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Nicht nur schlecht für die Umwelt!

Palmöl kann die Streuung von Tumoren im Körper fördern

Palmöl: Brot mit Schokoladenaufstrich
Palmöl ist Bestandteil vieler Lebensmittel, zum Beispiel SchokoladenaufstrichFoto: Getty Images

Palmöl steckt in vielen Lebensmitteln, vor allem in Fast Food. Laut einer neuen Studie mit Mäusen kann die enthaltene Palmitinsäure die Streuung von Metastasen fördern.

Pizza, Pommes und Schokobrotaufstrich, aber auch Shampoo, Duschgel, Hautcreme, Kerzen, Waschmittel, Schmiermittel – man könnte die Liste an Produkten mit Palmöl unendlich weiterführen. Problem: Hauptbestandteil von Palmöl ist Palmitin – und diese Fettsäure kann bei langfristigem Konsum die Streuung von Tumoren im Mund und an der Haut fördern. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie aus Spanien, die im Fachmagazin „Nature“ veröffentlicht wurde.

Fettsäure in Palmöl schon länger kritisch gesehen

Salvador Aznar-Benitah ist Professor am Institut für Biomedizinische Forschung (IRB) in Barcelona und Hauptautor der Studie. In einem Interview mit der britischen Zeitung „The Guardian“ sagt der Wissenschaftler: „An Palmitinsäure gibt es etwas ganz Besonderes, was Metastasierung stark fördert.“

Linolsäure oder Ölsäure sind zum Beispiel in Leinsamen oder Olivenöl enthalten. Aznahr-Benitah und sein Team beobachteten, dass diese Fettsäuren die Bildung von Metastasen nicht fördern. Die Wissenschaftler sagen, dass keine der getesteten Omega-6- und Omega-9-Fettsäuren generell das Risiko erhöhe, an Krebs zu erkranken.

Bei Palmitin ist das anscheinend anders. Die IRB-Studie, die mit Mäusen durchgeführt wurde, zeigte, dass diese Fettsäure die Bildung von Metastasen langfristig fördere. Nach Aussage der Forscher breiten sich Krebszellen auch dann weiter stark aus, wenn sie nur über einen kurzen Zeitraum mit Palmitinsäure in Berührung gekommen sind.

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Um sich auszubreiten – oder zu metastasieren – brauchen Krebszellen bestimmte Nährstoffe. Dabei sind sie nach Aussage der Forschenden stark auf Fettsäuren angewiesen. Die IRB-Studie zeigt, dass sich Mund- und Hautkrebs eher ausbreitet, wenn den Mäusen auch Palmitinsäure verabreicht wurde. Durch genetische Veränderungen der betroffenen Zellen scheint Palmitinsäure Krebszellen geradezu zu erneuern. Infolge könnten sich neue Netzwerke der Zellen bilden, die nicht direkt zum Tumor gehören. Das allerdings würde die Ausbreitung der Krebserkrankung fördern.

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Metastasierung durch Diät verhindern?

Wie Salvador Aznar-Benitah erklärt, könne die Studie dazu beitragen, Wege zu finden, um Metastasierungen zu verhindern. Der Forscher und sein Team planen nun eine weitere Studie mit speziellen Proteinen, die die gefährliche Reaktion der Tumoren auf die im Palmöl enthaltene Palmitinsäure stören. Das sei ein realistischerer Therapie-Ansatz als Patienten bestimmte Ernährungsweisen vorzuschreiben und zum Beispiel unabhängig davon, ob sie Pizza oder Nutella mögen.

Quellen:

  1. Pascual, G., Domínguez, D., Elosúa-Bayes, M. et al. (2021). Dietary palmitic acid promotes a prometastatic memory via Schwann cells. Nature.
  2. Hannah Devlin. Acid found in palm oil linked to spread of cancer (aufgerufen am 15.11.21)

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