Schnelle Hilfe! Was sollte man tun, wenn Kinder giftige Pflanzen gegessen haben?
Hat das Kind Beeren, Blüten oder Blätter giftiger Pflanzen in den Mund gesteckt, sollten Eltern rasch handeln und ein Giftinformationszentrum kontaktieren Foto: Getty Images
11. September 2022, 8:01 Uhr |
Lesezeit: 3 Minuten
Sie sind bunt, warum also nicht mal in den Mund stecken? Giftige Pflanzen aus Garten und Natur werden für Kleinkinder schnell zur Gefahr. Das können Eltern im Fall der Fälle tun.
Einmal nicht hingeguckt, schon ist es passiert: Das Kleinkind hat beim Waldspaziergang oder im Garten zu Beeren, Blüten oder Blättern gegriffen und sie in den Mund gesteckt. Doch was sollten Eltern tun, wenn sie den Verdacht haben, dass ihr Kind eine giftige Pflanze gegessen hat?
In solch einem Fall sollte man sich rasch an ein Giftinformationszentrum wenden. Eine Liste mit Kontaktdaten der Zentren gibt es auf der Website des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.
Außerdem: Alle nicht verschluckten Pflanzenteile so schnell wie möglich aus dem Kindermund klauben, rät der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Wenn man die verschluckte Pflanze selbst nicht sicher bestimmen kann, ist es sinnvoll, ein Foto davon zu machen und einen Teil der Pflanze abzubrechen. Beides kann Medizinern dann bei ihrer Bestimmung und einer entsprechenden Behandlung helfen.
Nicht nur in der warmen Jahreszeit gibt es in der Natur und im Garten Pflanzen (Blüten, Blätter und Beeren), die giftig und für kleine Kinder auch gut zu erreichen sind. Bis Oktober ist etwa die Blütezeit von Herbstzeitlosen. Sie wachsen im Garten oder auf feuchten Wiesen. Bereits ein Gramm ihrer Samen kann für Kinder tödlich sein.
Und auch die Beeren der Tollkirsche haben bis Oktober Saison. Die niedrigen Sträucher wachsen oft am Rand von Waldwegen. Die besondere Gefahr: Die schwarzen, glänzenden Beeren schmecken süßlich, drei bis vier davon können aber für Kinder lebensgefährlich werden. Auch die restlichen Pflanzenteile sind giftig.
Schön anzusehen, aber gefährlich: Der Blaue Eisenhut ist die giftigste Pflanze Europas. Foto: Getty Images
Die giftigste Pflanze Europas
Die giftigste Pflanze in Europa ist der Blaue Eisenhut, der etwa auf feuchten Wiesen, aber auch in Gärten gedeiht. Hier zeigen sich Vergiftungsanzeichen bereits nach 10 bis 20 Minuten. Hat das Kind Teile der Pflanze in den Mund genommen, sollte sofort der Notarzt verständigt werden, so der BVKJ.
Mit Material von dpa
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