Gesundheitspartner
von FITBOOK

Achtung bei „müden Augen“

Diese Anzeichen können auf Grauen Star hindeuten

Geblendete Augen
Bei einem Grauen Star wird die Augenlinse trüber und trüber. Wie sich das für die Betroffenen bemerkbar macht…
Foto: Getty Images

Der Graue Star oder Katarakt (Fachbegriff: Cataracta senils) ist gemeinhin als Alterserkrankung bekannt. Die zunehmende Trübung der Linse kann aber auch andere Ursachen haben, und tatsächlich mit der vollständigen Erblindung enden, wenn sie nicht behandelt wird. Wie die Therapie aussieht und warum Betroffene stark auf die Aufmerksamkeit ihrer Mitmenschen angewiesen sind – FITBOOK sagt Ihnen alles, was Sie über die Augenerkrankung wissen müssen.

Wir haben mit der Frankfurter Augenärztin Dr. med. Hanna Ettinger-Neuss ausführlich über das Thema gesprochen. Wie sie uns erklärte, ist die Linse junger, gesunder Augen elastisch und klar. Diese Eigenschaften sind wichtig: Die Linse muss sich verformen können, um auf unterschiedlichen Distanzen scharf sehen zu können. Mit zunehmendem Alter verliert die Linse nach und nach ihre Flexibilität, ab dem 65. Lebensjahr hat sie die Elastizität nahezu verloren und fast jeder hat eine zumindest leichte Linsentrübung. Den Großteil der Fälle macht deshalb ein Grauer Altersstar aus. Und der lässt sich nicht verhindern.

Grauer Altersstar lässt sich nicht verhindern

Außer gewöhnlichen Vorsichtsmaßnahmen, von denen das Auge generell profitiert – bspw. Schutz vor UV-Strahlen und Bohrspänen etc. durch eine Sonnen-/Schutzbrille – , kann man zur Vorbeugung eines Grauen Stars oder Katarakts nichts tun. Es empfehlen sich regelmäßige Sehtests beim Augenarzt, um eine Erkrankung (potentiell schon vor dem Ausbruch erster Symptome) zu erkennen. Starkes Rauchen sollte man für die Augen-, aber auch für die generelle Gesundheit, vermeiden.

Auch interessant: Veränderter Lebens- und Arbeitsstil macht Augen schlechter

Übliche Symptome

Mit Fortschreiten der Krankheit wird das „Nebelfeld“ dichter und größer. Betroffene bekommen deshalb Probleme mit der räumlichen Wahrnehmung, weil sie Kontraste und Konturen immer schlechter sehen können. Das macht auch die Anpassung an Helligkeit und Dunkelheit schwer.

Frau mit müden Augen

Scheinbar müde Augen können auch auf einen Grauen Star hindeuten: Die Erkrankung macht das Sehen immer schwerer.
Foto: Getty Images

Unbehandelt kann ein Grauer Star zur vollständigen Erblindung führen. Es ist daher wichtig, sich bei den entsprechenden Symptomen an einen Arzt zu wenden. Das Problem: Die Krankheitshinweise könnte man, insbesondere im frühen Stadium des Katarakts, als müde Augen fehlinterpretieren. Und vor allem Ältere laufen Gefahr, das Nachlassen ihrer Sehkraft als natürliche Alterungserscheinung zu deuten und sich an das schlechtere Sehen zu gewöhnen.

Umso wichtiger ist es, dass Mitmenschen reagieren, wenn potenziell Betroffene Auffälligkeiten zeigen, beispielsweise an Gegenständen vorbeigreifen oder Dinge/Personen in der Ferne nicht wahrnehmen. Schwerer ist es natürlich, bei Personen mögliche Symptome wahrzunehmen, wenn diese nicht zur offensichtlichen Risikogruppe gehören.

Nicht nur ältere Menschen sind gefährdet

Ein Grauer Star kann auch junge Menschen treffen – sogar Kinder. Neben der angeborenen gibt es eine Variante, die in den ersten Lebensjahren entsteht. In manchen Fällen entwickelt sich ein Grauer Star aus anderen Augenerkrankungen oder -verletzungen. Diabetiker gehören zur Risikogruppe, ebenso Betroffene verschiedener weiterer Grunderkrankungen.

Auch interessant: Bei diesen Symptomen sollten Sie sofort zum Augenarzt

Die einzige Therapie: Operation

Wenn die Lebensqualität unter der Linsentrübung leidet, muss der Graue Star behandelt werden. Zumal bei einem schnell voranschreitenden Krankheitsverlauf die vollständige Erblindung droht. Die schlechte Nachricht: Die einzige Möglichkeit dafür ist eine Operation. Die gute: Es handelt sich um einen Routineeingriff mit hoher Erfolgsquote.

Die trübe Linse wird durch eine neue, künstliche ersetzt. Die etwa 30-minütige OP kann ambulant durchgeführt werden, der Patient ist also bei Bewusstsein und das Auge wird lokal betäubt. Wer das unangenehm findet oder Angst hat, kann sich ein Beruhigungsmittel verabreichen lassen.

In den meisten Fällen eines Grauen Altersstars lässt sich die Sehstärke operativ wiederherstellen. Der Zeitpunkt kann von Patienten und Arzt gemeinsam gewählt werden. Anders: beim angeborenen Katarakt, der schnellstmöglich behoben werden sollte.

Generell gilt, dass Patienten sich und ihr frisch operiertes Auge schonen sollten. Beispielsweise vom Haare waschen, Staubwischen und von Aufenthalten in verrauchten Räumen ist abzusehen, da es Reizungen durch beispielsweise Wasser, Reinigungsmittel, Staub und Rauch unbedingt zu vermeiden gilt. Dann kann die Heilung weitestgehend ungehindert voranschreiten.