3. Februar 2026, 11:07 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten
Bestimmte Pflanzenstoffe aus Beeren und anderem Obst könnten sich auf Denk- und Gedächtnisleistungen auswirken. Eine wissenschaftliche Auswertung hat in diesem Zusammenhang nun sogenannte Anthocyane betrachtet, die Beeren, Trauben oder Kirschen ihre typischen Farben verleihen.
Was wurde in der Studie untersucht?
Die Forscher werteten für ihre im Fachjournal „GeroScience“ veröffentlichte Meta-Analyse 59 randomisierte kontrollierte Studien aus, die von wenigen Wochen bis zu zwölf Monaten dauerten.1 Erwachsene erhielten darin entweder anthocyanreiche Lebensmittel, entsprechende Extrakte oder ein Placebo. Untersucht wurden sowohl gesunde Erwachsene als auch Personen mit leichten Einschränkungen der Gedächtnis- oder Denkfähigkeit.
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Die Ergebnisse
In der Gesamtauswertung erzielten Teilnehmer mit Anthocyan-Interventionen im Durchschnitt leicht bessere Ergebnisse in standardisierten kognitiven Tests als die jeweiligen Kontrollgruppen. Konkret zeigten sich folgende Effekte:
- Die allgemeine kognitive Leistungsfähigkeit war im Mittel geringfügig höher.
- Das episodische Gedächtnis, also die Fähigkeit, sich an Erlebnisse und Fakten zu erinnern, schnitt etwas besser ab.
- Beim Arbeitsgedächtnis, das Informationen kurzfristig speichert und verarbeitet, zeigten sich kleine Vorteile.
- Aufmerksamkeit sowie visuell-räumliches Denken waren durchschnittlich leicht verbessert.
- Denk- und Reaktionsgeschwindigkeit fielen ebenfalls geringfügig höher aus.
Die Autoren betonen jedoch, dass einige Effekte, insbesondere bei Aufmerksamkeit und Arbeitsgedächtnis, ihre statistische Signifikanz verlieren, wenn mögliche Verzerrungen in der Studienlage berücksichtigt werden. Die Ergebnisse beschreiben daher durchschnittliche Unterschiede über viele Studien hinweg und stellen keine Garantie für eine Wirkung bei jedem Einzelnen dar.
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Was bedeutet die Studie?
Insgesamt deutet die Analyse darauf hin, dass Anthocyane bestimmte kognitive Funktionen bei Erwachsenen leicht unterstützen können, vor allem bei einer regelmäßigen Einnahme über mehrere Monate. Höhere Dosierungen führten dabei nicht zu stärkeren Effekten.
Anthocyanreiche Lebensmittel erwiesen sich als mindestens ebenso wirksam wie Kapseln oder Extrakte. In einzelnen Bereichen schnitten sie sogar besser ab. Zugleich macht die Studie deutlich, dass weder eine Heilwirkung noch ein gesicherter Schutz vor Demenz belegt ist. Die Ergebnisse liefern jedoch Hinweise darauf, dass eine regelmäßig anthocyanreiche Ernährung einen kleinen, messbaren Beitrag zu einzelnen kognitiven Funktionen leisten kann, eingebettet in einen insgesamt gesunden Lebensstil.
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