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1,8 Mio. allein im September

So viele Grippeschutzimpfungen in Deutschland wie seit Jahren nicht mehr

Junge bei der Grippeimpfung
Im Herbst 2020 hat es einen regelrechten Run auf die Grippeimpfung gegebenFoto: Getty Images

Die Bereitschaft der Deutschen, sich gegen die Influenza impfen zu lassen, war im vergangen Herbst so groß wie seit Jahren nicht mehr. Dafür ist die Coronavirus-Pandemie mitverantwortlich. Welche positiven Auswirkungen das hat und ob sich die Grippeschutzimpfung jetzt noch lohnt – alles dazu lesen Sie bei FITBOOK.

1,8 Millionen Deutsche ließen sich allein im September 2020 gegen die Influenza impfen. Das bedeutet einen Anstieg um 165 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, und folglich zumindest für den Beginn der Herbstsaison deutlich mehr Grippeschutzimpfungen als in früheren Jahren.

Mehr Grippeimpfungen als in Vorjahren – Tendenz steigend

Zudem gebe es Hinweise darauf, dass auch im vierten Quartal deutlich mehr Grippeschutzimpfungen verabreicht wurden. Das erklärt ein Sprecher des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland. Demnach sei ein Unterschied in Millionenhöhe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum denkbar.

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Was das Coronavirus damit zu tun hat

Das Paul-Ehrlich-Institut hatte in für Herbst 2020 wesentlich mehr Impfdosen gegen die Influenza freigegeben als in den Jahren zuvor: 25 Millionen. Dies diente vor allem dem Zweck, eine zusätzliche Belastung des Gesundheitswesens in der Corona-Krise zu vermeiden.

Zwar schützt die Grippeimpfung nicht vor einer Infektion mit dem Coronavirus. Sie kann aber die gesundheitliche Verfassung eines Patienten so weit unterstützen, dass er im Fall einer Covid-19-Erkrankung nicht zusätzlich durch die Influenza geschwächt ist.

Erwartete Grippewelle ist ausgeblieben

Normalerweise grassiert die Grippe insbesondere nach dem Jahreswechsel. In diesem Winter werden bislang jedoch extrem niedrige Fallzahlen erfasst. Die besonders hohe Impfrate und die Regeln zu Abstandhalten, Hygiene und Maskentragen sowie die Kontaktbeschränkungen hätten zum Ausbleiben der Grippewelle geführt. Das erklärt das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung.

So wenige Atemwegserkrankungen wie nie

Derweil berichtete die Arbeitsgemeinschaft Influenza am Robert-Koch-Institut (RKI) vergangene Woche mit Blick auf Atemwegserkrankungen von einem „vorher nie erreichten, niedrigen Niveau in den Wintermonaten“ seit Beginn des harten Lockdowns Ende 2020. Influenzaviren wurden demnach in der routinemäßigen Überwachung von Stichproben nicht gefunden. Das sei sonst seit 1997/98 spätestens ab der ersten Kalenderwoche der Fall gewesen.

» Impfung lohnt sich auch jetzt noch

Während es vor Saisonbeginn Befürchtungen gegeben hatte, der Grippeimpfstoff könne diesen Winter nicht reichen, drohen manche Apotheken nun auf Beständen sitzenzubleiben.

Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) fordert daher insbesondere Risikogruppen (Menschen über 60, chronisch Kranke und Schwangere) dazu auf, ihre Grippeschutzimpfung nachzuholen. Das sei auch jetzt im Februar noch sinnvoll.