Unglückliche Ehe kann für Männer fatale Folgen haben
Unzufriedenheit in der Ehe schlägt nicht nur aufs Gemüt. Insbesondere Männer tragen offenbar ernsthafte gesundheitliche Risiken davon. Foto: Getty Images
Probleme in der Ehe? Für Männer ist das wohl besonders ungesund. Es drohen ein höheres Schlaganfallrisiko und eine höhere Sterblichkeit. Das ist das Resultat einer Studie aus Israel.
Eine unglückliche Ehe erhöht offenbar bei Männern das Risiko für einen Schlaganfall und auch die Sterblichkeit (Mortalität) scheint, ähnlich wie bei Rauchern, höher auszufallen. Zu dieser Einschätzung kommen israelische Wissenschaftler.
Risiko für Schlaganfall in einer unglücklichen Ehe
Ein Forscherteam um Shahar Lev-ari von der medizinischen Fakultät der Universität in Tel-Aviv (Israel) beobachtete über einen Zeitraum von 32 Jahren die Gesundheits- und Verhaltensmuster von rund 9000 Männern. Die Forscher sagen, dass eine unglückliche Ehe das langfristige Risiko für einen Schlaganfall beim männlichen Ehepartner erhöht, ähnlich wie andere Risikofaktoren wie Rauchen und Bewegungsmangel. Laut der Analyse starben die Männer statistisch betrachtet auch früher.
Über einen Zeitraum von 32 Jahren beobachteten die Wissenschaftler rund 9000 Beamte und andere Mitarbeiter aus dem Staatsdienst in Israel. In der Zeit starben nach Angaben der Forscher über 60 Prozent der Studienteilnehmer.
Die Teilnehmer der Studie mussten anfangs angeben, wie sie ihre Ehe einschätzten. Dafür standen Werte auf einer Skala von 1 bis 4 zur Verfügung.
1: sehr erfolgreich (im Sinne einer glücklichen Ehe)
2: erfolgreich
3: weniger erfolgreich
4: erfolglos (im Sinne einer unglücklichen Ehe)
Was die Wissenschaftler überrascht: Ähnlich wie Risikofaktoren wie Rauchen und Bewegungsmangel scheint der Zustand der Ehe die Lebenserwartung zu beeinflussen. Die Forscher sagen, dass die Zahl der Verstorbenen nach einem Schlaganfall um 69 Prozent höher liege, wenn sie angaben, eine unglückliche Ehe zu führen, verglichen zu den Teilnehmern mit einer glücklichen Ehe. Statistisch seien das 40,6 Tote in der Gruppe der sehr unzufriedenen Eheleute gegenüber 24 Verstorbenen aus der Gruppe derer, die eine schöne Ehe geführt haben.
Die Studie zeigt zudem folgendes: Kam es zu einem Todesfall aus irgendeinem Grund, betrug der Abstand 19 Prozent zugunsten der glücklich Verheirateten. Unter unglücklich Verheirateten gab es 295,3 Todesfälle. Bei den glücklich Verheirateten waren es hingegen nur 248,5. Nach Angaben der Wissenschaftler zeigte sich bei jüngeren Studienteilnehmern unter 50 Jahren ein noch größerer Abstand.
Unzufriedenheit in der Partnerschaft bzw. eine unglückliche Ehe erhöhen die Sterblichkeit, schreiben die Forscher. Die Männer, die ihre Ehe als gescheitert ansahen, seien früher gestorben. Komme es in der Ehe längerfristig zu Problemen, empfehlen Shahar Lev-ari und sein Team eine Paar- oder Eheberatung aufzusuchen.
Die Wissenschaftler weisen in ihrer Studie darauf hin, dass bei relativ jungen Männern in einer unglücklichen Ehe das Gesundheitsrisiko höher sei als bei den über 50-Jährigen. Sie vermuten einen Anpassungsprozess in einer längeren Ehe. Generell empfehlen die Forscher, Lebenspartnerschaften mit Bildungsprogrammen zu fördern.
Sie haben erfolgreich Ihre Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen.
Damit entfallen alle Einwilligungen, die Sie zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den
Privacy-Manager erteilt haben. Sie können sich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit
Tracking und Cookies entscheiden.
Bitte beachten Sie, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige
Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an
datenschutz@axelspringer.de.