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Corona-News

Maskenpflicht für Kinder wird gelockert

Eine Junge mit FFP"-Maske steht am Zuggleis
Die FFP2-Maskenpflicht gilt vielerorts auch für Kinder. Doch nicht für alle Kinder gibt es sie in der passenden Größe.Foto: Getty Images

Mit der „Bundesnotbremse“ kam die FFP2-Maskenpflicht etwa in Bussen und Bahnen oder beim Friseurbesuch. Sie galt bisher auch für Kinder. Weil dem Gesundheitsminister FFP2-Masken in kleinen Größen fehlen, soll die Pflicht für Jüngere nun entfallen. Mehr dazu und weitere Corona-News lesen Sie bei uns.

Trotz der Corona-Pandemie müssen Kinder von 6 bis 16 Jahren in Deutschland künftig in vielen Fällen keine FFP2-Masken mehr tragen. Der Bundestag strich nun eine entsprechende Verpflichtung aus dem Infektionsschutzgesetz. Wenn der Bundesrat ebenfalls zustimmt, ist in Bussen und Bahnen, bei Friseurbesuchen oder medizinischen Terminen für Kinder künftig eine einfache OP-Maske ausreichend. Kinder unter sechs Jahren sind ohnehin generell von der Maskenpflicht ausgenommen.

„Masken müssen sitzen, damit sie schützen“, begründete Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zuvor diesen Schritt. „Da es für Kinder und Jugendliche kaum passende FFP2-Masken gibt, streichen wir für sie im Bundesgesetz die entsprechende Pflicht.“ Die künftig verpflichtenden OP-Masken gebe es in passender Größe, und auch sie verhinderten Infektionen.

Gleichzeitig hat der Bundestag strengere Strafen für das Fälschen von Impfpässen beschlossen. Wer gefälschte Impfdokumente oder Testergebnisse nutzt, muss mit bis zu einem Jahr Gefängnis rechnen. Für das Eintragen falscher Angaben drohen sogar zwei Jahre Haft.

Darüber hinaus können Corona-Impfungen künftig nicht mehr nur von Ärzten, sondern auch von Apothekern nachträglich in einen digitalen Impfpass eingetragen werden. Darüber hinaus sind Hochschulen – im Gegensatz zu Schulen – dank der Gesetzesnovelle von der Verpflichtung zum Wechselunterricht ausgenommen.

Weitere Corona-News – Übersicht

Mehrheit der Deutschen befürwortet Ende der Impfpriorisierung

Fast zwei Drittel der Deutschen findet die ab Anfang Juni geplante Aufhebung der Corona-Impfpriorisierung einer Umfrage zufolge gut. 65 Prozent der Befragten befürworten den Schritt, 18 Prozent lehnen ihn ab, wie aus einer Mitteilung des Meinungsforschungsinstitut YouGov hervorgeht. Die weiteren Befragten machten keine Angabe. Besonders unter jungen Erwachsenen sei die Zahl der Befürworter groß, teilt YouGov mit.

Ab 7. Juni soll es in Deutschland keine Priorisierungsgruppen für die Corona-Impfungen mehr geben, unabhängig von der Art des Impfstoffs. In einigen Bundesländern wie Baden-Württemberg und Bayern soll das schon früher gelten.

Auch interessant: Wann bekomme ich meine Corona-Impfung? Online-Tool berechnet es

Impfpriorisierung soll am 7. Juni enden

In knapp drei Wochen soll die Impfpriorisierung enden. Gesundheitsminister Jens Spahn bat am Montagabend nach Beratungen mit seinen Länderkollegen die Menschen aber um Geduld. „Dass am 7. Juni oder auch in der Woche des 7. Juni alle, die wollen, geimpft werden können, das kann ich ausdrücklich nicht sagen“, erklärte der CDU-Politiker in den „Tagesthemen“. „Das heißt nicht, dass wir dann alle binnen weniger Tage impfen können. Ich muss weiterhin auch da um Geduld bitten.“ Man werde bis in den Sommer hinein brauchen, um alle, die wollen, auch impfen zu können.

