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Studie

Ein Faktor, der das Sterberisiko bei Prostatakrebs deutlich erhöht

rauchen sterberisiko prostatakrebs: Illustration von Prostatakrebs
Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern in DeutschlandFoto: Getty Images

Rauchen ist schädlich für die Gesundheit. Männer haben jetzt womöglich noch einen weiteren Grund, übers Aufhören nachzudenken. Denn wer raucht und an Prostatakrebs erkrankt, hat offenbar eine deutlich schlechtere Überlebenschance als Nichtraucher.

Pro Jahr erkranken etwa 65.000 Männer in Deutschland an Prostatakrebs (Stand 2018).1 Wird das Karzinom in der Prostata früh entdeckt, ist die Prognose recht gut.2 Eine schwedische Studie zeigt nun jedoch, dass es einen Faktor gibt, der das Sterberisiko bei Prostatakrebs erhöht – das Rauchen.

Studie mit 350.000 Männern

Um den Zusammenhang zwischen Rauchen und Prostatakrebs näher zu verstehen, analysierten die Wissenschaftler der Lund University fünf Langzeitstudien mit insgesamt rund 350.000 Männern. Die Studien hatten u. a. die Rauchgewohnheiten der Probanden erfasst und waren bereits ab dem Jahr 1974 gestartet. Mithilfe verschiedener offizieller Register, wie z. B. The National Prostate Cancer, Registry wurden über die Jahre Daten zu Krebsdiagnosen und -behandlungen erhoben. Während des Studienzeitraums erkrankten 24.731 Probanden an Prostatakrebs, 4322 starben an der Krankheit.

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Raucher haben erhöhtes Sterberisiko bei Prostatakrebs

Die Analyse der Studiendaten ergab, dass rauchende Prostatakrebs-Patienten ein etwa 20 Prozent höheres Risiko hatten, an der Krebserkrankung zu sterben, als Nichtraucher, die in ihrem Leben noch nie zu Zigaretten gegriffen hatten. Die Wahrscheinlichkeit, den Krebs nicht zu überleben, stieg mit der Intensität und der Dauer des Rauchens noch weiter an. Das Sterberisiko erhöhte sich außerdem, wenn die an Prostatakrebs erkrankten Raucher zudem noch übergewichtig (BMI 25 bis 30) oder fettleibig (BMI über 30) waren.3

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Raucher erhalten weniger oft die Diagnose Prostatakrebs

Überraschenderweise scheint die schwedische Untersuchung gleichzeitig darauf hinzudeuten, dass Raucher weniger oft die Diagnose Prostatakrebs erhalten. Das bezieht sich aber nur auf den örtlich begrenzten Prostatakrebs, den man auch als Niedrig-Risiko-Prostatakrebs bezeichnet und der durch einen PSA-Test diagnostiziert werden kann. Diese Untersuchung zur Früherkennung eines Karzinoms in der Prostata ist allerdings nicht ganz unumstritten, weil er einerseits den Krebs früh erkennen, andererseits aber auch zu falschen Diagnosen und unnötigen Behandlungen führen kann.4

„Eine wahrscheinliche Erklärung für das geringere Prostatakrebsrisiko bei Rauchern ist, dass sie sich möglicherweise seltener einem asymptomatischen PSA-Test unterziehen“, schlussfolgert Dr. Sylvia Jochems in einer Mitteilung der Lund University. „Andererseits haben Raucher ein höheres Risiko, an Prostatakrebs zu sterben, was wir unabhängig vom Tumorstadium zum Zeitpunkt der Diagnose beobachtet haben, d. h. bei allen Formen von Prostatakrebs – vom Niedrig-Risiko- bis zum metastasierten Krebs.“5

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Einschränkungen der Studie

Während die Studie aus Schweden eine Korrelation zwischen Rauchen und Sterbefällen feststellen konnte, konnte sie aber keine kausale Verbindung belegen. Mit anderen Worten: Sie kann keine Aussagen darüber treffen, ob das Rauchen der Probanden – das von diesen selbst in Dauer und Intensität eingeschätzt wurde – tatsächlich die Ursache für das erhöhte Sterberisiko war. Deshalb betonen auch die Verantwortlichen der Studie, dass weitere Forschung nötig sei. „Wir müssen mehr darüber wissen, ob Rauchen oder andere Risikofaktoren, wie soziodemografische Faktoren, für diesen Zusammenhang verantwortlich sind. Eine weitere wichtige Frage ist, ob die Prognose durch einen Rauchstopp nach einer Prostatakrebs-Diagnose verbessert werden könnte“, so das Fazit von Prof. Tanja Stock, die an der Studie beteiligt war.

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