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Fußball-Start-up Grpstar

Was taugen die verstellbaren Fußballschuh-Stollen aus DHDL?

„Die Höhle der Löwen“ (DHDL) geht in die nächste Runde. Eingeläutet wird die neue Staffel vom Start-up Grpstar und dessen Stollensystem für Fußballschuhe. Die beiden Gründer sprechen von einer „einfachen wie genialen“ Erfindung, welche den Grip, sprich den Halt, des Spielers auf dem Rasen verbessern und dadurch auch die Verletzungsanfälligkeit reduzieren soll. Aber hält das Produkt, was es verspricht? FITBOOK hat einen unabhängigen Experten gefragt.

David und Manuel stellen sich bei DHDL direkt als begeisterte Fußballspieler vor, haben nach eigenen Angaben in der höchsten Amateurliga Österreichs gekickt. Dabei wollen sie bemerkt haben, dass sich auf dem Stollen-Markt einiges verbessern lassen könnte.

Wie kam es zu Grpstar?

„Stollen sind für Fußballschuhe wie Regenreifen bei der Formel 1“, veranschaulicht es Gründer David. Sie stecken an den Schuhsohlen, um zu verhindern, dass ihr Träger auf dem (bspw. feuchten) Rasen ausrutscht. Das Problem: Stollen sind immer gleich hoch, die Platz- und Wetterverhältnisse aber immer anders. Manchmal ist der Rasen höher, manchmal flacher, es kann mal mehr und mal weniger regnen, je nach Jahreszeit ist auch der Boden weicher oder härter.

Es wäre daher sinnvoll, die Bestollung der Schuhe den jeweiligen Anforderungen flexibel anpassen zu können. Das ging bisher beispielsweise, indem man den kompletten Schraubstollensatz von der Sohle entfernt und den gewünschten Schraubstollensatz wieder neu aufschraubt. Kein unerheblicher Zeitaufwand. So wollen die beiden Kicker auf ihre Idee gekommen und zu Gründern geworden sein.

Was beinhaltet das Produkt?

Das Grpstar-Kit enthält unterschiedliche Stollen und Aufsätze. Einmal auf der Sohle des Fußballschuhs angebracht, lassen sich die Stollen je nach gewünschter Höhe zusammensetzen und so in der Höhe variieren. Man brauche lediglich einen Inbusschlüssel, um die Stolle zu lösen bzw. festzuschrauben. Das System soll in zwei Varianten auf allen gängigen Marken-Modellen funktionieren.

Was ist das Besondere an Grpstar?

Die unkomplizierte Verstellbarkeit, die verbesserte Form der Stollen und ihre Verschleißunempfindlichkeit – das seien die Alleinstellungsmerkmale ihrer Erfindung. So will Grpstar auch damit überzeugen, tailliert zu sein, und dadurch tiefer in den Boden einzudringen. „Das verhilft zu mehr Grip und schont die Fußsohle“, erklärt David.

Zuletzt seien ihre Stollen auch deutlich weniger abnutzungsanfällig als andere – und zwar gar nicht. Das versichern die beiden Gründer. Um dies zu beweisen, teilen sie zum Vergleich die eigene sowie eine Fremd-Stolle an die DHDL-Juroren aus. Man könne sehen, dass bereits mit dem Produkt der Konkurrenz bereits einen Monat lang gespielt wurde. Bei der Grpstar-Stolle seien „entsprechende Verbesserungen“ vorgenommen worden. Sie bleibe dank ihres hochwertigen Aluminiumkörpers und einer robusten Edelstahlschraube über mehrere Saisons hinweg gänzlich unbeschadet.

Für wen eignet sich das Produkt?

„Die Zielgruppe ist jeder Fußballer in jeder kleinen Ortschaft, der einen Stollenschuh besitzt“, versichert Gründer David. Sie steuerten also nicht unbedingt den Profifußball an – wollen aber dennoch bereits dort angekommen sein. Angeblich tragen Spieler der Champions League Grpstar-Stollen, erklären die Gründer bei DHDL. Darunter Torhüter Jasper Cillessen der niederländischen Nationalmannschaft.

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Wo stehen die Gründer jetzt?

David und Manuel seien bereits seit 2017 auf dem Markt. Innerhalb von zwei Jahren wollen sie etwa 3000 Sets verkauft haben. Der Preis für die Stollen lag zum Zeitpunkt der DHDL-Aufzeichnung (dies war bereits im vergangenen Sommer) bei 29,90 Euro.

Nils Glagau begutachtet die Grpstar-Stollen bei DHDL

Nils Glagau und seine Löwen-Kollegen nehmen die Grpstar-Stollen genauer unter die Lupe
Foto: TVNOW / Bernd-Michael Maurer

Was sagt ein unabhängiger Experte?

FITBOOK hat bei einem unabhängigen Fachmann nachgefragt, der von Berufswegen verletzte Sportler wie Fußballspieler behandelt. Und Dr. Mathias Schettle, Facharzt für u.a. Orthopädie und stellvertretender ärztlicher Leiter im Marianowicz Zentrum in München, bewertet die Erfindung direkt recht positiv. „Je größer die Eindringtiefe der Stollen desto besser der Halt, gerade bei weichem oder aufgeweichtem Naturrasen“, bestätigte der Mediziner. Dadurch könne die Kraftübertragung und somit das Spiel verbessert werden.

Gleichzeitig halte er es sehr wohl für möglich, dass es zu weniger Verletzungen kommt. Denn: „Muskelzerrungen und ähnliches sind häufig die Folge von vermehrtem Aus- bzw. Wegrutschen.“

Deal or no Deal?

Grpstar forderten 85.000 Euro für 10 Prozent der Firmenanteile – und legten vor Dagmar Wöhrl, Ralf Dümmel, Frank-Thelen, Nils Glagau und Löwen-Neuzugang Nico Rosberg einen sympathischen Auftritt hin. Rosberg sowie Orthomol-Chef Glagau zeigten Interesse. Rosberg jedoch forderte 24 Prozent der Firmenanteile – ganze 14 Prozent mehr, als die Gründer eigentlich bereit waren abzugeben. Am Ende konnte Nils Glagau die Verhandlung für sich entscheiden. Er investiert 85.000 Euro gegen 19 Prozent von Grpstar.