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Erste Einschätzung

Gehirnerschütterung beim Kleinkind erkennen mit dem KEKS-Test

Hat mein Kind eine Gehirnerschütterung? KEKS-Test hilft Eltern
Das Kind wirkt nach dem Sturz auf den Kopf benommen? Das könnte für eine Gehirnerschütterung sprechen. Foto: Maskot
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Anna Echtermeyer
Redakteurin

22. März 2026, 8:27 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Die Tischkante ist nicht im Sichtfeld, eine Drehung – rums! Kleinkinder stoßen sich oft den Kopf. Doch wie schlimm war der Schlag? Ein einfacher Test hilft Kindern und Eltern bei einer Einschätzung, ob es zu einer Gehirnerschütterung gekommen ist.

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Gehirnerschütterung beim Kind – Symptome

Weil bei Kleinkindern das Bewusstsein für Gefahren noch wenig entwickelt ist, sind Gehirnerschütterungen bei ihnen besonders häufig. Laut der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie e. V. (DGKCH) können sich die Symptome einer Gehirnerschütterung bei Säuglingen und älteren Kindern unterscheiden. Bei Säuglingen seien die Anzeichen oft schwerer zu erkennen. Zu den möglichen Symptomen zählen:

  • Erbrechen
  • übermäßige Müdigkeit
  • und Verhaltensänderungen.

Da Säuglinge nicht in der Lage sind, typische Beschwerden wie Kopfschmerzen zu äußern, ist besondere Vorsicht geboten. Ältere Kinder hingegen zeigen häufiger klare Anzeichen wie Kopfschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen.

Auch interessant: Die Schweregrade bei Schädel-Hirn-Traumata

Hat mein Kind eine Gehirnerschütterung? Der KEKS-Test hilft Eltern

Das Problem ist, dass sich die Kleinen oft noch nicht so gut ausdrücken können und es für Eltern dann nicht leicht ist, die Symptome einer Gehirnerschütterung zu erkennen und einzuordnen. Um den Gesundheitszustand eines Kindes nach einem Stoß gegen den Kopf korrekt einzuschätzen, haben Experten des LMU Klinikums München und der ZNS-Stiftung – Hilfe für Menschen mit Schädel-Hirn-Trauma den sogenannten KEKS-Test entwickelt.1

Der KEKS-Test enthält die wichtigsten Beschwerden, die nach einer Kopfverletzung auf eine Gehirnerschütterung hindeuten können.

Die einzelnen Buchstaben stehen für:

  • K steht für „Kopf“. So sind Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit Anzeichen für eine Gehirnerschütterung.
  • E steht für „Empfindlichkeit“: Schlechte Laune, Gereiztheit sowie Empfindlichkeit gegenüber Licht und Geräuschen sind hier typische Symptome.
  • K steht für „Konzentration“: So sind Vergesslichkeit, ein Gefühl des Benebeltseins und generelle Konzentrationsprobleme Warnzeichen.
  • S steht für „Schlaf“: Müder als sonst – und irgendwie erschöpft? Auch ein verschlechterter Schlaf nach einer Kopfverletzung kann auf eine Gehirnerschütterung zurückzuführen sein. 

Tritt eines oder gleich mehrere der Symptome nach einer Kopfverletzung auf, spricht das für eine Gehirnerschütterung. Dann gilt: zeitnah vom Arzt abklären lassen.

Was tun, wenn man zu Hause bleiben kann?

„Körperliche und geistige Ruhe sind entscheidend, und Aktivitäten wie Bildschirmzeit oder laute, stimulierende Reize sollten vermieden werden. Mindestens 24 bis 48 Stunden Erholung sind notwendig, bevor das Kind wieder normale Aktivitäten aufnimmt“, wird Dr. med. Peter Zimmermann, kinderchirurgischer Oberarzt am Universitätsklinikum Leipzig, auf der Website des Berufsverbands deutscher Chirurgie (BDC) zitiert.2

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Was bei einer Gehirnerschütterung passiert

Das Gehirn sitzt gut geschützt im Schädel und ist umgeben von Flüssigkeit, die es vor leichteren Stößen gegen den Schädelknochen schützt. Kommt es nun aber zu einem härteren, meist dumpfen Schlag gegen den Kopf – etwa durch einen Sturz oder, besonders häufig, bei Kontaktsportarten wie Boxen, Fußball, Football oder Eishockey –, kann das Gehirn dennoch auf den Schädelknochen prallen. Das führt dann zu einer Gehirnerschütterung – der leichtesten und auch mit Abstand häufigsten Form eines Schädel-Hirn-Traumas (genannt Commotio cerebri).

Tipps für Eltern zur Prävention von Gehirnerschütterung

Laut der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendchirurgie e. V. erleiden jedes Jahr etwa 50.000 bis 60.000 Kinder ein Schädel-Hirn-Trauma oder eine Gehirnerschütterung. Die meisten dieser Fälle seien mild. In etwa fünf bis zehn Prozent der Fälle sei eine Behandlung in der Klinik erforderlich.

Wie Eltern präventiv handeln können, um Stürze von Säuglingen und Kindern zu vermeiden, erklärt der Kinderchirurg Peter Zimmermann auf der BDC-Website. In der Wohnung oder im Haus sollten …

  • Schutzgitter an Treppen und Fenstern angebracht werden
  • Möbelkanten gepolstert
  • und Stolperfallen beseitigt werden.

„Babys und Kleinkinder sollten nie unbeaufsichtigt auf erhöhten Flächen wie Wickeltischen oder Betten gelassen werden. Im Freien ist das Tragen eines Helms bei Aktivitäten wie Radfahren oder Skateboarden unerlässlich. Auch auf Spielplätzen sollten Eltern auf sichere Spielgeräte und die Einhaltung von Spielregeln achten“, wird Zimmermann zitiert. Die Verwendung altersgerechter Kindersitze im Auto sei ebenfalls ein wichtiger Schutzmechanismus.

Quellen

  1. ZNS-Stiftung – Schuetzedeinenkopf.de: Der K.E.K.S.-Test. Ein neues Instrument zur Erkennung von Gehirnerschütterungen. (aufgerufen am 11.03.2026) ↩︎
  2. Berufsverband der Deutschen Chirurgie e.V. (BDC): Tipps für Eltern zur Prävention von Gehirnerschütterung und Versorgung bei betroffenen Kindern und Jugendlichen. (2024, aufgerufen am 11.03.2026)  ↩︎

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