Gesundheitspartner
von FITBOOK

Fleisch, Gemüse, Obst

Welche Lebensmittel darf man einfrieren – und wie lange?

Gefrorene Beeren
Beeren einzufrieren, ist kein Problem. Bei anderen Obstsorten verhält es sich anders. FITBOOK klärt auf.
Foto: Getty Images

Übriggebliebenes einzufrieren, ist grundsätzlich eine gute Idee. Es gibt jedoch einige Lebensmittel, die im Tiefkühlfach nichts verloren haben und durch sehr kalte Temperaturen ungenießbar werden. Und auch die, bei denen es eigentlich problemlos geht, bleiben im gefrorenen Zustand nicht für immer haltbar. Wir haben das Ganze für Sie aufgedröselt.

Wer hat sie nicht: „Leichen“, die seit Monaten, wenn nicht gar Jahren im Tiefkühlfach lagern. Aber wussten Sie, dass beispielsweise Hackfleisch keinesfalls länger als drei Monate dort aufbewahrt, geschweige denn verzehrt werden sollte? Bevor wir aber dazu kommen, wie lange bestimmte Lebensmittel nach dem Einfrieren noch genießbar sind, sollten Sie wissen, was genau sich dafür überhaupt eignet. Denn: Nicht alles verträgt den starken Temperaturschock.

Was darf man einfrieren – was nicht?

Wie beim Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) nachzulesen ist, kann man einige Obst- (z.B. Beeren) und Gemüsesorten gut einfrieren, außerdem Brot und Kuchen (am besten in Scheiben), Fleisch, Fisch und die meisten gegarten Speisen. Rohe Eier kann man einfrieren – aber nur ohne Schale, indem man sie etwa einzeln in die Kammern eines Eiswürfelbehälters oder in einen Gefrierbeutel schlägt. Wie sinnvoll das ist, muss jeder selbst beurteilen.

Bei Milchprodukten gibt es Unterschiede. Schnitt- und Hartkäse wie Parmesan, Gouda, Edamer oder Raclette bereiten keine Probleme. Flüssige Vertreter wie saure Sahne, Creme fraiche, Joghurt oder Dickmilch würden schnell flocken und körnig werden.

Worauf ist beim Einfrieren zu achten?

Manches Gemüse sollte – im geputzten und gewaschenen Zustand – vor dem Einfrieren blanchiert werden. Dazu einfach eine ausreichende Menge Wasser sprudelnd aufkochen (das BZfE empfiehlt zwei Liter für 500 Gramm Gemüse) und Bohnen, Zucchini und Co. für ein bis zwei Minuten hinzugeben, bevor Sie es kalt abschrecken. Das Blanchieren ist sinnvoll, um zum einen die Farbe des Gemüses zu bewahren und zum anderen bestimmte Enzyme zu deaktivieren, die sonst ihren Verfall begünstigen würden. Frische Kräuter kann man wunderbar einfrieren, sie sollten zuvor aber (natürlich gewaschen und) unbedingt kleingehackt werden.

Wichtig ist auch, dass Einzufrierendes luftdicht verpackt wird. Das gelingt beispielsweise in Dosen aus Kunststoff oder kälte- und hitzebeständigem Glas, außerdem natürlich in Gefrierbeuteln oder -folien, die man zudem mit dem Datum beschriften kann. So vergessen Sie nicht, seit wann die jeweiligen Speisen bereits in der Kühle lagern.

Am besten portionsweise einfrieren

Achten Sie darauf, Speisen portioniert einzufrieren. Darauf weist auch Dagmar von Cramm hin, Ernährungswissenschaftlerin, Ratgeber- und Kochbuch-Autorin aus Freiburg. Zu große Mengen einzufrieren und wieder aufzutauen, kann zu unnötiger Verschwendung führen, wenn nicht ausreichend Esser da sind.

Auch interessant: Mit diesen Tricks verschwenden Sie weniger Lebensmittel

Gefrorene Burger-Patties

Es ist sinnvoll, beispielsweise Fleisch portionsweise einzufrieren. Was einmal aufgetaut wurde, sollte rasch verzehrt und keinesfalls noch einmal tiefgekühlt werden.
Foto: Getty Images

Cramm empfiehlt weiter, die Portionen am besten direkt nach dem Kochen in Kühlboxen oder kleine Beutel abzufüllen. Das ist auch eine Hygienefrage. Stand das Essen vor dem Einfrieren stundenlang in der Küche, würden etwaige Bakterien in der unmittelbaren Umgebung miteingefroren. „Eintöpfe etwa immer schön flach drücken und die Luft sorgfältig aus dem Gefrierbeutel streichen. Das bietet keine Angriffsflächen für Eiskristalle“, erklärt von Cramm. Eiskristalle entstehen, wenn Lebensmittel beim Einfrieren noch warm waren oder Platz für zu viel Luft gelassen wurde.

Wichtig: Die Sternekennzeichnung fürs Gefrierfach

Bevor Sie überhaupt übers Einfrieren nachdenken, ist auf die Sternekennzeichnung fürs Gefrierfach zu achten.

