13. Januar 2026, 11:01 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Bewegung prägt den Alltag vieler Menschen oft beiläufig und ohne sportlichen Anspruch. Gerade diese unscheinbaren Aktivitäten rücken zunehmend in den Fokus der Forschung. Eine Studie widmet sich der Frage, welche Rolle Alltagsbewegung für das Sterberisiko spielt und wie kontinuierliche körperliche Aktivität jenseits von Trainingseinheiten langfristig mit Gesundheit und Lebensdauer verknüpft ist.
Was wurde untersucht? Eine große Langzeitstudie mit fast 70.000 Erwachsenen zwischen 43 und 78 Jahren hat untersucht, wie sich leichte körperliche Aktivität im Alltag auf die Gesundheit auswirkt.1 Erfasst wurden einfache Bewegungen wie Hausarbeit und Stehen sowie gemächliches Spazierengehen. Die Aktivität wurde objektiv gemessen: Alle Teilnehmer trugen sieben Tage lang ein spezielles Bewegungsmessgerät am Handgelenk. Ziel der Studie war es, herauszufinden, ab welcher täglichen Bewegungsdauer gesundheitliche Vorteile messbar sind – und wie viel Bewegung den größten Effekt bringt.
Für Krebs gilt: Je mehr Bewegung, desto besser
Ergebnisse: Die Daten zeigen: Schon ein wenig mehr Bewegung im Alltag kann einen großen Unterschied machen. Wer sich leicht, aber regelmäßig bewegt, hat eine deutlich geringere Wahrscheinlichkeit, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs oder generell frühzeitig zu sterben. Im Einzelnen ergaben sich folgende Zusammenhänge:
- Ab etwa 3,6 Stunden Bewegung pro Tag war die Wahrscheinlichkeit für einen frühen Tod um 19 Prozent niedriger als bei Menschen mit sehr wenig Aktivität (etwa 2,7 Stunden täglich).
- Am stärksten war der Effekt bei 5,7 Stunden pro Tag. In dieser Gruppe lag die Sterbewahrscheinlichkeit sogar 37 Prozent unter der Vergleichsgruppe.
- Bei Todesfällen durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen sank die Wahrscheinlichkeit um 18 Prozent ab rund 3,7 Stunden pro Tag und um 37 Prozent bei 6,1 Stunden täglich.
- Für krebsbedingte Todesfälle war sie um 14 Prozent niedriger ab 3,6 Stunden Bewegung täglich und um 27 Prozent bei 5,8 Stunden.
- Auch die Häufigkeit neuer Erkrankungen nahm ab: Herz-Kreislauf-Erkrankungen traten ab 3,9 Stunden täglich um 6 Prozent seltener auf; Krebserkrankungen waren ab 4,4 Stunden täglicher Bewegung um 6 Prozent seltener.
Der größte Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen wurde bei etwa sieben Stunden leichter Bewegung täglich beobachtet. Für Krebserkrankungen ließ sich keine Obergrenze des Nutzens feststellen. Hier galt: Je mehr Bewegung, desto besser.
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Bedeutung: Die Studie zeigt eindrucksvoll, dass bereits einfache Alltagsbewegungen die Gesundheit spürbar verbessern können. Wer regelmäßig zu Fuß geht, sich bei der Hausarbeit bewegt oder öfter steht statt zu sitzen, kann seine Lebenserwartung steigern. Besonders profitieren ältere Menschen, Personen mit chronischen Erkrankungen und all jene, die keine intensiven Sporteinheiten absolvieren können. Diese Erkenntnisse füllen eine Lücke in den Empfehlungen und liefern wertvolle quantitative Hinweise für künftige Bewegungsempfehlungen. Denn Aktivitäten mit geringer Intensität erweisen sich als wirksam und sind gut in den Alltag integrierbar. Besonders deutlich zeigte sich der Nutzen bei Menschen, die zusätzlich nur wenig Zeit für intensiveren Sport aufbringen.
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