10. August 2025, 17:00 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Ein plötzlich stechender Schmerz schießt durch das Gelenk und jede Bewegung wird zur Qual? Dann handelt es sich hier vermutlich um eine unscheinbare, aber höchst unangenehme Entzündung, die den Alltag blitzschnell lahmlegt: die Schleimbeutelentzündung. FITBOOK-Redakteur Michel Winges erklärt, wer vor allem von der Erkrankung betroffen ist und wie gefährlich sie werden kann.
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Übersicht
Was ist eine Schleimbeutelentzündung?
Eine Schleimbeutelentzündung (Bursitis) ist eine schmerzhafte Reizung oder Entzündung eines Schleimbeutels. Schleimbeutel sind kleine, mit Flüssigkeit gefüllte „Schutzpolster“, die an besonders beanspruchten Stellen im Körper sitzen, zum Beispiel an Schulter, Ellenbogen, Hüfte oder Knie. Ihre Hauptaufgabe: Sie dienen als eine Art Stoßdämpfer und verhindern, dass Knochen, Sehnen und Muskeln bei Bewegung aneinanderreiben.
Wie kommt es zu einer Entzündung?
Schleimbeutelentzündungen entstehen meist dann, wenn die kleinen Polster im Körper über längere Zeit belastet oder verletzt werden. Typische Auslöser sind wiederholte Bewegungen und anhaltender Druck, wie sie beispielsweise bei handwerklichen Tätigkeiten mit häufigem Knien vorkommen. Auch direkte Stöße auf das Gelenk, wie sie etwa beim Sport auftreten, können zu einer Entzündung führen. Besonders gefährdet sind Menschen in körperlich aktiven Berufen wie Fliesenleger oder Reinigungskräfte. Doch auch langes Sitzen oder monotone Bewegungen am Schreibtisch können das Risiko erhöhen. In manchen Fällen ist nicht die Überlastung die Ursache, sondern Bakterien, die durch kleine Verletzungen in den Schleimbeutel eindringen. Etwa ein Drittel aller Schleimbeutelentzündungen werden durch solche Infektionen ausgelöst.1 Seltener greifen chronische Erkrankungen wie Rheuma oder Gicht auf die Schleimbeutel über und verursachen eine Entzündung.
Statistisch gesehen erkrankt allein an Knien und Ellbogen mindestens eine von 10.000 Personen pro Jahr an einer Schleimbeutelentzündung. Besonders häufig sind Männer betroffen, vermutlich weil sie öfter in risikoreichen Berufen arbeiten.
Wo kann es zu einer Entzündung kommen?
Überall dort, wo Schleimbeutel vorhanden sind – im menschlichen Körper gibt es über 150 davon – kann es zu einer Schleimbeutelentzündung kommen.2 Und das ist gar nicht so selten: So sind beispielsweise an der Achillessehne etwa zehn Prozent der Bevölkerung betroffen.3 Darüber hinaus tritt die Schleimbeutelentzündung an den folgenden Gelenkstellen besonders häufig auf:
- Kniegelenk
- Schultergelenk
- Ellbogengelenk
- Hüftgelenk
- Sprunggelenk
- Handgelenk
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Was sind die Symptome einer Schleimbeutelentzündung?
Eine Schleimbeutelentzündung äußert sich meist durch plötzlich auftretende, stechende oder dumpfe Schmerzen im betroffenen Gelenk. Oft ist die Region deutlich gerötet, geschwollen und überwärmt. Schon leichte Berührungen oder Bewegungen können als unangenehm empfunden werden, und die Beweglichkeit des Gelenks ist häufig eingeschränkt. Manche Betroffene spüren zudem eine weiche, manchmal prall gefüllte Schwellung an der entzündeten Stelle. In schweren Fällen oder bei einer bakteriellen Entzündung können zusätzlich Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl auftreten. Wenn Sie diese Symptome bemerken, sollten Sie das Gelenk schonen und bei anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen.
So wird die Erkrankung diagnostiziert
Die Diagnose einer Schleimbeutelentzündung beginnt in der Regel damit, dass der Arzt Sie ausführlich zu Ihren Beschwerden, Vorerkrankungen und auslösenden Tätigkeiten befragt. Bei der anschließenden körperlichen Untersuchung achtet der Arzt auf typische Zeichen wie Schwellung, Überwärmung, Rötung und Druckschmerz am betroffenen Gelenk. Um andere Ursachen auszuschließen oder den Entzündungsherd genauer einzugrenzen, können bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder in seltenen Fällen Röntgenaufnahmen eingesetzt werden. Besteht der Verdacht auf eine bakterielle Infektion, wird meist eine Punktion durchgeführt, um Flüssigkeit aus dem Schleimbeutel zu entnehmen und im Labor zu analysieren. So kann die Behandlung gezielt angepasst werden.
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Die Behandlung
Hausmittel
- Schonung: Schonen und belasten Sie das betroffene Gelenk so wenig wie möglich.
- Kühlen: Kühlpacks oder kalte Umschläge helfen gegen Schwellung und Schmerzen (das Eis nie direkt auf die Haut legen!).
- Hochlagern: Das Hochlagern des Gelenks unterstützt das Abschwellen.
- Leichte Kompression: Ein lockerer Verband kann zusätzlichen Druck mindern.
- Pflanzliche Präparate: Salben oder Gels mit Arnika oder entzündungshemmenden Inhaltsstoffen werden häufig als wohltuend empfunden.
Bei milden Beschwerden können diese Hausmittel oft ausreichen, um die Entzündung in wenigen Wochen abklingen zu lassen.
Ärztlich
- Medikamente: Verschreibung von entzündungshemmenden Schmerzmitteln wie Ibuprofen oder Diclofenac.
- Punktion: Falls nötig, kann Flüssigkeit aus dem Schleimbeutel entnommen werden, um den Druck zu reduzieren.
- Antibiotika: Bei einer bakteriellen Infektion ist eine gezielte Behandlung mit Antibiotika notwendig.
- Chirurgischer Eingriff: In seltenen, schweren oder chronischen Fällen kann eine teilweise oder vollständige Entfernung des Schleimbeutels erforderlich werden.
- Nachsorge: Bewegen Sie das Gelenk nach Abklingen der Entzündung vorsichtig wieder, um einer Versteifung vorzubeugen.
Wenn die Beschwerden stark, langanhaltend oder ungewöhnlich sind, sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen.
Vorbeugung ist besser als Nachsorge
- Regelmäßige Pausen: Bei Tätigkeiten mit hoher Belastung zwischendurch entspannen und die Gelenke entlasten.
- Einseitige Belastungen vermeiden: Immer wieder die Körperhaltung und Bewegungsabläufe variieren.
- Schützende Hilfsmittel nutzen: zum Beispiel Kniepolster für Arbeiten auf dem Boden oder gut gedämpfte Sportschuhe.
- Gezielte Übungen: Dehnübungen stärken die Muskulatur und entlasten die Gelenke.
- Frühzeitig reagieren: Bei ersten Anzeichen von Schmerzen oder Überlastung lieber rechtzeitig gegensteuern und notfalls das Gelenk schonen.
Wer diese Tipps beherzigt, kann vielen Schleimbeutelentzündungen effektiv vorbeugen.