Kein Stern steht für Temperaturen von etwas unter 0 Grad Celsius. Hier kann man gefrorene Lebensmittel NICHT lagern, es ist aber für Eiswürfel geeignet.
Ein Stern steht für Temperaturen von minus 6 Grad Celsius und noch etwas kälter. Diese eignen sich für eine kurzfristige Lagerung (maximal eine Woche).
Zwei Sterne entsprechen Temperaturen von minus 12 Grad Celsius und kälter. Heißt: Man kann gefrorene Lebensmittel mittelfristig lagern, also für einen Zeitraum von etwa zwei Wochen.
Drei Sterne stehen, wie oben erwähnt, für Temperaturen von unter minus 18 Grad Celsius. Erst hier kommt eine langfristige Lagerung von Tiefkühlprodukten in Frage.
Vier Sterne gibt es auch und sie stehen für noch kältere Temperaturen. Die mögliche Lagerdauer verlängert sich dadurch aber nicht weiter.

Auch interessant: Hätten Sie gewusst, dass man DIESE Lebensmittel einfrieren kann?!

Eingefrorenes – wie lange ist was haltbar?

Bei eingefrorenem Obst und Gemüse spricht man gemeinhin von einer Haltbarkeit von bis zu einem Jahr. Brot und Brötchen sollte man hingen kürzer im Gefrierfach aufbewahren, als man vielleicht denken könnte: Nach drei Monaten bitte essen oder entsorgen.

Die Verbraucherzentrale hat aufgelistet, wie lange Fleisch bei einer Temperatur von etwa minus 18 Grad (drei Sterne) gelagert werden sollte.

Rindfleisch: 10-12 Monate
Kalbfleisch: 9-12 Monate
mageres Schweinefleisch: 6-8 Monate
fettes Schweinefleisch: 4 Monate
mageres Hackfleisch: 1-3 Monate
Fettes Hackfleisch: 1 Monat
Hähnchen: 8-10 Monate

Was ist beim Auftauen wichtig?

Grundsätzlich empfiehlt es sich, nur qualitativ hochwertige Lebensmittel einzufrieren. Auch sollte man wissen, dass sich Mikroorganismen während der Zeit im Gefrierfach nicht vermehren konnten, aber auch nicht abgestorben sind. Heißt: Beim Auftauen werden sie wieder munter. Das BZfE empfiehlt deshalb, aufgetaute Speisen möglichst zeitnah zu verarbeiten und verzehren.

Wie auftauen – das hängt von der Art der Lebensmittel ab.

Für die Genießbarkeit empfiehlt es sich, empfindliche Speisen besonders schonend aufzutauen. Fleisch am besten über Nacht in den Kühlschank stellen, dadurch verläuft der Wiedererwärmungsprozess langsam, wodurch Struktur und Aromen erhalten bleiben. Wer so viel Zeit nicht hat, kann sich in Ausnahmefällen mit luftdichten Kunststoffbeuteln helfen. Das Fleisch darin in eine Schüssel mit lauwarmem Wasser legen, damit es nicht damit in Kontakt kommt und auf diese Weise vorsichtig aufgewärmt wird.

Auch interessant: Ist rotes Fleisch wirklich ungesünder als Geflügel?

Wichtig bei Geflügel und anderen salmonellenverdächtigen Lebensmitteln: die Auftauflüssigkeit nach dem Auftauen (ebenso etwa im Kühlschrank, am besten in einem Siebeinsatz) wegschütten und potentiell damit in Kontakt gekommene Flächen reinigen. Fisch sollten Sie ebenfalls im Kühlschank auftauen lassen, Meeresfrüchte hingegen werden am besten unaufgetaut direkt verwendet.

Gemüse und Ähnliches kann man in der Regel direkt in die Pfanne oder heißes Wasser geben, um es zuzubereiten. Alternativ empfiehlt sich die Mikrowelle. Hier kann man laut dem BZfE auch Obst auftauen (natürlich nicht auf einer heißen Stufe) oder es einfach eine Weile bei Raumtemperatur in der Küche stehen lassen.

Frau sieht sich TK-Ware an

Bei TK-Ware können Sie in puncto Haltbarkeit darauf vertrauen, was auf der Verpackung steht. Hier steht auch, wie das Produkt idealerweise aufgetaut und zubereitet werden sollte.
Foto: Getty Images

Was passiert, wenn etwas zu lange gelagert wurde?

Wenn aufgetaute Ware unangenehm riecht, sollte man sie entsorgen. Aber was ist, wenn man etwas gegessen hat, das zu lange oder nicht sachgerecht eingefroren war? „Da passiert überhaupt nichts. Sie fallen nicht tot um!“, versichert Ernährungswissenschaftlerin von Cramm. Im schlimmsten Fall schmecke es nicht mehr oder die Qualität hat gelitten. Produkte mit einem hohen Fettanteil könnten ranzig schmecken. Sie sehen dann grau-bräunlich aus und sind oft schneebedeckt. „Die Ränder neigen zu Gefrierbrand“, weiß die Kochbuchautorin. Dieser sollte entfernt werden. Das Lebensmittel sei dann aber weder verdorben noch giftig, „aber eben unappetitlich“. Ist die Konsistenz nicht mehr optimal, könne man Lebensmittel meist noch zumindest pürieren, also zu einem Eintopf oder einer Suppe verarbeiten.

 

Themen