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Bei Herz- und Schlaganfallpatient*innen

Zwei Portionen Fisch pro Woche können vor weiterem Infarkt schützen

Fisch Schlaganfall Herzinfarkt
Fisch ist gesund. Besonders für Menschen, Persondie bereits eine Herzerkrankung oder einen Schlaganfall hattenFoto: Getty Images

Dass Fisch einen wichtigen Bestandteil einer gesunden Ernährung ausmacht, ist nichts Neues. Wie gesund er aber vor allem für Menschen mit Herzerkrankung oder Schlaganfallrisiko ist, zeigt eine neue Analyse, die Daten aus der ganzen Welt beinhaltet.

Personen, die schon mal einen Schlaganfall oder Herzinfarkt hatten, haben ein hohes Risiko, einen weiteren zu erleiden. Mit der richtigen Ernährung soll sich dieses Risiko zumindest senken lassen: Laut einer Analyse mehrerer großer Studien kann der Verzehr von ölhaltigem Fisch Hochrisikopatient*innen für einen Schlaganfall oder Herzinfarkt vor weiteren ischämischen Ereignissen schützen.

Fisch soll Hochrisikopatient*innen vor erneutem Schlaganfall oder Herzinfarkt schützen können

Forschende der kanadischen McMaster University fanden heraus, dass das Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkte und Schlaganfälle bei Personen mit derartigen Vorerkrankungen um etwa ein Sechstel geringer war, wenn sie zweimal pro Woche Fisch mit hohem Omega-3-Gehalt – also fettreichen Fisch – aßen. „Es gibt einen signifikanten schützenden Nutzen des Fischkonsums bei Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen“, erklärt Andrew Mente, leitender Co-Autor. Er und seine Kolleg*innen hatten Daten aus vier Studien analysiert, an der weltweit (auf allen Kontinenten) fast 192.000 Proband*innen teilgenommen hatten, darunter etwas 52.000 mit schweren Kreis-Kreislauf-Erkrankungen. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin „JAMA Internal Medicine“ veröffentlicht.

Omega-3-haltige Fischsorten

Omega-3-haltige Fischsorten sind fettreich. Als die besten natürlichen Lieferanten gelten Thunfisch, Lachs, Makrelen und Sardinen. Allerdings: Allerdings sind diese Fischsorten häufig mit Toxinen belastet – ganz zu schweigen von Problemen in puncto Umweltschutz und Nachhaltigkeit. 

Auch interessant: Überfischung, Fangmethoden – welchen Fisch kann man ohne schlechtes Gewissen essen?

Fischöl-Kapseln

Wer kein Fisch isst, kann auf Omega-3-Öl-Kapseln zurückgreifen. Die werden mittlerweile nicht nur aus Fischöl, sondern auch aus Algen hergestellt. Auch einige pflanzliche Ölsorten, darunter Leinöl, Hanföl oder Walnussöl, werden empfohlen. Was entsprechende Fischöl-Kapseln für die Gesundheit bringen, hat FITBOOK an anderer Stelle ausführlich beantwortet.

Kann Fisch gesunde Menschen vor einem Schlaganfall oder Herzinfarkt schützen?

Bei Personen ohne Herzerkrankungen und ohne Risiko auf Schlaganfall oder Herzinfarkt konnte das Forschungsteam zwar keinen direkten Nutzen durch den Verzehr von Fisch beobachten. Dafür hat der regelmäßige Fischverzehr auch noch andere Vorzüge: Er kann beispielsweise das Gehirn vor Schadstoffen schützen, wie frühere Studien ergeben haben. Deshalb betont Studienautor Mente, dass auch Menschen mit geringem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen von Omega-3-reichem Fisch profitieren. Die gesundheitlichen Vorteile seien bloß weniger stark ausgeprägt als für Menschen mit einem hohen Risiko für die erwähnten Erkrankungen.

Wie repräsentativ ist die Studie?

„Es ist bei Weitem die vielfältigste Studie über Fischverzehr und dessen gesundheitliche Folgen in der Welt“, erklärt Dr. Salim Yusuf, Executive Director am US-amerikanischen Population Health Research Institute (PHRI) und ebenfalls Autor der Analyse. Frühere Studien hätten sich hauptsächlich auf Nordamerika, Europa, China und Japan konzentriert – mit wenig Informationen aus anderen Regionen. Die vorliegende Analyse sei zudem die einzige, welche Zahlen aus Ländern mit hohem, mittlerem und niedrigem Einkommen von allen bewohnten Kontinenten vereine.

Die Analyse basiert auf Daten aus mehreren Studien, die das PHRI in den letzten 25 Jahren durchgeführt hat. Diese Studien wurden von den Canadian Institutes for Health Research, verschiedenen Pharmaunternehmen, Wohltätigkeitsorganisationen, dem PHRI und dem Hamilton Health Sciences Research Institute finanziert.