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Gynäkologin im Gespräch

Orgasmus-Probleme bei Frauen? Daran kann es liegen!

Sexuelle Gesundheit gehört zur allgemeinen Gesundheit. Eine Expertin erklärt woran es liegen kann, warum man nicht zum Orgasmus kommt.
Kein Orgasmus bei Sex und Masturbation? Eine Frauenärztin erklärt, woran es liegen kann, wenn der Höhepunkt ausbleibt. Foto: Getty Images
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Sylvia Petersen

24. Februar 2025, 17:41 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Die schönste Sache der Welt kann schnell zur Belastung werden – für einen selbst und auch für die Beziehung. Wenn der Orgasmus ausbleibt, bleibt oft auch die Leichtigkeit auf der Strecke. In einer selbst durchgeführten Umfrage gaben 2022 ganze 32,5 Prozent der befragten Frauen zwischen 18 und 69 Jahren an, dass sie beim Sex keinen oder nur selten einen Orgasmus erleben. Und manchmal klappt es nicht mal, wenn man selbst Hand anlegt. Woran das liegen kann, erklärt eine Ärztin.

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Sexuelle Gesundheit ist Teil der allgemeinen Gesundheit

Sexuelle Gesundheit gehört genauso zur allgemeinen Gesundheit wie Herz, Lunge oder Psyche – sie ist ein wesentlicher Baustein des körperlichen und psychischen Wohlbefindens. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschreibt sexuelle Gesundheit als einen Zustand, in dem sich Menschen in ihrer Sexualität körperlich, emotional und sozial wohlfühlen.1 Eine stabile sexuelle Gesundheit geht mit einem besseren allgemeinen Gesundheitszustand, einer höheren Lebenszufriedenheit und einem gestärkten Selbstwertgefühl einher.2 Umgekehrt können sexuelle Funktionsstörungen oder unzureichend adressierte Probleme in diesem Bereich nicht nur die Lebensqualität beeinträchtigen, sondern auch mit chronischem Stress, depressiven Symptomen und einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden sein.3

Kein Orgasmus? Mögliche körperliche Ursachen

Um einen Orgasmus haben zu können, braucht es ein zentrales Organ: die Klitoris. Ohne Klitoris, kein Orgasmus. „Es kommt äußerst selten vor, dass die Klitoris fehlangelegt oder gar nicht vorhanden ist“, erklärt Dr. med. Mandy Mangler, Chefärztin für Gynäkologie und Geburtsmedizin am Berliner Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum. Daher sind es meistens auch keine körperlichen Gründe, die hinter Orgasmus-Problemen stecken. Einzig nach Operationen an der Vulva, beispielsweise wegen Krebs, kann es zu Beeinträchtigungen kommen. Die Klitoris und das umliegende Gewebe bilden ein hochkomplexes, empfindliches Nervengeflecht. „Auch nach Vulvalippenkorrekturen kann es passieren, dass die Sensitivität der Vulva leidet und das schöne Gefühl flöten geht“, warnt Mangler.  

Medikamentöse Ursachen

Manchmal lohnt es sich, den Beipackzettel genauer zu studieren. „Es gibt bestimmte Medikamente, die sich negativ auf die Libido auswirken“, berichtet Dr. med. Mandy Mangler. „Und wenn die Lust eingeschränkt ist, kann das auch zu Problemen mit dem Orgasmus führen.“ Was zuvor mühelos funktionierte, kann unter dem Einfluss bestimmter Medikamente plötzlich deutlich erschwert sein. Bei Antidepressiva treten diese Nebenwirkungen besonders häufig auf. Das bedeutet, sich Zeit zu nehmen, verschiedene Reize auszuprobieren und bewusst zu erspüren, welche Berührungen angenehm sind.

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Mangelnde Aufklärung

Dass es mit dem Orgasmus nicht klappt, kann auch damit zu tun haben, wie man aufgewachsen ist und seine eigene Sexualität wahrnimmt. „Es gibt viele Frauen, die nicht wissen, wie sie sich selbst zum Orgasmus bringen können“, sagt Dr. med. Mandy Mangler. „Sexualität und Aufklärung orientiert sich nach wie vor stark am Mann. Frauen wissen oft besser, wie sie einen Penis stimulieren müssen als sich selbst.“ Der erste Schritt auf dem Weg zum Orgasmus ist also, sich selbst und seinen Körper besser kennenzulernen.

Orgasmus-Probleme wegen einseitigem Sex

Einige Frauen kommen leicht, wenn sie sich selbst befriedigen, aber beim Sex will es dann einfach nicht klappen. „Wenn unter Sex nur Penetration verstanden wird, kann das schwere Folgen haben“, warnt Mangler. „Denn wer dabei nie zum Orgasmus kommt, kann eine regelrechte innere Abwehr gegen die Penetration entwickeln. Sie bringt der Frau ja schließlich nichts.“ Die Gynäkologin rät, Sex weiter zu fassen. Man kann sich unter anderem gegenseitig stimulieren oder erlaubt dem Partner, dabei zuzusehen, wie man sich selbst stimuliert. So baut man auch mögliche Hemmungen ab („Was denkt er wohl über mich? Sehe ich auch gut dabei aus?“).

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Psychische Gründe

Angst spielt eine große Rolle, wenn es mit dem Orgasmus nicht klappt. Viele Frauen scheuen sich davor, die Kontrolle zu verlieren und sich ganz hinzugeben. Andere fühlen sich nackt und nicht wohl in ihrer Haut. Dieser Drang nach Perfektion zeigt sich häufig nicht nur in der Sexualität, sondern auch in anderen Lebensbereichen. Ist der Leidensdruck groß, kann eine Therapie dabei helfen, mehr Body Positivity und Wohlwollen sich selbst gegenüber zu entwickeln.

Fehlende Kommunikation

Und noch ein Rat zum Schluss: Reden, reden, reden! Manchmal hilft es schon, sich mit der besten Freundin auszutauschen und sich Tipps zu holen. Auch in einer Partnerschaft ist Kommunikation das A und O. Während die männlichen Geschlechtsorgane vergleichsweise unkompliziert zu stimulieren sind, stellt die Vulva für viele Männer nach wie vor ein Mysterium dar.

Quellen

  1. World Health Organization. Sexual Health. (aufgerufen am 12.08.2025) ↩︎
  2. Brody, S., et al. (2010). The Relative Health Benefits of Different Sexual Activities. Oxford Academic. ↩︎
  3. Nascimento, E. R., Maia, A. C. O., Pereira, V., et al. (2013). Sexual dysfunction and cardiovascular diseases: a systematic review of prevalence. ScienceDirect. ↩︎

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