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Studie zeigt

Ab dieser Menge Bier und Wein wächst das gefährliche Bauchfett um bis zu 17 Prozent an

Wirkung unterschiedlicher Wein- und Biermengen auf das innere Bauchfett
Vor allem Männer lagern bei höherem Alkoholkonsum deutlich mehr gefährliches Bauchfett im Inneren an. Wieviel Gläser Bier oder Wein pro Woche sind zu viel? Foto: Getty Images
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Anna Echtermeyer
Redakteurin

3. März 2026, 14:00 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Dass Bier und Wein nicht beim Abnehmen helfen, ist bekannt. Doch Alkohol sorgt nicht nur für mehr Kilos. Er sorgt dafür, dass der Körper dort Fett einlagert, wo es besonders gefährlich ist: tief im Bauchraum zwischen den Organen. Eine aktuelle Studie zeigt nun, ab welcher wöchentlichen Menge Bier oder Wein der Anteil an viszeralem Fett deutlich steigt. Liegt Ihr Konsum schon im kritischen Bereich?

So viel Alkohol pro Woche reichert inneres Bauchfett überproportional an

Forscher der Universität Oxford unter der Leitung von Joel Chesters analysierten spezielle Scans von 5761 Männern und Frauen zwischen 25 und 75 Jahren, auf deren Basis man den Anteil des Körperfetts einschließlich des spezifischen Bauchfetts (Viszeralfett) genau bemessen kann. Im Nachgang verglichen sie die Ergebnisse mit den Angaben der Personen zu deren wöchentlichem Konsum von Bier und Wein. Zentrales Ergebnis: Ein Alkoholkonsum – bei Männern über 17 und bei Frauen über zehn Einheiten pro Woche – führt zu einer um mehr als zehn Prozent höheren Ansammlung an gefährlichem inneren Bauchfett. Ein hoher Anteil gilt als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechselstörungen.

Wie vielen Gläsern Wein oder Bier pro Woche das entspricht

Eine Einheit wurde mit 8 Gramm reinem Alkohol definiert. 8 Gramm Alkohol stecken in einem kleinen Glas Wein (0,1 l mit ca. 10–11 Vol.-%) oder einem 0,2 l-Glas Bier mit ca. 4,8 Vol.-%. Zehn Einheiten – also der laut Studie kritische Schwellenwert bei Frauen für 10 Prozent mehr Viszeralfett – entsprechen etwa zehn kleinen Gläsern Wein oder Bier. 17 Einheiten, also der Schwellenwert für Männer, entsprechen demnach 17 Gläsern Bier (0,2 l) oder kleinen Weingläsern. Die Studie wurde im „International Journal of Obesity“ veröffentlicht.1

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Weitere Ergebnisse – 17 Prozent mehr viszerales Fett

Männer, die mehr als 17 Einheiten Alkohol pro Woche trinken, hatten im Vergleich zu Männern mit mittlerem Konsum (10 bis 17 Einheiten pro Woche) etwa 11 Prozent mehr inneres Bauchfett. Im Vergleich zu Wenigtrinkern (1 bis 4 Einheiten pro Woche) hatten sie rund 14 Prozent mehr Viszeralfett.

Bei Frauen, die mehr als zehn Einheiten Alkohol pro Woche trinken, war der Unterschied noch deutlicher: Sie hatten etwa 17 Prozent mehr schädliches Bauchfett als Frauen mit mittlerem Alkoholkonsum (fünf bis zehn Einheiten pro Woche).

Kein Effekt bei moderaten Mengen

Bei Männern, die weniger als 17 Einheiten Alkohol pro Woche trinken, gab es keine klaren Unterschiede beim Anteil des schädlichen Bauchfetts. Ob sie wenig oder moderat getrunken hatten, machte in diesem Bereich keinen messbaren Unterschied.

