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von FITBOOK

Nachgefragt beim Experten

Ist „Renjer“ aus „Die Höhle der Löwen“ gesund?

Das in der Vox-Gründershow vorgestellte „Renjer“ steht für Trockenfleisch aus Wildtieren. Aber ist es wirklich „das beste Fleisch der Welt“, wie die drei Männer hinter dem Start-up behaupten? FITBOOK hat einen Ernährungswissenschaftler gefragt, ob Trockenwild DAS Fleisch der Zukunft ist, oder es sein sollte.

Bei „Die Höhle der Löwen“ (immer dienstags um 20.15 Uhr) treten Start-ups auf, um die Investoren von ihren innovativen Produkten zu überzeugen und dafür finanzielle Unterstützung zu bekommen. Bei „Renjer“ handelt es sich um drei Gründer – den Österreicher Alexander Kirchmaier (27), den Deutschen Tim Schulz (27) und Anton Vänskä (26) aus Finnland – und ihr Produkt ist Trockenfleisch. Zugegeben, richtig neu ist das Prinzip nicht. Anders aber als etwa Beef Jerky oder Beefy, das aus gesalzenen Rindfleisch besteht, wird „Renjer“ aus Wildfleisch gewonnen.

Wie sind die Erfinder auf die Idee gekommen?

Die Männer haben sich in Schweden kennengelernt, wo man bekanntlich viel und gerne Wildfleisch isst. Genauer gesagt trafen sie sich an der Universität Lund, wo sie ihren Master im Fach „Entrepreneurship und Innovation“ absolvierten, um das Handwerk zur Unternehmungsgründung zu perfektionieren. Und tatsächlich haben sie die Idee im Rahmen des Kurses entwickelt und dort auch der Klasse vorgestellt.

Es blieb nicht nur beim Uni-Projekt: Im skandinavischen Raum ist „Renjer“ bereits eine Marke und im Handel erhältlich. Nun wollen sie auch auf dem deutschen Markt „durchstarten“.

„Die Höhle der Löwen“

Raubtierverfütterung: Die „Löwen“ dürfen die Fleischstücke, die übrigens grundsätzlich von Hand geschnitten sind, in der Sendung probieren.
Foto: TVNOW / Frank W. Hempel

Was ist das Besondere am Produkt?

In der Sendung bezeichnen die Jungs ihr Wild als „the best meat in the world“ (z.Dt. „das beste Fleisch der Welt“). Und sie erklären auch, warum.

„Dazu ist es sehr nährstoffreich“, versichert Kirchmaier, „weil die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung im Wald ihre Nahrung zu sich nehmen und nicht zusammengepfercht als Massenprodukt gezüchtet werden.“

Für wen/was ist das Produkt geeignet?

Wie die bereits existierenden Alternativen aus Rindfleisch und Co. oder auch Kartoffelchips: als herzhafter Snack für zwischendurch, der in dem Fall aber gesünder daherkommen soll.

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Was kostet „Renjer“?

Beim firmeneigenen Online-Shop kostet das Probier-Paket mit den drei Geschmacksrichtungen Elch, Rentier und Hirsch (je 25 Gramm) stolze 14,97 Euro zzgl. Versandkosten.

Was sagt der unabhängige Experte?

FITBOOK sprach mit dem deutschen Ernährungswissenschaftler Uwe Knop. Und der würde zwar nicht direkt in das Loblied auf das Trockenwild einstimmen – räumt jedoch ein, dass Trockenfleisch „rein ernährungsphysiologisch betrachtet ein hochwertiger Eiweiß-Snack“ ist. Das Protein bleibe beim Trocknungsverfahren erhalten. Das dürfte auch der Grund sein, weshalb Trockenfleisch aus Wild (und aus Rind) als „Biltong“ in Südafrika und Namibia schon lange Tradition hat.

Dass Wildfleisch nun tatsächlich gesünder ist als Rind oder Schwein, stimme hingegen nicht. Denn: „Generell ist die Einteilung von Lebensmitteln in gesund und ungesund wissenschaftlich nicht mehr vertretbar“, betont Knop. Er erklärt, dass die ernährungswissenschaftliche Studienlage keine echten Beweise hinsichtlich gesundheitsförderlicher bzw. -schädlicher Eigenschaften einzelnen Fleischsorten und anderes Lebensmittel liefert. „Man kann Korrelationen ablesen und Hypothesen aufstellen. Mehr nicht“, betont er. FITBOOK hat sich mit dem Haken von Studien, in denen vermeintliche Auswirkungen von Ernährung auf den Körper aufgezeigt werden sollen, schon genauer befasst.

Seine Meinung also: Bei „Renjer“ kann man zugreifen, muss man aber nicht. „Da gibt es kein richtig und falsch“, sagt auch Knop, „sondern nur: gefällt mir und passt in meinen Lebensstil oder eben nicht.“

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Den Löwen schmeckt‘s

Drei der Investoren sind jedenfalls von Geschmack und Konzept überzeugt. Der Zuschlag bekommt letztlich Ralf Dümmel. Er sichert sich 15 Prozent der Anteile für 150.000 Euro.