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Große Studie

Wer sich so ernährt, senkt sein Herzinfarkt-Risiko

Joghurt, Milch und Co - sind sie jetzt gesund oder nicht?
Foto: Getty Images

Selbst Experten sind sich bei diesem Thema häufig nicht einig: Sind Milchprodukte jetzt gesund oder nicht? Jetzt kommt eine groß angelegte Studie zu dem Schluss, dass nicht alle Milchprodukte denselben Effekt haben. Lesen Sie hier die Details.

Auf der einen Seite enthalten Joghurt und Co. viele wertvolle Nährstoffe wie Kalzium und B-Vitamine, auf der anderen Seite aber auch viele gesättigte Fettsäuren, die das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen sollen. Deswegen streiten Experten nach wie vor darüber, wie gesund oder ungesund Milchprodukte denn jetzt sind.

Eine aktuelle, großangelegte internationale Studie liefert wohlmöglich ein weiteres Puzzleteil zur Beantwortung dieser Frage. Über einen Zeitraum von neun Jahren haben die Forscher das Essverhalten von knapp 150.000 Personen in 21 Ländern ermittelt und dieses mit der Häufigkeit bestimmter Erkrankungen und Todesfällen abgeglichen. Die Ergebnisse wurden vor kurzem in dem renommierten Wissenschaftsjournal The Lancet‘ veröffentlicht.

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Das fanden die Wissenschaftler heraus

Insgesamt stützen die Ergebnisse der Studie die Annahme, dass sich ein moderater Milchkonsum positiv auf das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkankungen auswirkt: Sowohl Joghurt, Milch und Käse reduzierten in der Studie das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen.

Nur ein Butterkonsum von einer Portion oder mehr pro Tag (mindestens 5 Gramm, das gleicht in etwa einem Teelöffel) hatte keinen schützenden Effekt auf das Schlaganfall- und Infarktrisiko, allerdings auch keinen negativen.

Im Gegensatz zu der These, dass alle gesättigten Fette schlecht für die Herzgesundheit seien, wurde in dieser Studie auch bei Milchprodukten mit Vollfettstufe ein schützender Effekt festgestellt.

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Stimmen die Erkenntnisse mit aktuelle Ernährungsempfehlungen überein?

Diplom Oekotrophologin Silke Restemeyer von der Deutschen Gesellschaft der Ernährung (DGE) empfiehl auf Nachfrage von FITBOOK einen moderaten Konsum von Milchprodukten als Teil einer ausgewogenen Ernährung. Laut DGE sollte man pro Tag für eine ausreichende Kalziumzufuhr in etwa 200 – 250 Milliliter Milch beziehungsweise Gramm Joghurt verzehren. Als Äquivalent gelten 50 – 60 Gramm Käse.

Solch ein moderater Konsum trägt nicht nur zu einer guten Knochengesundheit bei, sondern schütze laut DGE auch vor Dickdarmkrebs.

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Warum sagen manche Experten dann Milchprodukte seien ungesund? 

Tatsächlich kommen nicht alle wissenschaftlichen Untersuchungen zu dem Schluss, dass Milchprodukte gesundheitsfördernde Effekte haben. Eine Studie aus dem Jahr 2014, kam zum Beispiel zum dem Ergebnis, dass der Konsum von Milch das Risiko für Herzerkrankungen erhöhe.

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Woher kommen diese widersprüchlichen Ergebnisse?

Als ein Grund hierfür lässt sich das unterschiedliche Nährstoffprofil der einzelnen Milchprodukte nennen. Käse enthält zum Beispiel deutlich mehr Fett als Milch und Joghurt. Fermentierten Milchprodukte (Joghurt, Kefir oder Buttermilch) haben zudem positive Effekte auf die Darmflora und reduzieren wahrscheinlich das Risiko für Diabetes Typ 2.

In vielen Studien, wird allerdings nicht zwischen Milch und Joghurt unterschieden, sondern die Effekte aller Milcherzeugnisse in einen Topf geworfen. Mögliche unterschiedliche Auswirkungen der einzelnen Produkte können dadurch allerdings übersehen werden.

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In einer Experteneinschätzung des Max-Rubner-Instituts ist außerdem nachzulesen, dass der Verzehr von Milchprodukten sich nicht auf alle Krankheiten gleich auswirkt.

Das Risiko, dass von einem regelmäßigem Verzehr von Milchprodukten ausgeht, wird von dem Ernährungsinstitut wie folgt eingeordnet:

  • Kein erhöhtes Risiko für Herzkreislauf-Erkrankungen
  • Positive Auswirkungen auf den Bluthochdruck
  • Verringertes Risiko, um an Diabetes 2 zu erkranken
  • Verringertes Risiko, um an Darmkrebs zu erkranken
  • Für Männer besteht bei hohem Milchkonsum ein erhöhtes Risiko für Prostatakrebs

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Als weitere Ursache für die teils widersprüchlichen Studienergebnisse, nennen Experten des Max-Rubner-Instituts die unterschiedliche Tierhaltung und Fütterung von Kühen in Nordamerika und Europa. Denn: was den Tieren gefüttert wird, hat einen direkten Einfluss auf das Fettsäurenprofil der Milch. Und die Tierhaltung und Fütterung in den USA ist stärker auf Hochleistung ausgerichtet als in Europa.

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