So schnitten die Nichttrinker ab

Die höchsten viszeralen Fettwerte fanden sich also bei starken Trinkern – aber Nichttrinker lagen teilweise über den moderaten Trinkern. Die Studie selbst liefert keine kausale Erklärung, weist aber darauf hin, dass Nichttrinker eine heterogene Gruppe sind, die Personen mit besonderen Lebensstilfaktoren, lebenslange Abstinenzler, ehemalige starke Trinker oder Menschen mit bestehenden Gesundheitsproblemen enthalten kann.

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Taillenumgang bei Frauen unauffällig, obwohl viszerales Fett steigt

Zusätzlich zur Körperfett- und Viszeralfettmessung analysierten die Forscher auch den Taillenumfang. Während sich bei Männern zwischen Alkoholkonsum und Taillenumfang ein signifikanter Zusammenhang zeigte, gab es diesen bei Frauen nicht. Das ist bemerkenswert, weil es den Eindruck erwecken könnte, dass Alkohol bei Frauen das Bauchfett nicht wesentlich beeinflusst. Doch die Messung des viszeralen Fetts zeigte etwas anderes. Das bedeutet: Das metabolisch riskantere, tief im Bauchraum liegende Fett nahm zu. Auch wenn der Taillenumfang das bei Frauen nicht widerspiegelte.

Gut möglich also, dass das Risiko des inneren Bauchfetts bei Frauen grundsätzlich unterschätzt wird. Schließlich wird über den Taillenumfang oder das Taille-Hüft-Verhältnis das gesundheitliche Risiko durch Bauchfett gerne bewertet. Die Forscher formulieren es vorsichtig. Konventionelle körperliche Messgrößen, die spezifisch die Fettverteilung im Bauchbereich erfassen, seien „nicht sensitiv genug, um alkoholbedingte Veränderungen der viszeralen Fettmasse zu erkennen“.

Warum die Ergebnisse relevant sind

Die Ergebnisse legen nahe, dass hoher Alkoholkonsum nicht nur mit mehr Körperfett insgesamt einhergeht, sondern insbesondere mit einem überproportionalen Anstieg des viszeralen Fetts. Das ist medizinisch relevant, weil dieses Fett als besonders stoffwechselaktiv gilt: Es setzt Botenstoffe frei, die Entzündungen fördern und Insulinresistenz begünstigen können – also eine verminderte Wirkung des Hormons Insulin, die langfristig zu Typ-2-Diabetes führen kann. Mehr zu den gesundheitlichen Gefahren des viszeralen Fetts lesen Sie hier.

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Einschränkungen der Studie

Die Studie zeigt eine Korrelation zwischen wöchentlich konsumierter Alkoholmenge und viszeralem Fett, beweist aber natürlich nicht, dass der Alkohol die alleinige Ursache für das Fett ist. Auch basieren die Daten zum Alkoholkonsum auf Fragebögen, bei denen die Teilnehmer ihren Konsum rückblickend schätzen mussten. Solche Auskünfte können ungenau sein. Überdies fehlten den Forschern Informationen zu wichtigen Einflussfaktoren wie dem Bildungsstand, detaillierten Ernährungsgewohnheiten oder der exakten Art der konsumierten alkoholischen Getränke.

Fazit

Die Studie zeigt einen klaren, dosisabhängigen Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und viszeralem Fett. Männer mit mehr als 17 Einheiten pro Woche (etwa 17 Flaschen Bier à 0,33 l) und Frauen mit mehr als zehn Einheiten (etwa sechs Flaschen à 0,33 l) wiesen einen über zehn Prozent höheren Anteil an viszeralem Fett im Vergleich zu niedrigeren Konsumgruppen auf – unabhängig von der gesamten Fettmasse. Da viszerales Fett eng mit Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen verknüpft ist, unterstreichen die Ergebnisse die Bedeutung eines maßvollen Umgangs mit Alkohol. Nicht nur das Gewicht, sondern auch die Fettverteilung spielt für die langfristige Gesundheit eine entscheidende Rolle.

Quellen

  1. Chesters J., Neville M. J., Karpe F. (2026): Greater visceral fat mass accumulation with high alcohol consumption. International Journal of Obesity. ↩︎

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