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„Risiken mit Nebenwirkungen“

Was ist eigentlich der Rebound-Effekt, um den es im Züricher Tatort ging?

rebound-effekt: Tatort Zürich
Die Schweizer „Tatort“-Ermittlerinnen Isabelle Grandjean (Anna Pieri Zuercher) und Tessa Ott (Carol Schuler) bekamen es im Rahmen eines Mordfalls mit dem sogenannten Rebound-Effekt in der Pharmaindustrie zu tunFoto: SRF/Sava Hlavacek

Im „Tatort: Risiken mit Nebenwirkungen“ stand ein Pharmaunternehmen im Fokus der Ermittlungen. Den Zuschauerinnen und Zuschauern fiel womöglich auf, dass häufig vom sogenannten Rebound-Effekt die Rede war. FITBOOK erklärt, was es damit auf sich hat.

Die Schweizer Ermittlerinnen Isabelle Grandjean (Anna Pieri Zuercher) und Tessa Ott (Carol Schuler) haben sich im „Tatort: Risiken mit Nebenwirkungen“ für die Aufklärung eines Mordfalls hinter die Kulissen eines Pharmaunternehmens begeben. Dabei stellte sich heraus, dass die getötete Frau als Anwältin den besagten Konzern in einem Rechtsstreit um ein neu entwickeltes, kurz vor der Zulassung stehendes Medikament vertrat. Dieses war bei einer Teenagerin mit einer Autoimmunerkrankung zum Einsatz gekommen. Statt zu helfen, hatte es aber offenbar zu schlimmen Symptomen – und der besagten Klage – geführt. Die Entwickler des Medikaments sprachen im Verlauf des „Tatorts“ häufiger vom Rebound-Effekt. Doch was ist damit eigentlich gemeint?

Rebound-Effekt bzw. Rebound-Phänomen

Manche nennen es Rebound-Effekt, andere Rebound-Phänomen. Absetzeffekt ist ebenfalls ein Begriff, der dasselbe bezeichnet. Doch was verbirgt sich dahinter genau? Der Rebound-Effekt kann nach dem Absetzen von Arzneimitteln vorkommen. In dem Fall treten die Symptome einer zuvor mit dem Medikament behandelten Krankheit schnell und verstärkt wieder auf.

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Teenagerin Klara Canetti (links) wurde im „Tatort“ augenscheinlich Opfer eines Rebound-EffektesFoto: SRF/Sava Hlavacek

Warum kann es zu einem Absetzeffekt kommen?

Verursacht wird der Rebound-Effekt durch eine Gewöhnung des Körpers an die Arznei. Diese ist der generellen Anpassungsfähigkeit des Körpers geschuldet, der es dem Menschen ermöglicht, sich an verschiedenste Veränderungen von Situationen, Umgebungen u.v.m. einzustellen. Erfolgen die Veränderungen plötzlich, braucht der Körper eine Zeit der Umstellung.

Im Fall der Medikamenteneinnahme bilden sich durch die Gewöhnung Rezeptoren zurück, auf die der Wirkstoff des Medikaments gewirkt hatte. Die Verminderung der Rezeptorenzahl führt zugleich zu einer verminderten Empfindlichkeit auf die körpereigenen Botenstoffe. Das heißt, der Körper stumpft sozusagen auf den Wirkstoff ab. Während der Einnahme des Arzneimittels kann das eine höhere Dosis erforderlich machen, damit es wieder in der gewünschten Weise wirkt. Wird es abgesetzt, können die Symptome schnell und stärker als zuvor zurückkehren. Diese unerwünschten Nebenwirkungen bezeichnen Mediziner als Rebound-Effekt.

Um dem Absetzeffekt vorzubeugen, ist es daher ratsam, ein Medikament nicht abrupt, sondern graduell abzusetzen.

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Verschiedene Arten von Rebound-Effekten in der Medizin

Die oben und im „Tatort“ behandelte Form eins Rebound-Effekts bezieht sich speziell auf das so bezeichnete Phänomen im Bereich der Pharmakologie. Rebound-Effekte können zudem in der Neurologie, in der Endokrinologie und in der Strahlentherapie vorkommen.

Überblick über Rebound-Effekte in der Medizin:

  • Pharmakologie:
    Überschießende Gegenreaktion des Körpers beim abrupten Absetzen von Medikamenten.
  • Neurologie:
    Schnelles Abbremsen einer Bewegung beim plötzlichen Wegfall der Gegenkraft. Ein Phänomen, das sich bei neurologischen Untersuchungen zeigen kann.
  • Endokrinologie:
    Nach Beendigung einer Hormontherapie erfolgt eine Verschlechterung des ursprünglich behandelten Befundes.
  • Strahlentherapie:
    Anteil der Strahlung, die von tiefen Geweben auf die oberflächlich gelegene Haut zurückgestreut wird.

Quellen

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