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Erste Anzeichen und Symptome für Diabetes Typ 2

Erkrankung des Stoffwechsels

Erste Anzeichen und Symptome für Diabetes mellitus Typ 2

Diabetes Typ 2 Anzeichen bzw. Symptome: Missempfinden an den Händen ist ein Hinweis
Missempfinden an den Händen, bspw. in Form eines Kribbeln, kann unter Umständen ein frühes Symptom für Diabetes Typ 2 sein Foto: iStock/chinnapong

Das Tückische an Diabetes mellitus Typ 2 ist der schleichende Verlauf. Er kann schon über Jahre hinweg im Körper wüten, ohne dass man es wahrnimmt. Nicht selten ist die Krankheit schon fortgeschritten, wenn sich erste spürbare Symptome zeigen. Welche das sein können und was man unter Prädiabetes versteht.

Diabetologen schätzen, dass etwa zwei Millionen Menschen in Deutschland unter Diabetes Typ 2 leiden, ohne davon zu wissen.1 Das ist fatal, denn der Körper merkt sich jede Überzuckerung. Experten sprechen in diesem Zusammenhang auch vom Zuckergedächtnis. Jahre später macht sich das dann durch Durchblutungsstörungen und Nervenschäden bemerkbar. Besonders gefürchtet sind der diabetische Fuß oder Wunden, die partout nicht heilen wollen. Nachfolgend geht FITBOOK auf mögliche Anzeichen für Diabetes Typ 2 bzw. Symptome ein und erklärt, wie man Prädiabetes definiert.

Unspezifische Symptome von Diabetes mellitus Typ 2 bzw. mögliche Anzeichen

Diabetes mellitus bedeutet übersetzt „honigsüßer Durchfluss“. Das liegt daran, dass sich bei Diabetikern der Zucker aus dem Blut mit in den Urin mischt und ihm so eine süßliche Note verleiht. Am Geruch lässt sich dies zwar nicht erkennen, aber ein süßlicher Urin ist da, wo er eintrocknet, klebrig wie Zuckerwasser.

Mögliche Symptome für Diabetes mellitus Typ 2 im Überblick

  • schneller einsetzende Müdigkeit und geringere Belastbarkeit
  • häufigere Entzündungen
  • starkes Durstgefühl
  • häufigeres Urinieren
  • trockenere Haut und Juckreiz
  • Kribbeln/Missempfindungen an den Händen
  • verzögerte Wundheilung
  • Sehverschlechterung oder wechselnde Sehstärke
  • Libido- und Potenzverlust
  • Wechsel zwischen Appetitlosigkeit und Heißhungerattacken
  • Neigung zu Muskelkrämpfen
  • häufigere Harnwegsinfekte
  • Menstruationsprobleme
  • bislang unbekanntes aggressives Verhalten

Wer unter zwei oder mehr dieser Symptome leidet, sollte einen Arzt aufsuchen. Das gilt insbesondere für Menschen, die immer wieder ein plötzliches Durstgefühl haben und übermäßigem Harndrang verspüren. Beide Symptome stehen in engem Zusammenhang. Sie deuten darauf hin, dass die Körperzellen den Zucker aus der Nahrung nur noch in deutlich geringerem Maße aufnehmen können. Deshalb verweilt er im Blut. Der Körper will ihn aber loswerden und deshalb produziert die Niere vermehrt Harn. Bei manchen Menschen können bis zu sechs Liter Urin zusammenkommen. Ärzte bezeichnen das als Polyurie. Und bitte nicht täuschen lassen: Manche glauben, sie müssten deshalb so oft auf die Toilette, weil sie so viel trinken. Aber es ist genau umgekehrt. Sie verspüren ein unbändiges Durstgefühl, Polydypsie genannt, weil sie so viel Wasser verlieren.

Der enorme Wasserverlust des Körpers führt zu weiteren Problemen: Die Haut trocknet aus, wird rissig, schuppig und fängt an unangenehm zu jucken. Außerdem reduziert sich die Fließgeschwindigkeit des Blutes, was zu Durchblutungsstörungen führt. Die Kombination der Symptome zusammen sowie die mangelnde Energieversorgung der Körperzellen und des zentralen Nervensystems zeigt sich weiterhin mit körperlicher Schwäche und einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionen. Auch die Konzentrationsfähigkeit leidet oft.

Eine besonders häufige und unangenehme Begleiterscheinung sind Pilzinfektionen im Genitalbereich. Bakterien fühlen sich in dem zuckerreichen Milieu sehr wohl.

Symptome wie Taubheit und Nervenschmerzen können auf eine durch Diabetes-Typ-2-bedingte Nervenschädigung hindeuten: die Polyneuropathie. Durch damit einhergehende Gefühlsstörungen kann es im fortgeschrittenen Stadium zum diabetischen Fuß kommen, der häufig teils schlecht verheilende Wunden aufweist. Schlimmstenfalls führt das diabetische Fußsyndrom zum Absterben von Gewebe und unter Umständen zu einer Amputation.

Ebenso typisch sind die möglichen Folgen von Netzhautschäden, die im Zusammenhang mit den hohen Blutzuckerwerten stehen. Daher kann es bei Diabetes mellitus Typ 2 zu temporären Sehstörungen und gar zur Erblindung kommen.

Weitere Probleme im unbehandelten fortgeschrittenen Stadium sind Magen-Darm- und Harnwegsinfekte. Hinzu kommt, dass Diabetiker sehr häufig unter Zahnfleischentzündung (Parodontitis) leiden.

Nüchternblutzuckerwert 
unter 100 mg/dl (5,6 mmol/l)Normal
100 bis 125 mg/dl (5,6 to 6,9 mmol/l)Prädiabetes
über 126 mg/dl (7 mmol/l)Diabetes

Was ist ein Prädiabetes?

Im Zusammenhang mit den Symptomen von Diabetes mellitus Typ 2 fällt oft der Begriff Prädiabetes (Vordiabetes). Von dem „Prä“ sollte sich aber niemand täuschen oder irritieren lassen. Auch ein Prädiabetes ist ernstzunehmen. Menschen mit Prädiabetes haben einen höheren Blutzuckerspiegel als normal, aber er ist noch nicht hoch genug für eine Diabetes-Diagnose. Man spricht auch von einer gestörten Glukosetoleranz. Leider birgt aber auch ein Prädiabetes ein deutlich erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen und Schlaganfälle. Das Fatale auch hier: Der Zustand kann über Jahre hinweg ohne Symptome bestehen. Viele wissen gar nicht, dass sie Prädiabetes haben. Bis sich dann ernsthafte Gesundheitsprobleme zeigen. Deshalb ist es so wichtig, schon bei den ersten Anzeichen für Typ-2-Diabetes einen Arzt aufzusuchen.

Für Prädiabetes gelten die gleichen Risikofaktoren wie für Diabetes mellitus Typ 2. Besonders gefährdet sind:

  • Menschen mit Übergewicht
  • Menschen über 45 Jahre oder älter
  • Menschen, bei denen ein Elternteil, Bruder oder Schwester an Typ-2-Diabetes erkrankt ist
  • weniger als dreimal wöchentlich körperlich aktiv ist
  • Frauen, die unter Schwangerschaftsdiabetes gelitten haben

Wichtig zu wissen: Wer es schafft abzunehmen und sich mehr zu bewegen, hat gute Chancen, den Prädiabetes erfolgreich zu bekämpfen.

Quellen

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