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Studie

Schlafmangel macht Menschen egoistisch

schlafmangel weniger hilfsbereit: Frau im Bett
Wenn man zu wenig schläft, macht sich das auch im Gehirn und dadurch im Verhalten bemerkbarFoto: Getty Images

Unausgeschlafen sind einige Menschen ganz schön grummelig. Manche habe bei Schlafmangel offenbar auch die Tendenz, sich egoistischer zu verhalten. Die Gründe könnten in bestimmten Bereichen unseres Gehirns liegen.

Schlafmangel macht Menschen einer neuen Studie zufolge weniger großzügig und hilfsbereit. Das berichten Forschende der US-Universität Berkeley im Fachmagazin „ PLOS Biology“.1

Was wurde untersucht?

Die Wissenschaftler hatten unter anderem Testpersonen nach genügend und ungenügend viel Schlaf zu bestimmten Situationen befragt, in denen es um Hilfsbereitschaft geht. Zudem analysierten sie das Spendenverhalten in den USA nach einer Zeitumstellung.

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Geringere Hilfsbereitschaft nach fehlendem Schlaf

Das Forschungsteam um Eti Ben Simon konnte zeigen, dass die über 100 Probandinnen und Probanden nach einer Nacht mit Schlafmangel nach eigener Aussage weniger Drang verspürten, hilfsbereit zu sein, also anderen in verschiedensten Situationen zu helfen. Dabei ging es beispielsweise um das Aufhalten einer Fahrstuhltür oder auch um Hilfe für einen verletzten Fremden auf der Straße.

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Schlafmangel schadet Interaktionen mit dem Umfeld

Es ist bekannt, dass ausreichender und stabiler Schlaf eng mit unserer Gesundheit verknüpft ist. So stehen viele psychische Probleme im Zusammenhang mit schlechtem Schlaf. Auch körperliche Leiden können dadurch begünstigt werden. Nun konnten die Forscher Hinweise dafür liefern, dass ungenügender Schlaf nicht nur einem selbst schadet, sondern auch die Interaktionen mit dem Umfeld beeinflusst.

Untersucht wurde auch, ob sich die Umstellung auf Sommerzeit – die Nacht ist eine Stunde kürzer – auf das Spendenverhalten von Bürgern auswirkt. Dafür analysierten die Wissenschaftler drei Millionen Spenden zwischen 2001 und 2016. Tatsächlich spendeten Menschen in der Woche nach der Zeitumstellung im Schnitt zehn Prozent weniger.

„Ein Rückgang, der nicht in Staaten zu beobachten ist, die ihre Uhren nicht umstellen“, hieß es. „Wenn Sie nicht genug Schlaf bekommen, schadet das nicht nur Ihrem eigenen Wohlbefinden, sondern auch dem Wohlbefinden Ihres gesamten sozialen Umfelds“, heißt es in einer Pressemitteilung zur Studie.2

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Bestimmte Bereiche des Gehirns beeinträchtigt

Die Forscherinnen und Forscher unterzogen Probandinnen und Probanden auch Gehirnscans nach acht Stunden Schlaf sowie nach einer Nacht ganz ohne Nachtruhe. Sie fanden heraus, dass bestimmte Bereiche des Gehirns, die für Einfühlungsvermögen und Empathie wichtig sind, nach einer schlaflosen Nacht weniger aktiv sind.

Dieser Teil des Gehirns wurde Simon zufolge deutlich beeinträchtigt, wenn Personen Schlafentzug hatten. „Es ist, als würden diese Teile des Gehirns nicht reagieren, nachdem wir nicht genug Schlaf bekommen haben.“

Quellen

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