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Risiko für Geburtsfehler deutlich erhöht

Spermien-Anomalien – Männer mit Kinderwunsch sollten auf Alkohol verzichten

Ein junges Paar sitzt auf dem Sofa und trinkt Weißwein
Männer mit Kinderwunsch, aufgepasst: Selbst Alkohol in geringen Mengen kann laut einer Studie zu Anomalien bei Spermien führenFoto: Getty Images

Wenn Männer mit Kinderwunsch vor der Empfängnis Alkohol trinken, steigt das Risiko für Geburtsfehler beim Baby um 35 Prozent. Zu diesem Ergebnis kam jetzt eine Beobachtungsstudie mit mehr als einer halben Million Paare. Gemeinsam nüchtern bleiben lohnt sich!

Dass Frauen, die schwanger werden wollen, sich ihr Feierabend-Weinchen besser verkneifen sollten, gilt mittlerweile als Allgemeinbildung. Aber auch Männer mit Kinderwunsch sollten sich bis zur Empfängnis mit Alkohol extrem zurückhalten. Denn neusten Erkenntnissen zufolge führt regelmäßiger Konsum von Alkohol – selbst in moderaten Mengen – zu Spermienanomalien. Diese könnten bei erfolgreicher Befruchtung Geburtsfehler wie Gaumenspalten, Herzerkrankungen oder verformte wie fehlende Gliedmaßen beim Neugeborenen begünstigen.

Alkohol und Kinderwunsch bei Männern – ein neues Forschungsfeld

Während der Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Geburtsfehlern bei Frauen mittlerweile als sehr gut untersucht gilt, steht die Forschung diesbezüglich bei Männern noch ganz am Anfang. Frauen sollten selbstredend währen der Schwangerschaft keinen Tropfen anrühren, Männer offenbar idealerweise bereits ein halbes Jahr zuvor. Eine chinesische Studie, welche aktuell im Fachmagazin „JAMA Pediatrics“ veröffentlich wurde, kommt nämlich zu dem sprichwörtlich ernüchterndem Schluss, dass bereits ein Drink pro Woche die Spermienqualiät beeinträchtigt, was das Risiko für fetale Fehlbildungen steigert.

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Untersuchung mit 529.090 Paaren

Die Forschenden befragten 529.090 Paare, die innerhalb von sechs Monaten schwanger werden wollten. Von den teilnehmenden Vätern in Spe gaben 364.939 an, keinen Alkohol bzw. höchstens an einem Tag pro Woche zu trinken. Die restlichen 164.151 Männer hatten dementsprechend ein ausgeprägteres Trinkverhalten. Anschließend wurden die gemeldeten Geburtsfehler ausgewertet.

Unter den Vätern, die regelmäßig Wein, Bier und Co. konsumierten, gab es 363 Geburtsfehler. Unter den abstinenten Vätern, gab es 246 Geburtsfehler. Das macht eine 35 Prozent höhere Rate bei Alkohol trinkenden Männern. Darüber hinaus hatten Babys eine um 55 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit, Gaumenspalten zu entwickeln, wenn ihr Vater vor der Empfängnis regelmäßig trank.

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Abstinente Männer zeugen gesündere Babys

Laut Studienbericht deutet vieles darauf hin, dass väterliches Trinken vor der Empfängnis die Spermien schädigen und die Wahrscheinlichkeit von Geburtsfehlern erhöhen kann. Es ist aber immer noch unklar, warum väterliches Trinken das Erbgut schädigt. Allerdings kam im Jahr 2020 eine Überprüfung von 55 Studien zu einem ähnlichen Ergebnis. Hier zeigte sich, dass die Babys stark trinkender Väter überdurchschnittlich oft mit Herzfehlern auf die Welt kamen.

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Weitere Studie spricht von drei Monaten Abstinenz für gesündere Spermien

Studien wie diese verdeutlichen, dass das Thema Kinderwunsch echtes Teamwork ist. Mit Abstinenz-Regeln, die offenbar für beide Partner gleichermaßen gelten. Dennoch sollte die in der Untersuchung vorgeschlagene „6-Monats-Regel“ nicht allzu eng gesehen werden. Was ebenfalls gut untersucht ist, ist die Tatsache, dass Spermien ungefähr drei Monate brauchen, um sich komplett zu erholen. Das Gleiche gilt übrigens auch für die weibliche Eizelle. So hat sich der Verzicht auf Alkohol, Nikotin und sonstige Gifte bereits nach einem viertel Jahr ausgezahlt.