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Fiese Masche an der Haustür

Verbraucherzentralen warnen vor Betrug mit falschen Impfangeboten

Behandschuhte Hände halten eine Spritze mit Corona-Impfung
Derzeit machen Betrüger mit falschen Impfangeboten von sich reden. Verbraucherschützer warnen.Foto: Getty Images

Haustürgeschäfte gelten gemeinhin nicht als seriös. Dennoch gibt es immer wieder Gutgläubige, die Opfer von Betrugsmaschen werden. An sie richtet sich nun eine Warnung der Verbraucherzentralen. Derzeit machen sich Kriminelle die Corona-Krise zunutze – mit falschen Impfangeboten.

Die Pandemie stellt viele Menschen vor immer neue Herausforderungen. Welche Regeln gelten gerade in meiner Region? Wie gefährdet bin ich? Sollte und kann ich mich impfen lassen – und wo? Verunsicherungen, die manche Menschen nun perfide ausnutzen: Die Verbraucherzentralen warnen vor Betrug mit falschen Impfangeboten und Corona-Wunderheilmitteln.

Betrugsmasche – Geld weg und keine Impfung

„Manche Menschen klingeln gerade in den sozialen Brennpunkten an Haustüren, um vermeintliche Impfungen zu verkaufen. Am Ende ist das Geld weg, eine Impfung gibt es nicht“, warnt Klaus Müller, der Chef des Bundesverbands (vzbv) vor dem Betrug mit falschen Impfangeboten. „Zur bitteren Erfahrung gehört, dass es immer schwarze Schafe gibt, die mit und an der Krise verdienen wollen“, sagte Müller den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Betrug an Haustür betrifft vor allem ältere Menschen

Das Gute: Allzu viel Erfolg dürften die Betrüger mit ihrer Masche an der Tür wohl nicht haben. Denn nach einer Umfrage des Bundesverbandes würden 98 Prozent der Verbraucher unangekündigte Haustürgeschäfte ohnehin als nicht geeignet für einen Vertragsabschluss ansehen. „Wer unangefordert bei mir klingelt, stört meine Privatsphäre. Das geht nicht“, sagte Müller. Dagegen seien von der Masche aber häufig vor allem Seniorinnen und Senioren betroffen. „Die Zielgruppe der Abzocker sind oft ältere Menschen, die zu höflich sind, um die Tür zuzuknallen – was in solchen Fällen der beste Rat wäre“, sagte der vzbv-Vorstand.

»Unerwünschte Haustürgeschäfte gehören verboten

Ob lästige Abos für Zeitschriften, unseriöse Versicherungsverträge oder nun falsche Impfangebote während der Corona-Krise – immer wieder nutzen Betrüger Unsicherheiten und Gutgläubigkeit von Menschen aus. Und das auch noch an deren eigener Haustür. Solchen Machenschaften möchte Müller klar einen Riegel und fordert deshalb: „Unerwünschte Haustürgeschäfte gehören verboten“, sagte er.

Auch Online- und Telefongeschäfte schärfer regeln

Müller forderte zudem Haftungsregeln für Online-Marktplätze und schärfere Regeln bei telefonischen Vertragsabschlüssen. Hier hatte der Bundestag kürzlich härtere Maßnahmen beschlossen und den Abschluss von Telefon- und Energieverträgen per Telefon erschwert. Als Konsequenz würden Verbraucher nun aber verstärkt Angebote zu Finanzprodukten erhalten, berichtete Müller. Deshalb müsse die Politik auch hier klare Kante zeigen.

mit Material von dpa