6. Juli 2026, 19:54 Uhr | Lesezeit: 14 Minuten
Mit seinen Videos aus China erreicht Sacha Wenk (26) Millionen Menschen in den sozialen Medien. Der Schweizer verbrachte Jahre in chinesischen Kung-Fu-Schulen, trainiert bis heute mit Shaolin-Meistern und gibt sein Wissen inzwischen in eigenen Camps weiter. Im Gespräch mit Julia Freiberger und Nuno Alves von FITBOOK sprach Sacha Wenk über die Bedeutung von Qi, die Härte chinesischer Kung-Fu-Schulen, den Umgang mit Schmerz, mentale Stärke und die wichtigste Lektion seines Lebens.
Mehr über seine Zeit in chinesischen Kung-Fu-Schulen und die Lehren, die ihn bis heute prägen, beschreibt Sacha Wenk in seinem Buch.
Der ungewöhnliche Weg zum Kung-Fu-Star
FITBOOK: Mit Videos, die dich beim Kung-Fu zeigen, erreichst du mittlerweile Millionen Menschen. Nun hast du dein erstes Buch veröffentlicht. War es schon immer dein Plan, von Kung-Fu zu leben?
Sacha Wenk: „Als ich diesen Weg gegangen bin, war ich noch ziemlich jung. Damals habe ich mir nie die Frage gestellt, wie ich damit meinen Lebensunterhalt verdienen könnte. Ich bin einfach aus persönlichem Interesse nach China gegangen, weil ich so viel wie möglich über mich selbst, über Kung-Fu und über die Kultur lernen wollte. Irgendwann musste ich jedoch mehr Verantwortung für mein Leben übernehmen. Es ist schön, Liegestütze auf der Wiese zu machen und seiner Leidenschaft nachzugehen. Aber irgendwann stellt sich die Frage: Was mache ich jetzt daraus? Ich liebe das, was ich tue, aber ich verdiene kein Geld damit. Deswegen habe ich angefangen, Videos auf Instagram zu posten. Das war mein Weg, die Leidenschaft mit einem Beruf zu verbinden.“
Warum sich seine Erfahrungen von denen chinesischer Kinder unterscheiden
Im Gegensatz zu vielen chinesischen Kindern bist du freiwillig in eine Kung-Fu-Schule gegangen.
„Viele kommen mit sechs, sieben oder acht Jahren in die Schule. Man muss sich das vorstellen: Ein sechs- oder siebenjähriges Kind steht jeden Tag um 4.30 Uhr auf, trainiert acht Stunden und sieht seine Eltern kaum. Das ist sehr hart. Bei mir war die Situation komplett anders. Ich war deutlich älter und habe mich bewusst dafür entschieden. Wenn ich mich mit den jüngeren Schülern vergleiche, hatte ich andere Werkzeuge und einen anderen Blick auf das Leben. Deshalb lassen sich diese Situationen eigentlich nicht miteinander vergleichen. Das Schöne am Kung-Fu ist aber, dass es sich immer an die jeweilige Person anpasst. Mit 17 hatte ich sehr viele Fragen, und das Kung-Fu hat mir auf viele davon Antworten gegeben.“
Welche Fragen waren das?
„Es waren vor allem spirituelle Fragen. Ich habe mich viel damit beschäftigt, wer ich eigentlich bin und was meine Aufgabe als Mensch in diesem Leben sein könnte. Ich weiß nicht, wie oft man über solche Dinge spricht, aber ich habe mich einfach gefragt, wer ich als Person bin. Durch die Zeit, die ich mit mir selbst verbracht habe, konnte ich stärker nach innen schauen und mehr über mich lernen. Das hat mir unglaublich viel gegeben.“
Die Bedeutung von Qi
In deinem Buch geht es auch viel um Qi. Was genau ist das?
„Für mich bedeutet Qi ein Gefühl von innerem Wohlbefinden und Lebensfreude, die als Energie durch den Körper fließt. In der traditionellen chinesischen Medizin geht man davon aus, dass Stress und Probleme Blockaden verursachen können. Wenn man dieses Qi wieder in Bewegung bringt und in diesen Flow kommt, kann die Energie besser durch den Körper fließen und die Heilung von Verletzungen und Krankheiten unterstützen.“
Würdest du dich als gläubig bezeichnen?