Die seit dem Impfstart vor fünf Monaten eingeführten Vorranglisten nach Alter, Erkrankungen und Beruf sollen dann in Praxen und regionalen Impfzentren wegfallen. Ab 7. Juni sollen auch Betriebs- und Privatärzte regulär mitimpfen.

In der letzten Maiwoche sollen die Hausärzte in Deutschland erstmals Impfstoff von Johnson & Johnson erhalten. „Der Bund wird für die Woche vom 25. bis 30. Mai rund 1,6 Millionen Dosen von BioNTech, etwas mehr als 500.000 Dosen von Johnson & Johnson und voraussichtlich 600.000 von AstraZeneca bereitstellen“, teilte die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KVB) den Praxen in einer Mitteilung mit, über die die „Rheinischen Post“ berichtet. Der Impfstoff von Johnson & Johnson hat den Vorteil, dass er mit einer Dosis auskommt.

Der Deutsche Hausärzteverband sprach von einer großen Herausforderung für das Praxispersonal, das schon von Anfragen überrannt werde. „Bei allem Verständnis dafür, dass jede und jeder jetzt so schnell wie möglich dran kommen will, appelliere ich an die Patientinnen und Patienten: Habt Geduld!“, sagte der Vorsitzende Ulrich Weigeldt der „Rheinischen Post“ (18. Mai). Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, kritisierte in der Zeitung, nicht ein Datum dürfe das Ende der ethischen Reihenfolge bei der Impfung bestimmen. Allein der Impffortschritt in den drei Prioritätsgruppen müsse der Maßstab dafür sein.

Mehr als 70 Prozent der Über-60-Jährigen sind mindestens einmal geimpft, fast 25 Prozent vollständig. Insgesamt wurden inzwischen mehr als 40 Millionen Impfdosen verabreicht. 37 Prozent der Bundesbürger (30,8 Millionen) sind mindestens einmal geimpft – 11,2 Prozent (9,3 Millionen) voll.

95 Prozent Schutz laut Studie nur nach vollständiger BioNTech-Impfung

Eine neue Studie aus Israel unterstreicht die Notwendigkeit, sich doppelt mit dem BioNTech-Präparat gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Eine landesweite Untersuchung des dortigen Gesundheitsministeriums und des Herstellers Pfizer bescheinigte dem Impfstoff zwischen sieben und 14 Tagen nach Erhalt der ersten Dosis eine Schutzwirkung von 58 Prozent vor einer Infektion, von 76 Prozent vor einer Krankenhauseinweisung und 77 Prozent vor dem Tod. Sieben Tage nach der vom Hersteller empfohlenen zweiten Dosis reduziert sich das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus, einer Krankenhauseinweisung oder des Todes demnach jeweils um mehr als 95 Prozent.

Die Verfasser der im Fachmagazin „The Lancet“ veröffentlichten Studie betonten, dass noch wenig über die Dauer der Wirksamkeit der ersten Dosis bekannt sei. Der Erhalt nur einer Spritze könnte einen kürzeren Schutz-Zeitraum bedeuten, insbesondere in Gegenden mit neuen Coronavirus-Varianten. Generell gebe es weiterhin auch noch Unklarheiten über die Dauer der Immunität nach der zweiten Impfung.

Daten von israelischer Impfkampagne

Die Untersuchtung stützt sich auf Daten, die zwischen dem 24. Januar und dem 3. April 2021 in Israel erhoben wurden. Am 24. Januar hatten rund 2,6 Millionen Menschen die Erst- und 1,2 Millionen auch die Zweitimpfung erhalten. Am 3. April waren etwa 4,8 Millionen Menschen doppelt geimpft, 5,3 Millionen einfach. In Israel leben rund 9,3 Millionen Menschen.

Israel hatte am 19. Dezember damit begonnen, den Impfstoff zu verabreichen. Die Kampagne verlief sehr erfolgreich und rasch. Eine Vereinbarung der israelischen Regierung mit Pfizer sah eine Übermittlung von Impfdaten als Teil von Impfstofflieferungen vor. Das Land gilt somit als «Modell-Land» für die Analyse von Impfdaten.

