestens 20. Bei Kindern sollte der LSF mindestens 30 betragen. Helle Hauttypen sind grundsätzlich mit einem höheren Schutz besser beraten.

 

Wie erkennt man, ob Sonnencreme abgelaufen ist?

Nur selten sind Sonnenschutzprodukte – wie generell Körper- und Gesichtscremes – mit einem Verfallsdatum versehen. Wer wissen will, ob der Inhalt noch gut ist, sollte sich den Zeitpunkt des Anbruchs merken oder ggf. sogar mit einem Permanent-Marker auf der Flasche notieren. Folgendes Symbol gibt an, wie lang das Produkt nach Anbruch noch verwendbar ist:

 

Haltbarkeitssymbol auf Kosmetik

Das Symbol zeigt auf, wie lang Kosmetik (z.B. Sonnencreme) nach Anbruch noch haltbar ist. In diesem Fall sind es 12 Monate.

Äußere Faktoren beeinflussen Haltbarkeit

Sonnencreme ist für gewöhnlich etwa ein Jahr lang nach dem Öffnen verwendbar. Es gibt allerdings Faktoren, die die Haltbarkeit verkürzen. Etwa die falsche Lagerung bei bspw. starker Hitze, welche die Qualität deutlich beeinträchtigen kann. Achten Sie darauf, die Sonnencreme während des Sonnenbads in den Schatten zu stellen. Um das Produkt über Monate hinweg zu lagern, eignen sich bspw. kühle Räume oder der Kühlschrank. Im Zweifel bitte vor der Anwendung genauer hinschauen – und riechen: Haben sich Konsistenz und/oder Geruch verändert, ist die Creme vermutlich gekippt.

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Im Zweifelsfall: Alte Sonnencreme wegschmeißen!

Das alles kann im Zweifelsfall bedeuten, dass eine noch gut gefüllte Cremeflasche weggeworfen werden muss. Schade – aber auf jeden Fall besser für Ihre Haut.

Übrigens, (ein bisschen) Sparen ist bei Sonnencreme dennoch möglich, es muss nämlich kein teures Produkt sein. Die Fachleute von Stiftung Warentest und Öko-Test stellen jedes Jahr aufs Neue fest, dass auch Discounter- und Drogerie-Sonnencremes effektiv vor Sonne schützen.

Fachliche Beratung durch den Münchener Dermatologen Dr. med. Timm Golüke.