Worauf Sie bei Funktionskleidung achten müssen

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Fast noch wichtiger aber: das Material. Abhängig von den Trainingsumständen soll es wärmen oder kühlen, schützen und/oder komprimieren. In der Alltagsmode nach wie vor eines der beliebtesten Materialien, hat sich Baumwolle aus dem Sportsegment weitestgehend verabschiedet. Nicht ohne Grund: So angenehm weich Baumwolle sich auf der Haut anfühlt, so schlecht kann sie Schweiß absorbieren. In der Folge saugen sich ihre Fasern voll, vergrößern ihr Volumen und der Stoff pappt feucht und schwer auf der Haut.

FITBOOK stellte einem Fachverkäufer des Frankfurter Sportfachmarkts Sportscheck die wichtigsten Fragen rundum Funktionskleidung.

Laufsport: Worauf ist bei Funktionskleidung zu achten?

Schnitt:

Für Runner empfehlen sich enganliegende Schnitte, die nicht am Körper schlackern oder im Wind flattern. Außerdem können sie den Schweiß bestmöglich von der Haut aufnehmen und nach außen transportieren. Alles andere – ob Tops bauchfrei, Hosen knöchel- oder knielang etwa ­– hängt von individuellen Vorlieben ab.

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Material:

Gerade bei ihren Running-Linien setzen mehr und mehr Hersteller auf Chemiefasern aus synthetischen Polymeren, etwa Mikrofasern und Polyester. Sie sind leicht und strapazierfähig, behalten lange ihre Form und sind nicht knitteranfällig. Vor allem spricht für Kunstfasern, dass sie Feuchtigkeit gut abtransportieren und schnell trocknen, wenn man darin geschwitzt hat. Trotzdem sollten Sie synthetische Funktionskleidung unbedingt regelmäßig waschen, sie neigt zu Geruchsentwicklung.

Laufkleidung aus Chemiefasern aus synthetischen Polymeren sind leicht und strapazierfähig, behalten lange ihre Form und sind nicht knitteranfällig

Foto: Getty Images

Radsport: Worauf ist bei Funktionskleidung zu achten?

Schnitt:

Auch hier sollte die Kleidung eng anliegen, alleine schon, um nicht nicht in der Kette zu landen oder sich in den Pedalen zu verheddern und ebenfalls zum besseren Schweißtransport. Tops für Radfahrer sind in der Regel vorne kurz und hinten länger geschnitten, um die Nieren zu schützen – falls man in den Regen kommt und es obendrein windet, besteht beim Biken sonst die Gefahr einer Unterkühlung dieses sensiblen Bereichs.

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Material:

Auch beim Radsport sind Polyesterfasern mit Elastikanteilen zu empfehlen, sowohl Oben- als auch beim Untenrum. Hochwertige Bike-Hosen, die auf längeren Touren Komfort bieten, haben mit den hauchdünnen Radlerhosen, die uns früher zum Schaulausflug übergezogen wurden, nichts mehr zu tun. Sie fahren gut mit einem anatomisch geformten Sitzpolster im Gesäßbereich, das den Druck gleichmäßig auf Sitz- und Schambein verteilt – idealerweise aus antibakterieller Qualität.

Radkleidung sollte eng anliegen, alleine schon, um nicht nicht in der Kette zu landen oder sich in den Pedalen zu verheddern

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Wandern: Worauf ist bei Funktionskleidung zu achten?

Schnitt:

Lockere bewegungsfreundliche Schnitte sind für Sie ideal. Allzu weit sollten sie jedoch nicht sein – gerade bei Wanderungen an kühleren Tagen sind oftmals mehrere Schichten Kleidung übereinander nötig. Lange Hosen schützen vor eventuellem Sonnenbrand, Zecken und Mücken, sind aber im Sommer womöglich zu warm. Daher ideal: eine Zipp-Hose mit abtrennbaren Beinen. Die Sonnencreme haben Sie ja hoffentlich sowieso dabei.

Material:

Beim Wandern hat sich Oberbekleidung aus einem Merinowolle-Seidengemisch bewährt, da sie bei kalten Temperaturen wärmt und im Sommer kühlend wirkt. Es stimmt zwar, dass Merinowolle Feuchtigkeit annimmt, sie leitet diese jedoch besser ab als Baumwolle und wirkt auf natürliche Weise antibakteriell – das verhindert Geruchsentwicklung.

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Bei der Hose kommt es ein stückweit darauf an, wo Sie wandern. Auf Tagestouren, beispielsweise in den Mittelgebirgen, sind besonders leichte Modelle zu bevorzugen, die zudem vor UV-Strahlung schützen. In jedem Fall sollte sie aus Kunstfasergeweben bestehen, die windabweisend sowie atmungsaktiv sind und zudem schnell trocknen, wenn Sie in den Regen kamen.

Pro-Tipp für’s Wandern: Mehrere Schichten Kleidung übereinander tragen

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Gibt es für Sommer andere Funktionskleidung als für Winter?

Der Gedanke liegt nahe, immerhin ist es beim Training in der Hitze das A und O nicht zu überhitzen und auch frieren will niemand. Dennoch bleibt das Material von Funktionskleidung immer gleich, unabhängig von den Temperaturen. Natürlich setzt man, sobald es kälter wird, auf Lagenlooks mit Thermofunktion, insbesondere beim Wandern. Hier ist Unterwäsche aus Vlies empfehlenswert und darüber lockerere Kleidung, damit in der Luft zwischen den Funktionswäschen Wärme gespeichert werden kann.

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Im Winter sind beim Outdoor-Sport wasserfeste Isolationsjacken unerlässlich. Hier entscheidet die persönliche Vorliebe zwischen Daunen- und Polyesterjacken. Erstere sind leichter, was viele als angenehmer empfinden, klumpen im Starkregen jedoch zusammen und wärmen dann nicht mehr gut. Ein eindeutiger Vorteil von Polyesterjacken ist, dass sie sehr schnell trocknen.

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