„Vielleicht nicht in Bezug auf eine einzige Religion. Ich höre mir viele verschiedene Dinge an und nehme mir aus unterschiedlichen Richtungen das mit, was mir gefällt. Das kombiniere ich dann für mich.“
Auch interessant: Kung-Fu – was sich hinter der Kampfkunst verbirgt und für wen sie geeignet ist
»Ich glaube, dass wir alle unglaublich viel Potenzial haben
In deinem Leben bist du mit deiner Familie viel herumgekommen und bist schließlich auch wieder in Deutschland gelandet. Da warst du etwa 10 und musstest mit einigen Herausforderungen kämpfen. Woran lag das?
„Ich hatte echte Schwierigkeiten. Mir wurden von Lehrern oder älteren Menschen oft bestimmte Dinge zugeschrieben. Man wird schnell in eine Schublade gesteckt. Es heißt dann: Du bist so oder so, und du kannst das und das nicht. Dabei glaube ich, dass wir alle unglaublich viel Potenzial haben. Gerade als junger Mensch steckt so viel in einem. Meiner Meinung nach wird dieses Potenzial nicht immer ausreichend gefördert. “
Ist es das, was du am deutschen Schulsystem bemängelst?
„Was mich aber gestört hat, war die frühe Bewertung. Man wird sehr früh benotet, und schnell geht es darum, auf welche Schule man später kommt und in welche Richtung man eingeordnet wird. Dabei befindet man sich als Kind noch mitten in der Entwicklung. Man stellt sich in diesem Alter noch gar nicht solche Fragen. Trotzdem wird man früh kategorisiert. Das erzeugt Druck. Und dann kommt hinzu, wie manche Lehrer damit umgehen.“
Was meinst du damit?
„Jeder Schüler ist anders, jeder hat andere Stärken. Ich hätte mir Lehrer gewünscht, die das erkennen und entsprechend fördern, statt einfach nur ihren Unterricht durchzuziehen. Schule ist wichtig, aber sie ist nicht alles. Es gibt viele Wege im Leben. Und ich glaube, es wäre wertvoll, Kindern das stärker zu vermitteln.“
„Ich habe diese Stresskugel wie einen Kompass benutzt.“
In dieser Phase hast du auch körperliche Symptome entwickelt. Im Buch beschreibst du, dass du eine Art Stresskugel in dir gespürt hast.
„Als ich 15 oder 16 Jahre alt war, habe ich mir sehr viele Fragen gestellt. Was ist meine Aufgabe? Was möchte ich mit meinem Leben machen? Ich saß oft zu Hause auf dem Sofa, habe einfach ins Leere geschaut und nachgedacht. In dieser Zeit habe ich viele spirituelle Bücher gelesen und mich mit solchen Themen beschäftigt. Mitten in dieser Phase habe ich plötzlich diese Stresskugel im Bauch gespürt. Anfangs konnte ich damit überhaupt nicht umgehen. Mit der Zeit habe ich diese Stresskugel wie einen Kompass benutzt. Immer wenn ich etwas gemacht habe, das nicht in meine Richtung ging, wurden die Bauchschmerzen stärker. Wenn ich hingegen Dinge gemacht habe, die wirklich zu mir passten – zum Beispiel Sport –, habe ich mich freier gefühlt.“
Viele Menschen fühlen sich gestresst. Was hat dir geholfen, damit umzugehen – und was rätst du ihnen?
„Ich würde empfehlen, sich bewusst kleine Zeitfenster für sich selbst zu schaffen. Es kann schon helfen, einfach mal zehn Minuten rauszugehen: ohne Kopfhörer, ohne Handy, ohne Ablenkung. Einfach nur spazieren gehen und Zeit mit sich selbst verbringen. Man lernt dadurch, den eigenen Stress aus einer anderen Perspektive zu betrachten. So kann man viele Dinge besser einordnen und vielleicht auch ein Stück weit relativieren.“
Hast du das im Kung-Fu gelernt?
