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Einfach „Luft anhalten“ reicht nicht

Schluckauf – was dahintersteckt und was wirklich dagegen hilft

Junge Frau hat Schluckauf
Auf Schluckauf könnten die meisten wohl gut verzichten. Wir erklären, wie man seine Atmung wieder normalisieren kann. Foto: Getty Images

Schluckauf ist eigentlich immer lästig. Zudem kann er in manchen Fällen besonders hartnäckig sein. Woher die scheinbar plötzlich auftretenden Hickser kommen und wie man sie erfolgreich los wird, lesen Sie bei FITBOOK.

Ein Hickser hier, ein Hickser da – und wenn man denkt, man ist sie endlich los, kommt dann doch noch einer nach. Klarer Fall: Schluckauf nervt. Aber was steckt eigentlich dahinter?

Was bei Schluckauf im Körper passiert

Schluckauf entsteht aus einer Verkrampfung des Zwerchfells. Das erklärt Prof. Bertram Wiedenmann, Direktor der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Hepatologie und Gastroenterologie der Charité Universitätsmedizin Berlin. Das Zwerchfell spannt sich an und entspannt sich dann wieder, wobei Luft in die Lunge gesaugt wird. Diese Luft trifft auf die geschlossenen Stimmritzen – und fertig ist das eigenartige Hicksgeräusch.

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Wovon wird Schluckauf ausgelöst?

So sinnlos der Zustand sich anfühlen mag – ursächlich erfüllt Schluckauf durchaus einen Sinn. Und zwar als eine Art Notfallmechanismus während der Schwangerschaft. Wie Prof. Wiedenmann erklärt, verhindert der Reflex im Mutterleib, dass Fruchtwasser in die Lunge gelangt.

Im Erwachsenenalter ist Schluckauf somit wohl ein aus dem Säuglingsalter übrig gebliebener Reflex. Tritt dieser scheinbar zufällig auf, dann meist in einer für den Körper bedrohlichen Situationen. Dazu zählen etwa Alkoholkonsum, Stress und Aufregung oder ein kleiner Schockzustand im Verdauungstrakt, wenn man sehr schnell bzw. etwas besonders Kaltes oder Heißes getrunken hat.

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Warum Ablenken gegen Schluckauf helfen kann

Schluckauf zu vermeiden, ist nicht leicht, da sein Auftreten sich nicht wirklich vorhersehen lässt. Grundsätzlich ist es natürlich sinnvoll, langsam zu essen und zu trinken.

Ist der Schluckauf dann erst da, will man sicherlich versuchen, ihn loszuwerden. Hier gibt es verschiedene überlieferte Tricks – und die kann man natürlich ausprobieren. Laut Wiedenmann empfehle es sich besonders, sich abzulenken, zum Beispiel indem man sich überlegt, was man in den vergangenen drei Tagen so alles gegessen hat. Das Ziel dahinter: dass sich die Atmung des Betroffenen entspannt, und somit im nächsten Schritt sein Zwerchfell.

Tipps, um Schluckauf effektiv loszuwerden

FITBOOK hat zusätzliche SOS-Tricks gesammelt, für den Fall, dass der Schluckauf besonders hartnäckig ist.

Kopfüber trinken

Dieser wird als der ultimative Trick gehandelt. Dafür nach vorne überlehnen, ein Glas Wasser an die Oberlippe ansetzen und in kleinen, langsamen Schlücken trinken. Die geneigte Haltung des Kopfs zwingt die Bauchmuskeln zum Kontrahieren, damit das mit dem Trinken nicht danebengeht, und behindert auf dieser Weise die ruckartigen Hickser. Bei verschiedenen Mitarbeitern der BOOKs-Redaktion hat sich die Methode auch bei besonders beharrlichem Schluckauf bewährt.

Den Atem anhalten

… aber bitte nicht einfach so! Zunächst sollten Sie die ganze Luft, die sich in Ihrer Lunge und dem Zwerchfell befindet, langsam und bewusst auspusten. Und weiter noch, das Zwerchfell richtig leer machen. Jetzt nicht wieder einatmen und die Luft anhalten. Den nächsten Atemzug so lang wie möglich herauszögern – dann sollte der Schluckauf vorüber sein.

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Gurgeln

Mit Wasser zu gurgeln ist quasi eine Ablenkung für den Körper. Ähnlich gut kann es funktionieren, einen Würfel Zucker auf der Zunge zergehen zu lassen oder eine kleine Menge Zitronensaft oder Essig herunterzuschlucken.

Gezielt bewegen

Viele schwören darauf, bei Schluckauf das Knie zur Brust ziehen. Nun nach vorne beugen, damit der Brustraum zusammengepresst wird.