Risiken bei AstraZeneca und Johnson & Johnson sehr gering

Nach Inkrafttreten der Corona-Notbremse in Deutschland rücken nun mehr Freiheiten für Geimpfte in den Fokus. Darüber soll auf einer Bund-Länder-Spitzenrunde an diesem Montag (26. April) debattiert werden, wie Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ankündigte.

Mehr Rechte für Geimpfte

Welche Beschränkungen fallen für Geimpfte weg? Diese ethisch heikle Frage soll laut Spahn bei der geplanten Ministerpräsidentenkonferenz mit im Zentrum stehen. Ein Aspekt sei: „Wie behandele ich vollständige Geimpfte in Relation zu tagesaktuell negativ Getesteten?“ Voller Impfschutz könne einem negativen Testergebnis gleichgestellt werden. Das betrifft laut Spahn etwa den Wegfall der Quarantänepflicht nach einem Kontakt zu einem Infizierten, die Regeln bei Einreiseverordungen und bei Öffnungsschritten etwa für Geschäfte.

Eine andere Frage sei: „Darf man jemanden, der vollständig geimpft ist, noch Kontaktbeschränkungen auferlegen?“ Laut Spahn müssen die im Grundgesetz geschützten Interessen des Einzelnen und die gleichzeitig hoch zu wertenden Schutzbedürfnisse insgesamt abgewogen werden. Die Regierung bereite für die Runde der Länderchefs eine Übersicht zu den Rechtsfragen vor. Ob es zu Entscheidungen komme, könne er nicht vorhersagen. Mögliche Umsetzungen könnte der Bund mit der neu im Infektionsschutzgesetz eingeführten Ermächtigung für Verordnungen treffen – mit Zustimmung von Bundestag und Bundesrat.

Impfungen und Nebenwirkungen

Zugleich gibt es gute Nachrichten für die Impfwilligen in Deutschland. Die oberste deutsche Impfbehörde stuft die Nebenwirkungen der Präparate von AstraZeneca und Johnson & Johnson als sehr gering ein. Hinsichtlich der Nebenwirkungen erläuterte der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), Klaus Cichutek, den aktuellen Stand. So kam in Deutschland auf 100.000 Impfungen mit AstraZeneca ein gemeldeter Fall eines Blutgerinnsels. Auch eine erneuerte Untersuchung in Großbritannien habe gezeigt, dass die Thrombosefälle in Zusammenhang mit AstraZeneca sehr selten seien. Bei dem Impfstoff von Johnson & Johnson sei das Verhältnis nach US-Daten sogar 1 zu 1 Millionen.

Cichutek begrüßte eine Freigabe des AstraZeneca-Impfstoffs auch für Unter-60-Jährige nach Abwägung mit dem Arzt. „Ich bewerte das als sehr vernünftige Maßnahme“, sagte der PEI-Präsident. Die Menschen sollten sich über mögliche Risiken informieren – etwa auf der Internetseite des PEI – und der Arzt diese individuell beurteilen. Bayern, Berlin, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern hatten mitgeteilt, dass Praxen den AstraZeneca-Impfstoff allen spritzen können. Die ständige Impfkommission hatte ihn für Unter-60-Jährige empfohlen, seinen Einsatz nach Abwägung mit Ärztin oder Arzt aber ermöglicht.

Bei Johnson & Johnson sieht die Impfkommission nach aktuellem Stand keine Altersbeschränkung vor, wie Cituchek nach einer Sitzung des Gremiums vom Vortag mitteilte. Die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) hatte schon grünes Licht für Johnson & Johnson gegeben. Spahn hatte eine zeitnahe Auslieferung angekündigt.

Spahn will Impfpriorisierung im Juni aufheben


Die Priorisierung beim Impfen gegen das Coronavirus in Deutschland kann nach Einschätzung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn im Juni aufgehoben werden. Zugleich warnte der Minister am Donnerstag im Bundesrat aber davor, jetzt nachlässig zu werden.

