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Besorgniserregender Trend

Kind früh in der Pubertät? Warum das am Smartphone liegen könnte

Junge und Mädchen mit Smartphones im Kinderzimmer
Das blaue Licht von Smartphone, Tablet oder Fernseher könnte Einfluss auf das Einsetzen der Pubertät habenFoto: Getty Images

Kinder kommen in Industrienationen immer früher in die Pubertät – ein Grund dafür könnte die exzessive Smartphone-Nutzung in jungen Jahren sein. Das will eine neue Studie mit Ratten herausgefunden haben.

Laut einer neuen Studie könnte der übermäßige Gebrauch von Tablets und Smartphones dazu beitragen, dass Kinder extrem früh in die Pubertät kommen. Dass besonders Mädchen betroffen sind, bestätigen zahlreiche Studien der vergangenen Jahre. Die Ursachen dafür konnten bislang nur vermutet werden. Ein Forscherteam am „City Hospital“ in Ankara identifizierte in einer Rattenstudie das Smartphone als mögliche Hauptursache.

Pubertätsbeginn mit 7 Jahren keine Seltenheit mehr

Im Durchschnitt kommen Mädchen im Alter von etwa 11 Jahren und Jungen im Alter von 12 Jahren in die Pubertät. Manche Mädchen entwickeln allerdings bereits im Alter von sechs oder sieben Jahren Brüste. Auch bei Jungen wurde ein verfrühter Eintritt festgestellt, wenn auch nicht so ausgeprägt. Fettleibigkeit, Chemikalien und Stress galten als die Hauptschuldigen. Insbesondere während der Covid-19-Pandemie wurde ein weiterer Anstieg beobachtet, heißt es in einer offiziellen Mitteilung.1 Die noch früher beginnende Pubertät könnte mit der einhergehenden gestiegenen Smartphone-Nutzung unter Kindern in Verbindung gebracht werden, heißt es weiter. Die an der Studie beteiligten Wissenschaftler stellten ihre Ergebnisse auf der 60. Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für pädiatrische Endokrinologie vor.

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Babyratten blauem Smartphone-Licht ausgesetzt

Weibliche, noch nicht geschlechtsreife Ratten, wurden in drei Gruppen von je sechs Tieren aufgeteilt:

  • Umfeld mit normalem Lichtzyklus
  • blaues Licht für eine Dauer von sechs Stunden
  • blaues Licht für eine Dauer von zwölf Stunden

In beiden Blaulichtgruppen trat die Pubertät signifikant früher auf – bei den Tieren mit 12 Stunden Exposition erwartungsgemäß sogar noch eher. Bei den frühreifen Rattenbabys maßen die Forscher reduzierte Melatoninspiegel, erhöhte Spiegel spezifischer Fortpflanzungshormone (Östradiol und luteinisierendes Hormon) sowie physikalische Veränderungen im Eierstockgewebe. Bei der 12-stündigen Exposition zeigten die Ratten auch Anzeichen von Zellschädigung und Entzündung in ihren Eierstöcken. Diesen Zusammenhang wollen die Forscher nun weiter untersuchen. So könnte eine ausgeprägte Smartphone- und Tablet-Sucht nicht nur eine frühe Pubertät begünstigen, sondern langfristig obendrein die Fruchtbarkeit einschränken.

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Studie auf den Menschen vermutlich übertragbar

Dass das blaue Licht von Smartphone, Fernseher und Co. den Melatoninspiegel reduziert, ist lange bekannt. Melatonin ist ein Hormon, das den Körper auf Ruhe und Schlaf vorbereitet. Der Melatoninspiegel ist natürlicherweise während der Vorpubertät insgesamt höher als in der Pubertät und hat demnach eine leicht hemmende Wirkung. Ein künstlich erzeugter niedriger Spiegel könnte folglich eine verfrühte Entwicklung in Gang setzen.

Dennoch: Es ist schwierig, bei Ratten eine Blaulicht-Exposition nachzuahmen, die den Smartphone-Konsum eines Kindes darstellt. Aber der Zeitpunkt der Pubertät bei Ratten entspricht ungefähr dem des Menschen – wenn man die geringere Lebenserwartung von Ratten berücksichtigt. Auch die Hormon- und Ovulationsveränderungen, die während der Prä- und Pubertät bei weiblichen Ratten auftreten, sind mit denen des Menschen vergleichbar.

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Forscherin mahnt, die Smartphone-Nutzung von Kindern zu reduzieren

Auch wenn es weiterer Forschung bedarf – zum Beispiel, ob Nachtlicht-Funktionen mobiler Geräte die beobachteten Effekte verringern – hat Studienleiterin Dr. Aylin Kilinç Uğurlu einen wichtigen Ratschlag für Eltern mit präpubertären Kindern: „Achten Sie darauf, dass Ihre Kinder nicht zu lange ein Smartphone in der Hand haben. Insbesondere am Abend, wenn die Exposition gegenüber blauem Licht die stärksten hormonverändernden Wirkungen haben könnte.“

Quelle

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