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Experten warnen

Bindehautentzündung – Behandlung und richtiges Verhalten

Bindehautentzündung: Blick in die Augen einer Frau
Bei einer Bindehautentzündung sollte man besser zum Arzt gehen, als sich auf Hausmittel zu verlassen.Foto: iStock

Rote, juckende oder brennende Augen sind Anzeichen einer Bindehautentzündung. Die kann nach ein bis zwei Tagen von alleine abheilen, manchmal ist die Erkrankung des Auges aber auch hartnäckiger. Auf eigene Faust behandeln sollten Betroffene die Entzündung besser nicht.

Meist kommt es unverhofft und vor allem, wenn man es gar nicht gebrauchen kann: Die Augen brennen, jucken, tränen und sind gerötet. Als Bindehautentzündung oder Konjunktivitis bezeichnen Ärzte es, wenn die Blutgefäße der Bindehaut anschwellen. Manchmal fühlt sich das an, als hätte man ein Sandkorn im Auge. Ist das Auge einfach überreizt, lassen die Beschwerden meist schon nach kurzer Zeit nach. Bleiben die Symptome, sollte ein Augenarzt die Behandlung übernehmen.

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Keine Teebeutel oder selbstgemachte Kompressen aufs Auge

Selbst behandeln sollten Betroffene ihre Augen generell nicht. Vor Kompressen aus Kamille-Aufgüssen oder Teebeuteln warnt der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands. Die Kräuter lösen bei manchen Menschen allergische Reaktionen aus. „Zudem können auf diesem Weg Bakterien ins Auge gelangen“, sagt Dr. Ursula Sellerberg von der Bundesapothekerkammer. Verschwindet eine Augenrötung nach zwei Tagen nicht von selbst, sollte sich das ein Facharzt anschauen.

Es gibt Augenerkrankungen, die ähnliche Beschwerden wie eine Bindehautentzündung verursachen – die aber alles andere als harmlos sind. Bei Infektionen der Hornhaut, der Regenbogenhaut oder der Augenmuskeln ist eine frühe Diagnose und Behandlung wichtig. Sonst nimmt das Auge dauerhaften Schaden. Stärkere Schmerzen, Lichtempfindlichkeit und ein Nachlassen der Sehkraft sollten ein Anlass sein, schnellstmöglich einen Augenarzt aufzusuchen. Das gilt auch bei fliegenden schwarzen Punkten oder Flusen im Sichtfeld.

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Auslöser einer Konjunktivitis

In vielen Fällen lautet die Diagnose bei geröteten, tränenden und juckenden Augen allerdings tatsächlich Bindehautentzündung – und dann erfordert sie auch eine entsprechende Behandlung. Häufige Auslöser sind Viren, aber auch Bakterien oder Pilze können eine Entzündung verursachen. Intensives UV-Licht oder eine nicht richtig korrigierte Fehlsichtigkeit kommen ebenfalls als Ursache infrage.

Richtige Behandlung einer Bindehautentzündung

Trockene Augen sind besonders anfällig. Die Behandlung der Bindehautentzündung erfolgt mit Augentropfen oder speziellen Salben, die helfen, das Brennen bei einer Bindehautentzündung zu lindern. Bei einer bakteriellen Konjunktivitis können auch Breitbandantibiotika infrage kommen, ebenfalls lokal angewandt in Form von Tropfen oder Salben.

Auge nicht mit Händen berühren!

Das erkrankte Auge sollte möglichst nicht mit bloßen Händen berührt werden. „Bakteriell und vor allem viral bedingte Bindehautentzündungen sind ansteckend“, betont Bettina Sauer von der Stiftung Warentest in Berlin. Fasst sich ein Betroffener doch an das erkrankte Auge – eben weil es brennt oder juckt – dann sollte er sich danach gründlich die Hände waschen.

Keine Handtücher teilen!

„Handtücher sollte man sich in dieser Phase nicht mit anderen teilen“, sagt Sauer. Sind Kinder erkrankt, dann dürfen sie erst wieder in den Kindergarten oder in die Schule, wenn der Augenarzt grünes Licht gibt.

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Auf Kontaktlinsen und Make-up verzichten!

Wer sich eine Bindehautentzündung zugezogen hat, trägt besser keine Kontaktlinsen. „Sie reizen das Auge zusätzlich und verzögern womöglich die Abheilung“, erklärt Sellerberg. Auch Augen-Make-up ist kontraproduktiv – die kosmetischen Mittel reizen Auge und Lid ebenfalls.

Manchen Patienten mit Bindehautentzündung wird eine Brille verordnet. Es kann nämlich durchaus vorkommen, dass jemand ständig an den Augen reibt, weil er nicht gut sieht. Deswegen lohnt es sich, die eigene Sehkraft regelmäßig – mindestens alle zwei Jahre – beim Augenoptiker oder Augenarzt überprüfen zu lassen. Das gilt auch dann, wenn man bereits Kontaktlinsen oder eine Brille hat. Denn die Sehkraft kann sich jederzeit verändern.

Wie lange dauert eine Bindehautentzündung?

Bis eine Bindehautentzündung vollständig abgeheilt ist, kann unterschiedlich lang dauern. In der Regel sind das zwischen acht Tagen und zwei Wochen. Es kommt aber auch mal vor, dass sich der Heilungsprozess bis zu sechs Wochen hinauszögert.

Allergisch Bindehautentzündung und Reizkonjunktivitis

Manche Menschen haben auch immer wieder mit Bindehautentzündungen zu kämpfen. Allergisch bedingte Entzündungen wie die Heuschnupfen-Konjunktivitis etwa lassen sich nicht in dem Sinne heilen. Die Entzündung geht auf eine Überreaktion des Immunsystems zurück. Da lassen sich die Beschwerden nur lindern.

Gegen eine Reizkonjunktivitis – Auslöser sind Umwelteinflüsse wie Rauch, Staub oder Zugluft – können sich Betroffene auch wappnen. Wer in staubiger Luft arbeitet, sollte spezielle Schutzbrillen, die die Augenpartie umschließen, tragen. Beim Autofahren lässt sich die Klimaanlage so einstellen, dass die Luft einem nicht übers Gesicht weht.