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Laut Stiftung Warentest

Nur einer von sechs Anbietern von EMS-Training mit „gut“ bewertet

Eine Frau wird beim EMS-Training von einem Trainer beobachtet
Beim EMS-Training tragen Sportlerinnen und Sportler eine verkabelte Weste und Manschetten, über die elektronische Impulse an den Körper weitergeleitet werden
Foto: iStock/Group4

Ohne große Anstrengung und großen Zeitaufwand effektiv trainieren – das versprechen sich viele vom EMS-Training. Dabei werden verkabelte Westen und Manschetten an Beinen und Armen angelegt, dann stimulieren elektrische Impulse die Muskeln. Doch nur, wenn es fachlich korrekt abläuft, ist es ungefährlich, und die gewünschten Effekte können sich einstellen. Stiftung Warentest hat die sechs größten Anbieter von EMS-Training in Deutschland unter die Lupe genommen.

Beim EMS-Training werden Muskeln mit elektronischen Impulsen stimuliert. Die Einheiten sind mit rund 20 Minuten recht kurz. Doch zu unterschätzen ist das Training deshalb nicht, warnt der Sportmediziner Prof. Klaus Völker in der Zeitschrift „test“ (Ausgabe 10/2020). Zu intensives und zu häufiges EMS-Training könne – genau wie übertriebenes Krafttraining – Muskulatur zerstören.

Doch die Risiken seien kalkulierbar, wenn der Trainer sein Handwerk beherrsche, die Stromspannung angemessen justiere und berücksichtige, wie belastbar der Kunde ist, so der Experte.

Wie haben die Anbieter von EMS-Training im Test abgeschnitten?

Trainer sollten eine Grundqualifikation im Sportbereich und eine Zusatzqualifikation als EMS-Trainer haben, empfiehlt die Stiftung Warentest. Sie hat sechs große EMS-Anbieter in Deutschland getestet: Bodys­treet, EMS-Lounge, Fitbox, Körperformen, Terra Sports und 25Minutes. Das Ergebnis ist im Sinne der Noten mittelmäßig – die Gesamtbewertungen liegen zwischen 2,5 und 3,3. Nur ein Anbieter erhielt die Note „gut“. Die genauen Ergebnisse sind bei „test“ nachzulesen.

Ein Vorteil des EMS-Trainings besteht laut Völker darin, dass mehr Muskelgruppen gleichzeitig trainiert werden als bei konventionellem Krafttraining und die Muskeln durch die elektronischen Impulse bis in die tiefen Schichten gekräftigt werden. So wirke EMS für den Rücken überdurchschnittlich  und könne Verspannungsschmerzen vorbeugen und sie nachweisbar lindern.

Aber: EMS-Training ersetzt den Warentestern zufolge weder Ausdauersport noch Beweglichkeitstraining. Es sei auch eher unwahrscheinlich, dass man nur mit EMS-Training viel Gewicht abnehmen könne.

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Für wen ist EMS-Training nicht geeignet?

Die Einstiegshürden sind gering: Ob alt oder jung, trainiert oder untrainiert – das spielt keine Rolle.  Kein EMS-Training sollten allerdings folgende Personen machen:

  • Schwangere
  • Menschen mit Herzrhythmusstörungen, Diabetes oder Krebs
  • Personen mit implantiertem Herzschrittmacher

EMS-Studios, welche sich an der offiziellen DIN-Norm orientieren, dürfen Anfängern nur ein Training pro Woche anbieten. Ab der elften Trainingswoche ist es in Ordnung, wenn mindestens vier Tage zwischen den Einheiten liegen. Wichtig ist auch, dass ein Trainer maximal zwei Personen gleichzeitig betreuen darf.

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Was kostet EMS-Training in den Studios?

Und die Kosten? Der Wochenbeitrag bei den Studios für EMS-Training im Test lag zwischen rund 20 und 40 Euro. Dazu kommt noch eine einmalige Gebühr zwischen 50 und 200 Euro, etwa für Beratung, Analyse, Trainingskarte – zum Teil gibt es dafür auch schon die notwendige Funktionskleidung, die man unter der Weste und den Manschetten trägt. Diese muss man sich sonst noch zulegen, oder man mietet sie gegen Gebühr.

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