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Darum sollten Frauen nur im Sitzen urinieren

Im Sitzen urinieren: Frau hockt im Gebüsch
Es gibt die Momente, in denen es einfach anders nicht geht – und Frau in der Hocke pinkeln muss Foto: Getty Images
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Rebecca Stringa

20. August 2025, 21:06 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Im Sommer kommt es häufiger vor als im Winter – sei es auf Festivals oder öffentlichen Toiletten. Die Rede ist vom Pinkeln im Stehen. Dabei soll das für uns Frauen alles andere als gesund sein. Eine Frauenärztin erklärt, warum Frauen besser im Sitzen urinieren sollten.

Dr. Heidi Gößlinghoff
Mit fachlicher Beratung von Frauenärztin und Online-Begleitung für Frauen und Paare mit unerfülltem Kinderwunsch

Darum ist es ungesund für Frauen, im Stehen zu pinkeln

Unsere Expertin, Gynäkolgin Dr. Heidi Gösslinghoff, rät Frauen ab, im Stehen zu urinieren. „Stellen Sie sich vor, Sie hätten eine saubere, luxuriöse Toilette, auf der Sie sitzen können. Als Alternative gibt es eine genauso saubere Stehtoilette. Was würden Sie wählen? Ich wette, die meisten von uns wählen die Variante des Sitzens. Entspannt auf der Toilette sitzen und der Natur ihren freien Lauf lassen, ohne Verrenkungen und angespannten Oberschenkeln.“

Und genau das ist der Grund, warum es besser ist, im Sitzen zu urinieren: „Die Beckenbodenmuskulatur entspannt und die Blase kann sich vollständig entleeren. Wenn Sie im Stehen urinieren, bleibt immer etwas Restharn in der Blase.“

Entstehen Risiken beim Urinieren im Stehen?

Überwiegend ist es harmlos, wenn etwas Urin in der Harnblase bleibt. Passiert das aber ständig, können sich Keime in der Blase vermehren und zu einer Blasenentzündung führen. „Gerade, wenn man für Infektionen der Harnwege anfällig ist, kann das schneller und häufiger in Harnwegsentzündungen enden“, so die Expertin.

Bleiben diese unbemerkt, können die Erreger sich ihren Weg in die Niere bahnen und zu einer Nierenbeckenentzündung führen. Hohes Fieber und Schmerzen im Nierenlager sind die Symptome. Eine Nierenbeckenentzündung muss konsequent behandelt werden, sonst können die Nieren Schaden nehmen. Das ist aber ein selteneres, wenn auch nicht unmögliches Ereignis.

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Außerdem gilt es, einen weiteren Hygienemythos zu entkräften: Auf öffentlichen Toiletten holt man sich äußerst selten eine Geschlechtskrankheit. Zwar lassen sich auf Klobrillen Keime nachweisen, doch die Chance, sich dort tatsächlich zu infizieren, ist laut aktuellem STI-Report vom Online-Arzt Zava sehr gering.1 Dazu müssten sich nicht nur extrem viele Erreger auf der Klobrille befinden, diese müssten auch in den Intimbereich gelangen. Zudem überleben Keime nicht lange auf Klobrillen. Trauen Sie sich also auch ruhig, in öffentlichen Toiletten, im Sitzen zu urinieren. Auf Dauer wird es Ihnen Ihre Gesundheit danken,

Auch interessant: Können kalte Füße eine Blasenentzündung verursachen?

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Gesunde Alternativen

Die erste ist ganz banal: Auch wenn man noch nicht muss, die Blase zu Hause vorher entleeren. Des Weiteren findet man im Internet viele Urinierhilfen für Frauen, die sich nicht ewig anstellen oder auf unsaubere Toilettenbrillen setzen möchten. Bei Gebrauch dieser Hilfsmittel kann Pinkeln im Stehen die hygienischere Alternative sein. Auch beim Waldspaziergang sind sie eine gute Hilfe.

Ebenso kann der Verzicht auf Alkohol hilfreich sein, denn wer Alkohol trinkt, muss häufiger den Weg zum stillen Örtchen antreten. Zu guter Letzt, aber dies bitte nur, wenn nichts anderes geht, „können Sie durch eine sparsame Flüssigkeitszufuhr die Blasenfüllung regulieren“.

Darum sollten Sie nicht in die Dusche urinieren

Und auch, wenn wir es alle manchmal tun (seien Sie ehrlich!) ist das Pinkeln in der Dusche aus mehreren Gründen keine empfehlenswerte Praxis.

Zunächst einmal enthält Urin Bakterien und Mikroorganismen, die potenziell gesundheitsschädlich sein können. Abgesehen von der möglichen Gesundheitsgefahr, kann das regelmäßige Pinkeln in die Dusche auch zu unangenehmen Gerüchen führen. Urin hat einen charakteristischen Geruch, der sich im Laufe der Zeit verstärken kann, wenn er sich in der Dusche ansammelt. Es besteht auch die Gefahr von Verstopfungen in den Abflussrohren. Urin kann sich mit Seifenrückständen und Haaren vermischen und so die Entwässerung beeinträchtigen. Dies kann letztendlich zu teuren Reparaturen führen.

Quellen

  1. ZAVA. Geschlechtskrankheiten: Die unsichtbare Epidemie unserer Zeit (aufgerufen am 19.8.2025) ↩︎

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