„Das Schöne am Kung-Fu ist, dass man vieles gesagt bekommt, das man oft erst Jahre später wirklich versteht. Ein Lehrer sagt einen Satz und man denkt, man habe verstanden, was er meint. Zehn Jahre später merkst du plötzlich, dass du die eigentliche Bedeutung damals noch gar nicht erfasst hattest. Im Kung-Fu wird vieles nicht vollständig erklärt. Man interpretiert viel selbst und macht eigene Erfahrungen. Vieles habe ich mir so auf meine Weise erschlossen und für mich nutzbar gemacht.“
Warum die eigene Energie so wertvoll ist
Hat dich Kung-Fu resilienter gemacht?
„Definitiv. Eine der wichtigsten Lektionen war für mich zu verstehen, wie wertvoll die eigene Energie ist. Wir haben nicht unendlich viel davon. Wenn ich sie in Sorgen, Stress oder negative Gedanken investiere, fehlt sie mir an anderer Stelle. Deshalb versuche ich, sehr bewusst darauf zu achten, wohin meine Energie fließt. Wenn man seine Kraft eher in Dinge steckt, die einen wachsen lassen, und versucht, anderen Menschen Liebe und etwas Positives mitzugeben, verändert das auch die eigene Widerstandsfähigkeit.“
Offenbar auch so sehr, dass man auch körperliche Schmerzen ertragen kann. Videos von dir, bei denen du mit einem Bambusstock auf den Bauch geschlagen wirst, sind regelrecht viral gegangen.
„Ich hatte diese Übungen gesehen und mich gefragt: Warum machen Menschen das überhaupt? Es sah so komisch aus, aber gleichzeitig fand ich es faszinierend. Ich wollte dann einfach herausfinden, was dahintersteckt. Deshalb habe ich angefangen, das selbst auszuprobieren. Erst einmal pro Woche, später häufiger. Ich ging dann jeden Tag zum Lehrer und sagte: Schlag noch einmal zu. Irgendwann hat er mir bestimmt weit über hundertmal auf den Bauch geschlagen.“
Wie hält man die Schmerzen aus?
„Ich lade mich positiv auf und stelle mir einfach vor, dass ich von innen strahle und mich freue. Das hilft mir, den Schmerz besser auszuhalten. Ich bin dann nicht verkrampft und habe keine Angst, sondern bin einfach entspannt.“
Nicht jede Provokation braucht eine Antwort
Können Menschen diesen Ansatz auch auf ihren Alltag übertragen?
„Ich glaube schon. Nachdem ich China wegen der Coronapandemie verlassen musste, war ich beim Schweizer Militär. Dort hatte ich einen Chef, der mich nicht mochte und ständig angeschrien hat. Manchmal dachte ich mir: Warum? Das ergibt doch gar keinen Sinn. Ich habe es dann für mich gelöst, indem ich ihm einfach zugehört, aber ihm nicht meine Energie und Aufmerksamkeit gegeben habe. Ich bin einfach bei mir geblieben. Wenn jemand böse zu mir ist oder etwas Negatives sagt, gebe ich diese Energie nicht zurück. Ich versuche, mich vibratorisch über ihn zu stellen, um ihm zu zeigen: Das, was du gerade machst, bringt nichts. Es berührt mich nicht. Ich gebe der Person eine neutrale Energie zurück. Eine Energie, die zeigt, dass man die Situation auch anders lösen kann. Ich versuche, möglichst neutral und harmonisch durchs Leben zu gehen.“
Was meinst du mit vibratorischer Energie?
„Im Buddhismus sagt man, dass jede einzelne Seele einen unterschiedlichen Sound hat und so etwas wie ein Mantra erzeugt. Durch Anspannung entfernen wir uns aber immer mehr von diesem Sound und damit von unserem eigentlichen Kern. Wenn man diese Schichten langsam wieder abbaut und der eigenen Seele näherkommt, kann man sich wieder mit diesem Ton verbinden, den man eigentlich ausstrahlt. Und dieser Ton hat eine sehr hohe Vibration. Das mag vielleicht alles etwas verrückt klingen, aber so wird es im Kung-Fu erklärt.“
Im Kung-Fu geht es auch viel darum, die eigene Komfortzone zu verlassen. Wie wichtig ist das für dich?