Man könne gegen die dritte Welle nicht animpfen, weitere Kontakteinschränkungen seien notwendig, warb der Jens Spahn in der Länderkammer für das neue Infektionsschutzgesetz. „Wir alle sind pandemiemüde, das Virus ist es nicht.“ Im Anschluss ließen die 16 Bundesländer das neue Infektionsschutzgesetz passieren, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier unterzeichnete es.

Spahn sagte, auch mit einer höheren Impfquote in Deutschland ließe sich die dritte Welle nicht brechen. Dies zeige etwa das Beispiel Israel, wo die Behörden trotz einer Impfquote von 40 Prozent die Flughäfen geschlossen gehalten hätten, um Kontakte zu reduzieren. In Deutschland sei mittlerweile zwar die Hälfte der über 60-Jährigen mindestens einmal geimpft. Im Mai könne entsprechend mit der Impfung der Prioritätsgruppe 3 begonnen werden. Dies lasse darauf schließen, dass Bund und Länder „dann im Juni die Priorisierung werden aufheben können“. Dafür seien jetzt zunächst aber weitere Einschränkungen und das neue Infektionsschutzgesetz erforderlich. Die gefundene Regelung sei ein „Kompromiss, der einen Unterschied macht“.

Neues Infektionschutzgesetz in Kraft

Das veränderte Infektionsschutzgesetz sieht vor, dass bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 100 in einem Landkreis automatisch eine weitgehende Ausgangssperre von 22.00 bis 05.00 Uhr in Kraft tritt. Der Einzelhandel soll bis zu einer Inzidenz von 150 mit „Klick-and-Meet“ und negativem Test offengehalten werden. Schulen und Kitas sollen ab einer Inzidenz von 165 schließen. Zudem sollen Arbeitgeber zwei Schnelltests pro Woche anbieten. Die Änderungen gelten zunächst bis zum 30. Juni. Von den insgesamt 411 Landkreisen und kreisfreien Städte weisen laut RKI derzeit 173 eine Inzidenz von über 165 auf, das heißt, dort müssen Schulen und Geschäfte geschlossen und eine Ausgangssperre verhängt werden.

Verringern zwei Masken übereinander getragen das Ansteckungsrisiko?

Doppelt hält besser? Bezüglich des Mund-Nasen-Schutzes kann das tatsächlich stimmen, wie eine kürzlich veröffentliche Studie der medizinischen Fakultät der Universität von North Carolina gezeigt hat. Denn medizinische Masken haben aufgrund ihres Materials zwar ein sehr hohes Filtrationspotenzial, passen sich aber nicht perfekt an das Gesicht an. Durch die kleinen Lücken und Hohlräume kann das Corona-Virus so über Aerosole in Mund und Nase gelangen.

Wer nur eine medizinische Maske parat hat, kann diese durch kleine Clips am Hinterkopf oder Knoten in den Bändern fester und besser an die eigene Gesichtsform anpassen. Wer allerdings zwei Masken eng übereinander trägt, minimiert die Entstehung von Lücken und Hohlräumen noch einmal mehr. Und dass führe dazu, dass sich auch das Risiko, sich mit Corona anzustecken, fast halbiere, schreibt das Forschungsteam.

Wichtig ist aber, dass die Masken wirklich eng getragen werden. Denn würden zwei Masken nur locker übereinandersitzen, hätte das den gegenteiligen Effekt: Dann schütze eine eng anliegende Maske besser. Den sichersten Schutz, so stellte das Forschungsteam fest, würde eine medizinische Maske unter einer eng sitzenden Stoffmaske liefern.

KBV schätzt, dass die Impf-Priorisierung im Mai enden könnte

Seit Kurzem wird nicht nur in Impfzentren gegen das Coronavirus geimpft, sondern auch in Hausarztpraxen. Wenn im Mai auch Fachärzte dazukommen und zudem die Zahl der gelieferten Impfdosen steigt, könnten auch Erwachsene geimpft werden, die nicht zu einer der priorisierten Gruppen gehören. Das vermutet Andreas Gassen, der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) im Gespräch mit der FAZ.

