Gesundheitspartner
von FITBOOK

Nachgefragt bei Experten

Sind Kaugummis eigentlich gesund – oder eher schädlich?

Mann kaut Kaugummi
Bringt es Gefahren mit sich, Kaugummi zu kauen, oder ist es gesund? FITBOOK kennt die Antworten.
Foto: Getty Images

Kaugummis sorgen für frischen Atem, können über ein akutes Hungergefühl hinwegtäuschen und haben noch den einen oder anderen Vorteil. Oder doch nicht? Kann es denn wirklich gesund oder zumindest ganz unbedenklich sein, auf Kunststoff herumzukauen? Was schluckt man da eigentlich runter – und wie viele Kaugummis sind definitiv zu viele? Auf diese und weitere Fragen kennt FITBOOK die Antworten.

Kaugummi ist buchstäblich in aller Munde. Umso wichtiger ist es auszuschließen, dass die beliebte Angewohnheit in Wahrheit gar nicht so unbedenklich ist. FITBOOK beantwortet, was man sich zum Thema Kaugummi alles fragen dürfte.

Können Kaugummis Karies auslösen?

Wenn Kaugummis zuckerhaltig sind, verhalten sie sich gegenüber den Zähnen wie gewöhnliche Süßigkeiten – und zwar solche, die besonders lang im Mund verbleiben. Das bekannte Problem: Beim Verzehr kohlenhydratreicher Lebensmittel (so auch Kaugummis) wandeln Bakterien den Zucker in Säuren um. Diese lösen Mineralien aus dem Zahnschmelz heraus und begünstigen so die Entstehung von Karies.

„Bei den heute im Handel erhältlichen zuckerfreien Kaugummis besteht die Gefahr nicht“, sagt dazu Prof. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer. Häufig werde der Zuckeraustauschstoff Xylit verwendet. Dieser werde nicht von Bakterien zu Säuren verarbeitet. Nach Ansicht des Zahnarztes lässt sich daher ausschließen, dass sie Karies verursachen.

Welche Süßstoffe im Kaugummi enthalten sind, kann man mit einem Blick auf die Inhaltsstoffe erkennen.

Ersetzt Kaugummikauen das Zähneputzen?

„Ein deutliches Nein“, so Oesterreich. Kaugummikauen könne die Mundhygiene aber unterstützen, weil die Produktion von Speichel angeregt wird. Der Speichelfluss helfe dabei, Zähne etwa nach dem Essen zu reparieren, indem er den Mineralverlust ausgleicht. Zudem wirkt er antibakteriell und neutralisiert den durch die Säuren entstandenen sauren pH-Wert in der Mundhöhle.

Hans-Michael Mühlenfeld ist Vorsitzender des Bremer Hausärzteverbandes und sieht es auch so, dass Kaugummikauen das Zähneputzen nicht ersetzen kann. „Allerdings ist das Kauen zuckerfreier Kaugummis durchaus geeignet, Speisereste aus Zahnzwischenräumen zu entfernen“, erklärt der. Zumindest eine Vorreinigung sei also möglich.

Auch interessant: Kann Zähneputzen die Herzgesundheit schützen?

Wie viel Kaugummi ist zu viel?

„Eine definierte Obergrenze gibt es nicht“, versichert auf FITBOOK-Nachfrage Ernährungswissenschaftler Uwe Knop. Wie oft man zur Kaugummipackung greift, sei stets eine individuelle Entscheidung.

Haben Kaugummis eine abführende Wirkung?

Bekommt man vom Kaugummikauen ausgeprägte Kiefermuskeln?

Grundsätzlich stärkt jede Kaubewegung die Kiefermuskulatur, wie Zahnarzt Oesterreich erklärt. Zu sichtbaren Effekten wie deutlich ausgeprägten Kiefermuskeln führe das aber nur in extremen Fällen, etwa wenn jemand täglich stundenlang Kaugummi kaut.

Auch interessant: Neues Kaugummi soll Infektionen erkennen

Reduziert Kaugummikauen das Hungergefühl?

Nein, das Gegenteil sei eher der Fall. „Durch das Kauen wird ja dem Körper signalisiert: ‚Da kommt gleich etwas‘, was dann aber nicht kommt“, veranschaulicht Mühlenfeld. Dieser Effekt tritt aber nicht sofort auf. Zumindest zeitweise kann Kaugummikauen das Hungergefühl also verringern, komme anschließend aber verstärkt zurück.

Ist es schädlich, Kaugummis runterzuschlucken?

„Ein Kaugummi per se ist nicht schädlich“, sagt Oesterreich. Es handelt sich aber nunmal um einen nicht verdaulichen Stoff, und einen solchen sollte man ergo nicht zu sich nehmen. Erst recht nicht in großen Mengen. Wenn es mal versehentlich passiert, sei das aber kein Problem, geschweige denn Grund für einen Arztbesuch.

Fördert Kaugummikauen die Konzentration?

Jedes Kauen, also auch Kaugummikauen, regt die Durchblutung des Gehirns an. Das könne die Gehirnaktivität und somit die Konzentration fördern, so Oesterreich.

Verursacht Kaugummikauen einen Blähbauch?

Nicht zwangsläufig. Laut Mühlenfeld ist ein sogenannter Blähbauch aber denkbar, wenn man beim Kauen viel Luft verschluckt.