Gesundheitspartner
von FITBOOK

Tägliche Pflege nicht allein entscheidend

Glück oder Pech mit den Zähnen – woran liegt‘s?

Patientin mit gesunden, schönen Zähnen
Manche Menschen kennen keine Angst vorm Zahnarzt. Nur wovon hängt es ab, wer mehr oder weniger Glück“ mit seinen Zähnen hat?
Foto: Getty Images

Bei manchen Menschen stehen regelmäßig größere Maßnahmen beim Zahnarzt an. Andere haben da scheinbar mehr Glück: Karies und Parodontose sind für sie nichts als Fremdwörter – obwohl sie nichts besser machen bei de Zahnpflege. FITBOOK hat bei Experten nachgefragt, woran es liegen kann, wenn man mit seinen Zähnen mehr oder weniger Glück hat.

Es gibt Menschen, die gehen nur zur Kontrolle oder vielleicht mal zum Bleaching zum Zahnarzt. Andere müssen öfter hin – und können sich jedes Mal auf schmerzhafte und mitunter langwierige Behandlungen einstellen. Davon ausgehend, dass jeder das Einmaleins der Zahnhygiene beherrscht, zu dem insbesondere zweimal täglich Zähneputzen und die Verwendung von Interdentalbürsten oder Zahnseide gehört: Wovon hängt es ab, dass Menschen mit ihren Zähnen mehr und weniger Glück haben?

Veranlagte Faktoren, die die Zahngesundheit beeinflussen

Der Frankfurter Zahnarzt Dr. med. Kurt Müller berichtet von verschiedenen Faktoren, welche die Qualität der Zahnsubstanz beeinflussen können. So gebe es eine „genetische Immunschwäche gegen Formen von Anaerobiern“, also bestimmten Arten von Bakterien. Diese Veranlagung könne mit krankhaften Folgeerscheinungen bis hin zur Auflösung des Zahnhalteapparats einhergehen.

Auch interessant: Kann Zähneputzen die Herzgesundheit schützen?

Eltern sorgen für Glück oder Pech mit den Zähnen

Die Neigung zu Karies kann aber offenbar auch von zu viel Mutterliebe herrühren. Müller: „Primäre Karies ist Folge der Übertragung von Bakterien der Mutter auf das Kind“. Und zwar durch oralen Kontakt. Küsse auf den Mund gelte es demnach zu vermeiden.

Und noch etwas: An Orten, an denen keine Glucose verzehrt wird, gebe es auch keine Karies. Ob Kinder öfter mal „Löcher in den Zähnen“ haben, hängt also auch mit der Ernährung zusammen, und kann somit durch die Eltern beeinflusst werden.

 

Dr. med. Andreas Schwitalla, Oralchirurg aus Berlin, hat im Gespräch mit FITBOK weitere wissenswerte Infos für Eltern. So könne eine übermäßige Fluoridzufuhr im Kindesalter, beispielsweise durch eine zu häufige Vergabe von Fluortabletten, eine Zahnfluorose verursachen. Die auch als „Texas Teeth“ bekannte Zahnerkrankung zeigt sich durch Verfärbungen und unschönen Flecken auf den Zähnen. Ihre Zahnfluorose hat dort die Entwicklung des Zahnschmelzes beeinträchtigt.

Auch bei Fluorid gilt: Die Menge macht das Gift

Richtig: Fluorid ist für gesunde Zähne enorm wichtig – und das bereits in der Entwicklung. Eltern sollten jedoch darauf achten, die empfohlene Gesamtzufuhr nicht zu überschreiten. Ab dem zweiten Lebensjahr sollten die Milchzähne der Kinder morgens und abends mit einer erbsengroßen Menge fluoridhaltiger Kinderzahnpasta geputzt werden. Sobald die ersten bleibenden Zähne stehen, diese zweimal täglich mit einer Erwachsenenzahnpasta putzen. Dabei gelten 1.000 ppm (= parts per million) Fluorid als empfohlen.

Auch interessant: Ist das Fluorid in Zahnpasta schädlich für die Gesundheit?

Verfärbungen der Zähne als Nebenwirkung von Antibiotika

Daneben gibt es auch Arzneimittel, welche die Farbe der Zähne verändern können. Dr. Schwitalla erwähnt in dem Zusammenhang die Antibiotika-Klasse der Tetracycline. „Tetracycline bilden mit Calcium sogenannte Chelate, die während der Odontogenese (pränatal stattfindende Entwicklung der Zähne, Anm. d. R.) in Zahnschmelz, Dentin und Zement irreversibel eingelagert werden und so zu Zahnverfärbungen führen“, heißt es dazu in einem Beitrag der „Pharmazeutischen Zeitung“. Für Kinder sind Tetracycline somit ungeeignet, und ebenso bereits für Schwangere und Mütter in der Stillzeit.

Auch interessant: Schwangere und Stillende brauchen viel Jod

Fazit: Von „Glück“ mit den Zähnen, kann man streng genommen also nicht sprechen. Vielmehr sollten Eltern ein Bewusstsein dafür haben, dass sie die Zahngesundheit ihrer Kinder schon früh beeinflussen können – sowohl positiv als auch negativ.