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Nach Tod von Udo Walz

Was ist ein diabetischer Schock?

Bewusstlos nach diabetischem Schock
Ein diabetischer Schock führt zu Bewusstlosigkeit – und kann tödlich endenFoto: Getty Images

Star-Coiffeur Udo Walz († 76) ist seiner Diabetes-Erkrankung erlegen. Ärzte hatten ihn in ein künstliches Koma versetzt, zwei Wochen später starb er im Krankenhaus. Grund für die Maßnahme war ein diabetischer Schock. FITBOOK erklärt, was genau dahintersteckt und wie es zu einem diabetischen Schock kommen kann.

Der Fachbegriff Hypoglykämie beschreibt eine Unterzuckerung im Rahmen einer Diabetes-Erkrankung. Je nach Schwere der Unterzuckerung kann es zu einem hypoglykämischen Schock kommen. Geläufiger für diesen potenziell lebensbedrohlichen Zustand sind die Bezeichnungen diabetischer Schock oder Diabetesschock.

Diabetischer Schock – wie kommt es dazu?

Ein diabetischer Schock kann unterschiedliche Ursachen haben. Dazu zählen eine verringerte Nahrungsaufnahme und der Fall, dass zu viel Insulin gespritzt bzw. in einer anderen Form blutzuckersenkende Medikation eingenommen wurde. Weitere mögliche Auslöser sind körperlicher Stress (z. B. starke Anstrengung) und übermäßiger Alkoholkonsum.

FITBOOK hat mit dem Internisten und Diabetologen Dr. med. Matthias Riedl gesprochen. Er erklärte uns, dass allgemeingültige Blutzuckergrenzwerte zwar schwer festzulegen sind. Ungefähr jedoch ab einem Wert von 70-60 mg/dl bekomme das Gehirn des Betroffenen zu wenig Zucker. „Das zeigt sich mit Schwäche und Unkonzentriertheit, Unruhe, zittrigen Knie und Schwitzen“, so Dr. Riedl. Derartige Symptome sind offenbar als Alarmsignale zu deuten. Werde nun nicht sofort Zucker oder eine andere Art von Kohlenhydraten verzehrt, sinkt laut Dr. Riedl der Blutzucker weiter auf Werte von unter 30 mg/dl. Die nächste Stufe sei der Bewusstseinsverlust.

Wie reagiert der Körper auf einen diabetischen Schock?

In der Not versuche der Körper, den niedrigen Blutzucker selbst zu steigern, und zu diesem Zweck stößt er viel Adrenalin aus. Der Botenstoff Adrenalin gehört zu den sogenannten Stresshormonen und kann dem Körper dabei helfen, Kräfte zu mobilisieren. In der passenden Situation ist dies ein wichtiger evolutionsbedingter Mechanismus.

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Nach einem Diabetisschock aber könne der Adrenalinausstoß laut Riedl zu Herzrasen und Blutdruckkrisen führen – Zustände, die jüngere bzw. ansonsten körperlich gesunde Menschen in der Regel gut wegstecken können. Meist verliere sich nach ein paar Stunden das übermäßig zugeführte Insulin, der Blutzuckerspiegel normalisiere sich. In dieser Zeit sind die Patienten in einem Koma, weshalb man in dem Zusammenhang auch vom „diabetischen Koma“ spricht.

Für Ältere und Vorerkrankte besonders gefährlich

Ältere Diabetiker und insbesondere solche mit Vorerkrankungen (z. B. am Herzen) halten die extreme Herz-Kreislauf-Belastung weniger lange aus. „Es besteht dann ein akutes Infarktrisiko“, so der Facharzt, „und außerdem aufgrund des Zuckermangels im Gehirn das Risiko für Krampfanfälle und Aspirationen.“ Der Begriff Aspiration steht in der Medizin für das Eindringen von Flüssigkeit in die Atemwege aufgrund fehlender Schutzreflexe, bspw. bei Bewusstlosigkeit.

Udo Walz
Diabetiker Udo Walz lag nach einem diabetischen Schock zwei Wochen lang in einem künstlichen Koma. Er starb am 20. November 2020 im Alter von 76 Jahren.Foto: Getty Images

Weitere Risiken durch einen diabetischen Schock

Dr. Riedl weist darauf hin, dass ein allergischer Schock neben den o. g. Gefahren auch ein erhöhtes Sturz- und somit Verletzungsrisiko mitbringe. Zudem können wiederholte Hypoglykämien auf die Dauer die Entstehung einer Demenzerkrankung begünstigen.

Umso wichtiger ist, dass Diabetiker auf einen gesunden Blutzuckerspiegel achten und bei Warnsignalen reagieren. Der Arzt warnt auch vor unvorsichtigem Alkoholgenuss. „Dadurch kommt es immer wieder zu schwersten, tödlich endenden Hypoglykämien, insbesondere ohne begleitende Nahrungsaufnahme.“