„Jedes Mal, wenn ich meine Komfortzone verlassen habe, bin ich daran gewachsen. Ganz egal, in welchem Bereich – ich habe mich danach immer neu entdeckt. Deshalb versuche ich auch die Menschen, die in meine Kung-Fu-Camps kommen, immer ein Stück aus ihrer Komfortzone herauszubegleiten. Ich habe gemerkt, dass man dort auf neue Kräfte stößt. Man entdeckt Seiten an sich, die man vorher nicht kannte. Oft schränkt man sich selbst ein. Man setzt sich Grenzen und hält sie für real. Aber wenn man diese Grenzen einmal überschreitet, merkt man plötzlich, dass noch viel mehr möglich ist.“
Wachstum beginnt außerhalb der Komfortzone
Wie viel Schmerz gehört dazu?
„Schon ziemlich viel. Wenn man immer wieder versucht, seine Grenzen zu verschieben, begegnet man diesem Schmerz zwangsläufig. Er gehört dazu, wenn man etwas erreichen möchte. Viele wichtige Erfahrungen entstehen erst dann, wenn es anstrengend wird. Man muss zwar nicht ständig leiden oder sich permanent fordern. Aber man sollte auch nicht sein ganzes Leben ausschließlich in der Komfortzone verbringen.“
Die endet im Kung-Fu oft schon früh am Morgen. Wie sieht ein typischer Trainingstag in einer der chinesischen Schulen aus?
„Das Training beginnt tatsächlich sehr früh, je nach Jahreszeit zwischen 4.30 Uhr und 5.30 Uhr. Zuerst trainiert man dann ungefähr eine Stunde. Danach hat man etwa eine halbe Stunde Zeit, um sein Zimmer aufzuräumen, bevor es schließlich Frühstück gibt. Im Anschluss folgt eine Trainingseinheit von etwa drei Stunden. Dann gibt es Mittagessen und etwa eineinhalb Stunden Pause, bevor das nächste dreistündige Training ansteht. Anschließend gibt es Abendessen und später am Abend noch eine weitere Einheit. Der ganze Tag ist komplett durchgetaktet. Man trainiert eigentlich permanent. Dadurch kommt man manchmal gar nicht in die Regeneration, die man eigentlich bräuchte.“
Irgendwann hat auch dein Körper nicht mehr mitgemacht …
„Ich habe beim Schlagen auf Pratzen plötzlich einen Druck auf dem Herzen gespürt und wusste nicht, wie ich damit umgehen soll. Dieses Gefühl hat mich über Monate begleitet – eigentlich bis heute. Wenn ich zu viel trainiere, merke ich es sofort. Es ist wie ein Signal meines Körpers. Als würde er sagen: Stopp. Pass auf.“
Hast du das untersuchen lassen?
„Ich war damals bei einem Arzt in China. Er hat mir gesagt, dass ich auf jeden Fall eine Pause machen muss. Was genau die Ursache war, konnte ich damals aber nicht wirklich verstehen. Deshalb kann ich bis heute nicht mit Sicherheit sagen, was es war.“
„In China ist es schwierig, sich gesund zu ernähren“
Achtest du sonst sehr auf deine Gesundheit? Wie sieht deine Ernährung aus?
„Ich versuche dort zwar, sehr viel Reis und Gemüse zu essen, aber leider wird unglaublich viel Öl verwendet. Deswegen habe ich mir sogar einen Sieb gekauft. Wenn ich mein Essen bekomme, gieße ich heißes Wasser darüber und lasse das Öl ablaufen. Wenn man das drei- oder viermal macht, kommt jedes Mal noch Öl heraus. Insofern ist meine Ernährung dort nicht unbedingt gesund. Ich versuche aber, viele Haferflocken zu essen.“
Nimmst du Supplements?