Bislang werden fast ausschließlich Personen geimpft, die zu einer priorisierten Gruppen gehören, also in der Corona-Pandemie besonders gefährdet sind. Dazu zählen Senior*innen, medizinisches Personal, Transplantationspatient*innen oder Lehrer*innen. Schätzung zufolge gehören rund 23 Millionen Deutsche zu einer der drei Priorisierungsgruppen. 16 Millionen von ihnen hätten die erste, fünf Millionen bereits die zweite Impfdosis erhalten. Wer nicht zu einer der drei Gruppen gehört, hat sich sicher schon damit abgefunden, noch einige Monate auf einen Impftermin warten zu müssen. Aber vielleicht ist man doch schon früher dran, als gedacht!

„Im Mai sind neben den Hausärzten sukzessive auch die Fachärzte mit an Bord, und wir werden immer mehr gesunde Menschen und andere Personen außerhalb der derzeit berechtigen Gruppen impfen“, sagt Andreas Fass von der KBV. Er rechne damit, dass auch die Priorisierungsvorschriften im Mai sukzessive fallen werden und jeder Erwachsene ein Impfung erhalten könne. Dass auch Fachärzt*innen impfen, sei in dieser Hinsicht sehr wichtig. Seiner Ansicht nach könnten auch Kinderärzte und Kinderärztinnen miteinbezogen werden. Bislang sei zwar kein Wirkstoff für Kinder unter 16 Jahren zugelassen, aber Kinderärzt*innen könnten Eltern impfen.

Mehr Impfstoffe für Arztpraxen

Bislang standen Hausarztpraxen vor dem Problem, dass sie gerne fleißig impfen würden, aber nur wenige Impfdosen wöchentlich zur Verfügung gestellt bekamen. Diese Situation soll sich nun auch verbessern. Am Freitag gab Gesundheitsminister Jens Spahn bekannt, dass in der letzten Aprilwoche rund 2,1 Millionen Impfdosen an Praxen geliefert werden sollen. Das wären 570.000 mehr als zunächst geplant und rund doppelt so viele wie in den Vorwochen.

Der Grund für diesen rasanten Anstieg des Wirkstoff-Nachschubs ist der Hersteller BioNTech/Pfizer. Er soll in der nächsten Woche 916.000 Impfdosen mehr ausliefern können als zuvor – rund 3,4 Millionen Dosen insgesamt. Das bedeutet für Arztpraxen: Anstelle von maximal 30 BioNTech/Pfizer-Dosen, können sie nun maximal 48 pro Woche bestellen. Insgesamt sollen für Impfzentren und Arztpraxen im Mai wöchentlich rund vier bis 4,5 Millionen Impfdosen zur Verfügung stehen.

Risiko von Sinusvenenthrombosen nach Infektion höher als nach Impfung

Der Covid-Impfstoff von AstraZeneca wird in Deutschland nur noch Personen über 60 Jahre empfohlen. Im Nachbarland Dänemark wird mit dem Wirkstoff überhaupt nicht mehr geimpft. Auch das Vakzin von Johnson & Johnson, wie AstraZeneca ein Vektoren-Impfstoff, wird vorerst nicht wie geplant an die EU geliefert, da es in den USA mehrere Fälle von Thrombosen gab. Ein Forschungsteam hat nun jedoch herausgefunden, dass das Risiko, eine Sinusvenenthrombose zu entwickeln, nach einer Covid-Infektion höher ist als nach einer Impfung. Allerdings untersuchten sie nur die mRNA-Vakzine.

Forschende verglichen Thrombose-Fälle nach Covid, Grippe und Impfung

Das Team der Universität Oxford hat in seiner Studie untersucht, wie häufig Sinusvenenthrombosen zwei Wochen nach einer Covid-Diagnose, nach einer Influenza-Diagnose oder nach der Impfung mit einem mRNA-Wirkstof (BioNTech/Pfizer oder Moderna) auftraten. Warum es in seine Forschungsarbeit nicht den AstraZeneca-Impfstoff einbezog, der bereits im Verdacht steht, eine Thrombose zu begünstigen, wird in der Studie nicht erklärt. An dieser Stelle ist es jedoch erwähnenswert, dass die Universität Oxford maßgeblich an der Entwicklung des AstraZeneca-Vakzins beteiligt war.

