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Badeunfälle vermeiden

Acht Tipps fürs Schwimmen in See und Meer

Eine Frau macht einen Kopfsprung in einen See
Kopfüber ins kühle Nass: Wer ein paar Regeln beherzigt, kann die Gefahr von Badeunfällen deutlich senken.Foto: Getty Images

Das Baden im See, Fluss oder im Meer bringt an heißen Sommertagen nicht nur viel Erfrischung, sondern auch besondere Erholung. Das sollte Schwimmer aber nicht zu Leichtsinn verleiten. Denn natürliche Gewässer haben oft ihre Tücken.

Mitten in der Natur schwimmen – Kühle, Geräusche und Licht genießen. Ein Tag am See fühlt sich oft wie Urlaub an. Man entflieht dem Trubel im Freibad und entkommt gleichzeitig dem Chlor, das die Schleimhäute angreift. Das Baden in natürlichen Gewässern birgt jedoch auch Risiken. Wellengang, tieferes Wasser, Strömungen und die direkte Sonneneinstrahlung können einem leicht zu schaffen machen. Wer sich an die folgenden Tipps fürs Schwimmen in See, Fluss oder Meer hält, trägt einiges dazu bei, tragische Badeunfälle zu vermeiden.

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Acht Tipps fürs Schwimmen in See, Fluss oder Meer

1. Fachleute fragen

„Wer vorhat in einem See zu schwimmen, sollte sich im Vorfeld bei der DLRG (Deutsche Lebensrettungsgesellschaft), der Wasserwacht und auf regionalen Webseiten erkundigen. An Seen sind die zugelassenen Badestellen mit Hinweisschildern gekennzeichnet“, erklärt der Schwimmtrainer und sechsfache Deutscher Meister Toni Embacher im Gespräch mit FITBOOK.

2. Badeverbote unbedingt beachten

Badeverbote sollten auf keinen Fall missachtet werden. Gefahren etwa durch Strömungen, die selbst gute Schwimmer kilometerweit abtreiben können, oder durch Schifffahrt, werden für Schwimmer schnell zur tödlichen Gefahr. Auch halten sich Badende am besten von besonders bewachsenen und sumpfigen Uferzonen fern, an denen man leicht im Untergrund einsinken kann. Felsen im Wasser, an denen sich versteckte Strömungen befinden, sollten weit umschwommen werden. Darüber hinaus sind Flora und Fauna in Natur- und Wasserschutzgebieten nicht zu beeinträchtigen. Hier gilt ebenfalls ein ausdrückliches Badeverbot.

Embacher ergänzt: „Um ‚Ruhe zu haben‘ ziehen es aber viele Menschen vor, an abgelegenen Stellen zu baden. Davon rate ich der Gesundheit zuliebe und zum Schutz der Natur und Unterwasserwelt dringend ab. Sollte es Gründe geben, die den Einstieg an einer wilden Wasserstelle doch erforderlich machen, dann sollte auf einen seichten und flachen Einstieg geachtet werden. Denn: Wo es steil ins Wasser geht, besteht das Risiko, dass der Boots- und Schiffsverkehr nahe des Ufers vorbeiführt. Das stellt für jeden Schwimmer – egal ob geübt oder ungeübt – eine erhebliche Gefahr dar. Und: Wo es steil reingeht, geht es auch steil wieder heraus. Und das kann sich als kräftezehrende Aufgabe erweisen.“

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3. Nie alleine ins Wasser

Wer in einem natürlichen Gewässer baden geht, sollte immer jemanden mitnehmen, der im schlimmsten Fall den Notruf absetzen kann oder direkt helfen kann, wenn man sich beispielsweise verschluckt oder einen Krampf bekommt.

4. Sich nicht überschätzen

Man darf sich niemals selbst überschätzen und zu weit rausschwimmen, sondern sollte immer in Ufernähe bleiben. Der Rückweg ist meist länger als gedacht. In See, Fluss oder Meer gibt es keine Kacheln am Boden, an denen man sich orientieren kann und auch keine Wand, an der man sich jederzeit festhalten kann.

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5. Vorsicht beim Springen

Niemals in unbekannte Gewässer springen: Kopfsprünge im Ufer- und Flachwasserbereich können lebensgefährlich sein oder bleibende Schäden nach sich ziehen.

6. Mittagshitze beim Schwimmen in See und Meer meiden

Das Schwimmen während der Mittagshitze ist zu vermeiden. Andernfalls können leicht Kreislaufprobleme auftreten.

Bei unseren Kollegen von TRAVELBOOK finden Sie die 25 schönsten Badeseen in Deutschland – mit Karte. Schauen Sie doch mal rein!

7. Badekappe tragen

Tragen Sie beim Schwimmen in See, Fluss oder Meer eine signalfarbene Badekappe, um Boote auf sie aufmerksam zu machen.

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8. Bei Gewitter ins Auto

Bei Gewitter ist sofort das Gewässer zu verlassen. Im Auto ist man dann am Sichersten.

Ertrinkende erkennen

Nicht nur beim Schwimmen in See und Meer gilt: Ertrinkende sind nicht an wilden Hilfeschreien zu erkennen, sondern nur durch aufmerksame Beobachtung. Denn: Wer wirklich in Not ist, der ist zu Lautäußerungen gar nicht mehr in der Lage. Darauf weist die DLRG hin. „Geraten Kinder in Not, kippen sie in der Regel nach vorne unter Wasser. Dann sieht man höchstens noch den Hinterkopf“, erklärt DLRG-Experte Achim Wiese. „Erwachsene kippen eher nach hinten, hier ragt eher die Nase aus dem Wasser.“

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Nur erfahrene Beobachter sollten bei Erwachsenen eingreifen

Wer eine Person in Notlage entdeckt, sollte sofort den Notruf 112 verständigen. Selber einen Rettungsversuch zu starten, ist eine heikle Angelegenheit. Wiese empfiehlt das bei Erwachsenen in Not nur, wenn derjenige fachliches Wissen besitzt – also sowohl das Gewässer als auch das Gewicht der Person in Not einschätzen kann und mit Rettungsvorgängen vertraut ist.

Ansonsten besteht die Gefahr, dass der Ertrinkende sich an den Retter klammert und beide in Not geraten, weil dieser sich nicht aus dem Klammergriff befreien kann. Lieber sollten sich Ersthelfer nach einem Rettungsring oder großen Stück Holz umsehen, an dem sich der Ertrinkende festhalten kann.

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Rettung von Kindern auch für Unerfahrene möglich

Anders ist das bei kleinen Kindern. „Hier können auch ungeübte Retter einen Einsatz riskieren“, so Wiese. Vorausgesetzt es handelt sich um ein ruhiges Gewässer, also zum Beispiel einen Badesee oder ein Schwimmbecken.

Das Gewässer ist überhaupt ein wichtiges Kriterium – neben dem Wissen um fachgerechte Rettung. „Ich würde niemandem, auch nicht dem geübtesten Retter, empfehlen, spontan in den Rhein zu springen“, mahnt Wiese. Bei Gewässern mit starker Strömung sei es aber ratsam, am Ufer mitzulaufen, sodass die herbeigerufenen Einsatzkräfte sofort wissen, wo sich der Ertrinkende aufhält. Auch wenn ein Beobachter sich dazu entscheidet, selbst einzugreifen, sollte vorab unbedingt der Notruf abgesetzt werden. Denn in jedem Fall ist anschließend ein Notarzt erforderlich.