23. August 2025, 8:49 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Warme Luft umspielt die Zehen: Für viele steht kein Schuh so sehr für den Sommer wie der Flip-Flop. Dabei kann der aus mehreren Gründen für unsere Füße ein Problem werden. Ein Orthopäde hat der „dpa“ erklärt, warum und für wen Flip-Flops schädlich sein können.
Flip-Flops bringen für so manchen Urlaubs-Feeling in den Alltag. Im Sommer regelrecht in den Schlappen zu leben, ist aber nicht unbedingt eine gute Idee. Zumindest dann nicht, wenn – wie bei vielen – eine Fußfehlstellung vorliegt.
Schneller Check, ob man eine Fußfehlstellung hat
Für einen ersten Check, ob das der Fall ist, kann man sich mit nassen Füßen auf ein Handtuch stellen. „Ist der Abdruck total breit auf dem Handtuch zu sehen, besteht ein Fußproblem“, sagt der Orthopäde und Buchautor Michael Lehnert („Haltung gut, alles gut“). Dazu zählt z. B. der Spreizfuß, bei dem das Fußquergewölbe absinkt und die Mittelfußknochen auseinanderweichen – der vordere Teil des Fußes wird breiter.
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Darum sind Flip-Flops bei Fußfehlstellung schädlich
Wer dann viel in Flip-Flops unterwegs ist, muss damit rechnen, dass sich die Fußfehlstellung verschlimmert. Schließlich haben die Schlappen keine Begrenzung an den Seiten – das lädt den Fuß dazu ein, noch breiter zu werden.
Die Belastung verschiebt sich dabei auf Dauer immer mehr „auf Bereiche der Fußsohle, die dafür nicht geeignet sind“, so Michael Lehnert. Die Folgen können Schmerzen und Nervenreizungen sein, bis hin zu tauben Zehen. Auch ein Hallux Valgus, ein sogenannter Ballenzeh, wird dadurch begünstigt.
Aus orthopädischer Sicht haben Flipflops zwei weitere Nachteile:
- Viele von ihnen haben nur eine platte, dünne Sohle, also kein Fußbett, das den Fuß entlastet und seine Muskulatur stärkt.
- Und: „Um die Flipflops beim Gehen nicht zu verlieren, muss man mit den Zehen ein bisschen krallen“, sagt Michael Lehnert. Die Zehen verkrampfen sich dadurch – auch das kann auf Dauer für Schmerzen sorgen.
Was Flip-Flop-Fans tun können
Optimal sind Flip-Flops zwar nicht für den Fuß, verteufeln möchte der Orthopäde die Schlappen aber nicht. Er rät jedoch, sie dosiert zu tragen, also „nicht acht oder zehn Stunden am Tag“. Wer sich – etwa für einen anstehenden Urlaub – ein neues Paar zugelegt hat, läuft es am besten erst einmal für eine Stunde zu Hause ein.
Was den Füßen außerdem – nicht nur in der Flip-Flop-Saison – guttut, sind regelmäßige Gymnastikeinheiten. Ein Vorschlag des Buchautors und Orthopäden: ein Handtuch auf den Boden legen, das man mit den Zehen an sich heranzieht. Diese Übung trainiere die vielen kleinen Muskeln im Fuß und zahle somit auf seine Stabilität ein.
Was laut Lehnert ebenfalls wohltuend für die kleinen Muskeln im Fuß ist: „ein bisschen mehr barfuß laufen, zu Hause, aber auch draußen, zum Beispiel im Sand“.
Mit Material von dpa