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Genial!

Muskeln haben ein Gedächtnis – und DAS bedeutet es für Ihr Training

Mann beim Hanteltraining
Nach einer längeren Trainingspause soll die „Muscle Memory“ einen einfachen Wiedereinstieg ermöglichen
Foto: Getty Images

Wer schon einmal gut in Form war und dann eine Weile pausiert hat, der kommt beim nächsten Fitness-Anlauf einfacher zurück ins Training – so die Bedeutung des Begriffs „Muscle Memory“ (z.Dt. „Muskelgedächtnis“). FITBOOK hat mit einem Experten darüber gesprochen, was da im Körper eigentlich passiert.

Muskeln, die man eine Weile nicht gefordert hat, bauen bekanntlich schnell wieder ab. Die gute Nachricht: Ähnlich flink können sie wieder aufgebaut werden, ist die Trainingspause erst mal überwunden. Dieser Effekt, „Muscle Memory“ genannt, ist Fitnessfreaks und Sportwissenschaftlern schon länger ein Begriff. Was aber die Erklärung dafür anbetrifft, gibt es unterschiedliche Theorien.

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Junge Frau beim Bodyweighttraining

Auch wenn Sie nach einer intensiven Trainingsphasen länger pausieren müssen: Der Körper merkt sich alles und bringt die Fitness von damals schnell zurück
Foto: Getty Images

WIE können Muskeln sich „erinnern“?

Wissenschaftler der britischen Universität in Keele sind der physiologischen Erklärung für die „Muscle Memory“ auf den Grund gegangen. Genauer gesagt: Sie haben im Rahmen ihrer Untersuchung bei acht männlichen Probanden die Wachstumsprozesse in den Muskeln kontrolliert, ihre Kraftentwicklung gemessen und auch Gewebsproben genommen. Die Studie (veröffentlicht im Fachmagazin „Nature.com“) lief über einen Zeitraum von insgesamt 21 Wochen.

Nach Abgleich aller Daten erkannten die Forscher, dass die Muskelerinnerung „epigenetische Veränderung der Erbsubstanz“ bewirkt hatte. Was das genau bedeutet, wollten wir von einem Experten wissen.

Fitnessprof glaubt an DNA-Veränderung

FITBOOK hat bei Prof. Dr. Stephan Geisler, Professor für Fitness und Gesundheit an der IST-Hochschule in Düsseldorf und Dozent für Olympisches Gewichtheben an der Deutschen Sporthochschule Köln, nachgefragt.

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Mann greift nach Hanteln

Selbst, wer durch Veranlagung schwerer Muskeln aufbaut, soll von der „Muscle Memory“ profitieren können

„Muscle Memory“ verändert das Muskelinnere

„Eine weitere Erklärung für den ‚Muscle-Memory‘-Effekt geht über die Nukleotide im Muskel“, sagt uns der Fitnessprofessor, also über die Zellkerne. Er bezieht sich dabei auf eine Studie aus Norwegen, der zufolge sich die Zellkerne im Muskeln vermehren lassen, wenn man schon viel und lange Krafttraining gemacht hat. Und logisch: Je mehr Zellkerne im Muskeln vorhanden sind und auf die Trainingsreize reagieren könnten, desto mehr Muskelwachstum.

Der Experte hält eine Kombination aus allen drei Erklärungsansätzen für realistisch.

Fazit:

Ob man bald pausieren muss oder nicht: Mit dem Training anzufangen lohnt sich auf jeden Fall – der Muskel erinnert sich an alles und verhilft schnell wieder zur alten Form. Da bekommt Gedächtnistraining eine völlig neue Bedeutung…