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Viele machen es falsch

Ohren besser nie mit Wattestäbchen reinigen

Ohren reinigen mit Wattestäbchen? Besser nicht!
Ohren reinigen mit Wattestäbchen? Besser nicht!

Wattestäbchen werden von vielen Menschen auch Ohrenstäbchen genannt und entsprechend benutzt. Dennoch hört man immer wieder, dass es gar nicht so gut sein soll, den Ohrenschmalz auf diese Weise zu entfernen. Ohren reinigen mit Wattestäbchen oder ohne? Das sagt der Experte.

Es ist nicht sonderlich appetitlich, wenn man in der Ohrmuschel des Sitznachbarn klebrigen, bräunlich-gelben Schmalz entdeckt. Und genauso unangenehm ist die Vorstellung, dass jemand ihn bei einem selbst wahrnimmt. Aus Sicht vieler ist die einzige Lösung: regelmäßig zum Wattestäbchen greifen und die Ohren reinigen. Das sehen Hals-Nasen-Ohren-Ärzte aber ganz anders!

Darum ist Ohrenschmalz wichtig

Die Ohrenschmalzdrüsen produzieren das Sekret nicht ohne Grund, sondern zum Schutz des Gehörgangs. Es handelt sich dabei um ein Gemisch aus Fetten, das den pH-Wert der Haut niedrig hält – dadurch können hier Keime schlechter überleben. Gleichzeitig fängt die Schutzschicht winzige Fremdkörper ab, die im Ohr nichts zu suchen haben.

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Ohren richtig reinigen ohne Wattestäbchen

Bitte auf keinen Fall versuchen, den Schmalz mit Wattestäbchen aus dem Ohr zu holen. „Das funktioniert nicht“, weiß Steffen Knopke, Oberarzt an der Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde der Berliner Charité. Mit dem Stäbchen drücke man den Schmalz nur noch weiter ins Ohr hinein, „wie bei einer Toilette und der Toilettenbürste“.

Ohrenschmalz ist eigentlich gelb. Erst bei Kontakt mit Sauerstoff nimmt er seine bräunliche Farbe an. In dem Fall ist er den Tiefen des Gehörgangs also bereits entstiegen.

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Spezielle Ohrenreiniger als Alternative zu Wattestäbchen

Inzwischen gibt es auch sogenannte Ohrreiniger mit kleinen Metallschlingen, mit denen man den Ohrenschmalz schonend aus dem Gehörhang „löffeln“ können soll. Hier besteht nicht die Gefahr, das Sekret tiefer ins Ohr hineinzustopfen. Aber ebenso wie beim Wattestäbchen kann man sich damit verletzen. Ein kleiner Schrecken, eine unvorsichtige Bewegung und schon hat man das Instrument ins Trommelfell gerammt.