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Verbreitetes Sportler-Problem

Was ist eine „weiche“ Leiste?

Mann mit Leistenschmerzen
Bei einer „weichen“ Leiste ist Vorsicht geboten: Ohne Behandlung ist der nächste Schritt womöglich ein Leistenbruch. Ein Experte klärt auf.
Foto: Getty Images

Wenn Sportler über Schmerzen im Leistenbereich klagen, handelt es sich oft um eine „weiche Leiste“. Hier gilt es zu handeln, um die drohende Konsequenz – einen Leistenbruch – zu verhindern. Und selbst, wenn es nicht zum Äußersten kommt, bedeutet eine „weiche“ Leiste große Einschränkungen für die Betroffenen, die übrigens in aller Regel männlich sind. FITBOOK hat mit einem Experten gesprochen.

Eine „weiche“ Leiste wird oft auch Sportlerleiste genannt. Und wie dieser Name verrät, ist sie bei Sportlern ein verbreitetes Problem. „Es handelt sich dabei quasi um eine Vorstufe des Leistenbruchs“, sagt uns dazu Dr. med. Mathias Schettle, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie bei Marianowicz Medizin in München. Heißt: Zwar nicht immer, aber in den meisten Fällen folgt auf Sportlerleisten-Probleme früher oder später ein Bruch.

Wie erkennt man einen Leistenbruch?

So kommt es zu einer „weichen“ Leiste

Die Leiste ist der untere Teil der menschlichen Bauchwand. Dort – genauer gesagt zwischen Bauchhöhle und äußerer Genitalregion – verläuft auch der Leistenkanal (Canalis inguinalis), eine röhrenförmige, rund 5 cm lange Verbindung. Wie der Experte uns erklärt, rühren die „weiche“ Leiste und damit einhergehende Beschwerden aus einem Defekt von Muskeln und Faszien im Bereich der hinteren Wand des Leistenröhrenkanals. „Ständige Belastungen, wie sie zum Leistungssport dazugehören, können eine Instabilität der Bauchwandfaszie fördern“, so Dr. Schettle. Durch starke Druckerhöhung kann sich eine Lücke bilden. Schmerzhaft ist der Befund aber schon vor einem etwaigen Bruch, da die Nerven an jenem empfindlichen Bereich ständig gereizt werden.

Apropos Befund.

So wird eine weiche Leiste behandelt

Laut dem Fachmann gibt es zwei Methoden, eine „weiche“ Leiste zu behandeln: die operative Therapie, die mit der Leistenbruch-OP fast identisch ist, und die konservative. „Letztere bedeutet, dass der Sport für eine gewisse Zeit ausgesetzt und eventuell Kortison gespritzt wird, auch Physiotherapie ist indiziert“, erklärt er FITBOOK.

Man(n) kann eine „weiche“ Leiste kaum verhindern

Von einer weichen Leiste, genauso wie übrigens von Leistenbrüchen, sind in aller Regel Männer betroffen. Man wisse, dass Disziplinen mit vielen Drehbewegungen zu kleinsten Verletzungen im Leistenbereich führen und somit eine „weiche“ Leiste begünstigen können. Ein Physiotherapeut könne dabei helfen, durch gezielte stabilisierende Übungen einem erneuten Auftreten der Beschwerden entgegenzuwirken. „Vorbeugende Maßnahmen gegen eine Sportlerleiste sind allerdings nur bedingt möglich“, so Dr. Schettles Einschätzung.