Ständig verschnupft, keine Luft beim Training, kaum Geschmack oder Geruch: Hinter solchen Symptomen steckt manchmal mehr als eine Erkältung. Stefan kennt die Diagnose CRSwNP und erzählt, wie er es trotzdem geschafft hat, aktiv zu bleiben.
Eine Nase, die ständig verstopft ist. Ein Schnupfen, der einfach nicht endet. Nächte, in denen man kaum durchschläft und am nächsten Tag müde, gereizt und unkonzentriert durch den Alltag stolpert. Für viele klingt genau das nach einer hartnäckigen Erkältung. Doch hinter Symptomen wie diesen kann durchaus mehr stecken, nämlich: CRSwNP.
Die Abkürzung steht für chronische Rhinosinusitis mit Nasenpolypen. Eine Erkrankung, die durch eine dauerhafte Entzündung der Nasen- und Nasennebenhöhlen entsteht und bei der die Schwellung und die Polypen das Atmen zusätzlich erschweren. Das Ergebnis: weniger Energie und eine geringere Belastbarkeit. Wer betroffen ist, fühlt sich oft ausgebremst und besonders beim Sport kann das eine echte Herausforderung sein.
„Sport war immer Teil meines Lebens – auch mit CRSwNP“
Stefan (42) kennt dieses Gefühl nur zu gut. Schon als Jugendlicher war er als semi-professioneller Fußballer aktiv. Später studierte er Sportökonomie und arbeitet heute an der Vermarktung von Profisportlern. Bewegung ist ihm in seinem Leben unglaublich wichtig – unter anderem auch deswegen, weil Sport im Leben seiner Kinder ebenfalls eine große Rolle spielt.
Wie hat sich die CRSwNP bei dir bemerkbar gemacht?
Ich hatte im Winter konstant das Gefühl, erkältet zu sein – also z. B. ständig eine verstopfte bzw. laufende Nase. Irgendwann konnte ich gar nicht mehr riechen. Das war sehr frustrierend.
Welche Rolle spielt Sport in deinem Leben?
Sport ist und war schon immer Teil meines Lebens. Ich war in der Jugend mit vier bis fünf Trainings pro Woche und einem Spiel am Wochenende als semi-professioneller Spieler aktiv. Später habe ich Sportökonomie studiert und mich dann um die Vermarktung von Profisportlern und Mannschaften gekümmert. Heute ist Sport „nur“ noch Hobby, auch bei meinen Kindern. Aber ich brauche ihn zum Ausgleich und für mein Wohlbefinden.
Gab es Phasen, in denen du wegen CRSwNP weniger oder gar keinen Sport gemacht hast?
Nein, die gab es nicht – ich habe versucht, so weit es mit der Erkrankung möglich war, aktiv zu bleiben. Wenn die Symptome besonders stark waren, musste ich allerdings pausieren – was gerade im Winter öfter der Fall war.
Was würdest du anderen Betroffenen, die durch die Symptome im Alltag eingeschränkt sind, raten?
Ich rate zu Resilienz und aktiver Frustbewältigung. Und natürlich dazu, dranzubleiben und die passende Therapie zu suchen. Das war bei mir der Gamechanger. Jetzt bin ich sportlich nicht mehr eingeschränkt, was meine Nase angeht. Das ist – neben der Tatsache, dass ich wieder riechen kann – die größte Erleichterung in meinem (sportlichen) Leben.
Was hilft bei CRSwNP?
Die Behandlung bei CRSwNP richtet sich immer nach dem Schweregrad. Oft beginnt eine Therapie mit salzhaltigen Nasensprays, -tropfen oder -duschen, manchmal kommen kortisonhaltige Sprays dazu. Reicht das nicht aus können für eine kurze Zeit auch Kortisontabletten eingesetzt werden. Halten die Symptome der CRSwNP trotzdem weiter an, kommt bei vielen auch eine Operation infrage – allerdings kehren die Polypen oftmals nach einiger Zeit wieder zurück.
Für diese Fälle gibt es inzwischen moderne Therapien: sogenannte Biologika. Sie greifen gezielt in die Entzündungsprozesse ein und können eine CRSwNP langfristig kontrollieren.
Mehr Luft, mehr Leben: Zurück zu Energie, Sport und Lebensfreude
CRSwNP kann Betroffenen im wahrsten Sinne des Wortes den Atem rauben. Wer ständig kämpft, um richtig atmen zu können, verliert schnell Energie, Motivation und Lebensfreude. Aber Stefans Geschichte macht Mut: Mit der passenden Behandlung ist es in vielen Fällen möglich, wieder die Kontrolle zu gewinnen und den Sport als Quelle von Kraft und Ausgleich zurückzuerobern.
Frei durchatmen zu können, bedeutet für die Betroffenen oft mehr Energie im Alltag, mehr Motivation beim Training und vor allem: wieder Freude an Aktivität. Immerhin soll Sport nicht bremsen, sondern vielmehr beflügeln.
Wichtig: Wenn Sie das Gefühl haben, dass auch Sie unter CRSwNP leiden könnten oder der Leidensdruck trotz Behandlung nicht weniger wird, sprechen Sie mit Ihrem HNO-Arzt oder mit Ihrer HNO-Ärztin.
Mehr Informationen zum Thema CRSwNP finden Sie auf aktiv-gegen-nasenpolypen.de oder auf Instagram @neustart_nase.
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