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Wie zuverlässig sind eigentlich Schrittzähler?

Bin ich heute schon auf meine 10.000 Schritte gekommen? Diese Frage können Fitness-Tracker nicht ganz exakt beantworten

Das Geheimnis: der 3-Achsen-Beschleunigungsmesser

Die Technik dahinter besteht eigentlich nur aus einem sogenannten MEMS-Sensor – die Abkürzung steht für ein „mikro-elektro-mechanisches System“. Umgangssprachlich wird dieser oft auch als 3-Achsen-Beschleunigungsmesser bezeichnet, denn er kann alle Bewegungen, die wir nach links, rechts, nach vorne, hinten sowie oben und unten ausführen voneinander unterscheiden. Theoretisch ist er also in der Lage zu erkennen, ob wir uns nur umdrehen oder beugen oder eben einen Schritt machen. Die Daten werden dann in der dazugehörigen Smartphone-App angezeigt und ausgewertet.

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Allerdings ist es immer noch nicht möglich, die Bewegungen absolut fehlerfrei zu deuten. Dabei lassen sich insbesondere Fitness-Armbänder und Uhren leicht täuschen, denn auch Tätigkeiten wie Geschirrabwaschen oder Staubsaugen können durch die Bewegung des Handgelenks als ein Schritt gewertet werden. Auch beim Tanzen werden Armbewegungen als Schritte gedeutet – selbst wenn man die Beine kaum bewegt.

Die Polar M400 erwies sich bei unserem Kurztest als relativ unzuverlässiger Schrittzähler: Mal zählte sie zu viele, mal viel zu wenige Schritte.
Foto: FITBOOK

Alltagsbewegungen täuschen Schritte vor

Zu diesem Ergebnis kam auch Stiftung Warentest in ihrer Ausgabe vom Januar 2016. Keines der darin getesteten zwölf Fitness-Armbänder konnte alle Alltagsschritte exakt aufzeichnen, ebenso wenig wie die daraus errechnete Distanz messen. Nur beim reinen Gehen und Laufen waren die Ergebnisse zufriedenstellend, während Alltagsbewegungen die Messungen teils stark verfälschten.

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Überraschend zuverlässig war in unserem Kurztest der im iPhone 6 (iOS 10.3.3) integrierte Schrittzähler samt dazugehöriger Health-App
Foto: iPhone Screenshot

Schrittzähler im Kurztest

Unser Selbstversuch zeigte, dass beispielsweise die Sportuhr Polar M400 am Handgelenk auf dem Weg zur Arbeit mehr Schritte anzeigte als ein iPhone 6 in der Hosentasche. Es waren 75 Schritte beziehungsweise 4,4 Prozent mehr. Auch bei exakt gemessener Schrittanzahl auf einer Strecke gab es teils große Abweichungen: Die Polar M400 zeigte bei einer Testmessung 27 Prozent mehr und bei einer anderen Messung 47 Prozent weniger Schritte an. Während das iPhone bei der ersten Messung neun Prozent über der tatsächlichen Schrittanzahl lag und bei der zweiten, längeren Streckenmessung nur 0,4 Prozent mehr Schritte gezählt hat.

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Fazit

Erstaunlich gut funktionierte die Messung bei uns mit einem iPhone 6, während die Sportuhr Polar M400 teils stark vom tatsächlichen Wert abweichte. Dennoch: Schrittzähler und dazugehörige Apps motivieren, um auf die empfohlenen 10.000 Schritte pro Tag zu kommen und sich letztendlich einfach mehr zu bewegen.

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