„Eine Zeit lang habe ich sehr viele genommen – von Omega-3 bis Kreatin.“
Hast du eine gute Schlafroutine?
„Ich versuche, jeden Tag gegen 22.30 Uhr ins Bett zu gehen und gegen 5.30 Uhr aufzustehen. Dazu kommt meistens noch eine Mittagspause von 13 bis 14.30 Uhr, in der ich noch einmal anderthalb Stunden schlafe.“
„Ich wünsche mir, dass ich mit 80 Jahren auf einer Bank sitze.“
Du bist jetzt Mitte 20. Wie stellst du dir gesundes Altern vor?
„So wie meinen Opa. Ich wünsche mir, dass ich mit 80 Jahren auf einer Bank sitze, vielleicht mit einem kleinen Bart, und einfach zufrieden bin. Ich möchte meine Kinder und Enkelkinder um mich haben und den Menschen etwas Positives mitgeben. Einfach glücklich sein.“
Trainierst du mit 80 noch?
„Wahrscheinlich schon. Das Schöne am Kung-Fu ist, dass es sich dem Menschen anpasst. Wenn ich heute eine Bewegung mache, kann ich sehr tief in die Position hineingehen. Mit 80 geht das vielleicht nicht mehr in dieser Form. Ich muss die Bewegung anpassen. In China sieht man viele ältere Menschen, die immer noch Kung-Fu machen. Sie bewegen sich vielleicht nicht mehr so explosiv wie früher, aber die Bewegungen sind immer noch elegant.“
Kung-Fu – was sich hinter der Kampfkunst verbirgt und für wen sie geeignet ist
Die Wirkungen von Qigong auf die Gesundheit
Warum im Kung-Fu nicht nur der Körper trainiert wird
Was bringt Kung-Fu Menschen bei, was ein Fitnessstudio vielleicht nicht vermitteln kann?
„Ich glaube, der größte Unterschied ist nicht unbedingt die Sportart selbst. Wenn man ins Gym geht, trainiert man oft alleine. Beim Kung-Fu hat man einen Lehrer, der einen langfristig begleitet. Bestenfalls erklärt er nicht nur die Übung, sondern auch den Gedanken dahinter.“
Inwiefern?
„Nehmen wir zum Beispiel die Plank-Übung. Rein körperlich bleibt sie dieselbe, egal ob man sie im Gym macht oder im Tempel. Wenn man aber in einer Kung-Fu-Schule nach drei Minuten aufgeben möchte, sagt der Lehrer vielleicht: ‚Wenn du jetzt weitermachst, erinnere dich später in deinem Leben in einer schwierigen Situation an diesen Moment und daran, dass du damals auch nicht aufgegeben hast.‘ So wird aus einer körperlichen Übung eine Lektion fürs Leben. Man lernt nicht nur, den Körper zu halten, sondern auch, innerlich dranzubleiben. Das ist für mich ein wichtiger Unterschied.“
Also geht es um das Mindset dahinter?
„Man braucht dafür nicht einmal Kung-Fu. Man kann überall über seine Grenzen hinausgehen und versuchen, die Erfahrungen aus dem Training auf das Leben zu übertragen. Kung-Fu bedeutet übersetzt im Grunde: harte Arbeit über einen langen Zeitraum. Das kann man auf alles übertragen.“
Man sollte etwas finden, das man wirklich liebt
Ist das die Lektion, die du aus dem Kung-Fu an alle weitergeben möchtest?
„Ich glaube, eine der schönsten Lektionen für mich ist die Erkenntnis, dass man etwas finden sollte, das man wirklich liebt. Kung-Fu hat mir bestätigt, wie viel sich verändert, wenn man etwas macht, das man wirklich gerne macht. Wenn man morgens aufsteht und sich auf den Tag freut, ist das etwas unglaublich Wertvolles. Deshalb würde ich sagen: Versucht herauszufinden, was Glück für euch bedeutet. Versucht herauszufinden, was ihr wirklich machen wollt. Und wenn ihr das gefunden habt, arbeitet Schritt für Schritt darauf hin. Dann kann man morgens aufwachen und einfach dankbar sein für das Leben, das man führen darf.“