Ausgewertet wurden die Daten von 513.284 Covid-Patient*innen, 172.742 Grippe-Patient*innen und 489.871 Menschen, die die erste Dosis eines mRNA-Impfstoffes bekommen hatten. Als Vergleichswert diente das Auftreten von Sinusvenenthrombosen in der Allgemeinbevölkerung.

Thrombosen nach Covid-Infektion am wahrscheinlichsten

Die Forschenden geben an, dass die Sinusvenenthrombose-Inzidenz nach einer Covid-Diagnose bei 39 pro Million liegt. Das bedeutet, dass von einer Million Corona-Patient*innen statistisch gesehen 39 eine Sinusvenenthrombose innerhalb von zwei Wochen nach der Diagnose entwickeln. Bei der Grippe waren es null pro Million, bei einer mRNA-Impfung 4,1 pro Million. In der Allgemeinbevölkerung lag die Inzidenz bei 0,41 pro Million.

Ein ähnliches Ergebnis zeigt sich beim Risiko für Portalvenenthrombosen, das die Studie ebenfalls analysiert hat. Dabei handelt es sich um ein Blutgerinnsel in der Leber. Die Inzidenz nach einer Corona-Diagnose lag hier sogar bei 436,4 pro Million. Durchschnittlich 98,4 Grippe-Patient*innen und 44,9 mRNA-Geimpfte pro Million erlitten eine Portalvenenthrombose.

Somit ist das Thrombose-Risiko nach einer mRNA-Impfung deutlich geringer als das nach einer Covid-19-Infektion. Laut der Studienautoren schätzt die European Medicines Agency, dass etwa fünf von einer Million Menschen innerhalb von zwei Wochen nach der Impfung mit AstraZeneca eine Sinusvenenthrombose entwickeln. Somit wäre das Risiko zwar etwas höher als bei den mRNA-Wirkstoffen (4,1 pro Million), aber noch immer deutlich geringer als nach einer Covid-Diagnose (39 pro Million).

Regelmäßiger Sport kann laut Studie vor schwerem Covid-Verlauf schützen

Wer an Diabetes oder einer kardiovaskulären Erkrankung leidet, hat ein höheres Risiko für den schweren Verlauf einer Covid-Infektion. Auch Menschen über 60 Jahren oder solche mit Adipositas müssen häufiger im Krankenhaus behandelt werden. Nun bestätigt eine US-Studie, dass auch mangelnde Bewegung zu den Risikofaktoren zählt. Laut der Forschenden war fehlender Sport nach einem Alter von über 60 Jahren und einer Organtransplantation sogar der drittwichtigste Risikofaktor für einen Tod durch Corona.

Angaben zur Bewegung von fast 50.000 Krankenversicherten ausgewertet

Das Fontana Medical Center in Los Angeles hat im Auftrag der Krankenversicherung Kaiser Permanente ermittelt, wie sich Bewegung auf den Verlauf einer Covid-Infektion auswirkt. Bei jedem Arztbesuch werden die Versicherten von Kaiser Permanente gefragt, wie oft und wie lange sie innerhalb der letzten zwei Monate sportlich aktiv waren. Wer länger als 150 Minuten pro Woche bei mittlerer oder hoher Intensität trainiert, gilt als „konsistent aktiv“, bei weniger als zehn Minuten pro Woche als „konsistent inaktiv“. Bei Werten dazwischen werden die Versicherten als „teils aktiv“ eingestuft.

Für seine Studie griff das Team des Fontana Medical Centers auf ebendiese Daten von 48.440 Corona-Patient*innen zurück. Sie alle waren zwischen März 2018 und März 2020, also vor der Pandemie, mindestens drei Mal im Rahmen einer ärztlichen Untersuchung zu ihrer Bewegung befragt worden.

Wer häufig Sport macht, wird wegen Corona seltener hospitalisiert

6.984 Patient*innen waren in den vergangenen Jahren als „konsistent inaktiv“ eingestuft worden, 3.118 als „konsistent aktiv“. Der Rest wurde als „teils aktiv“ dazwischen eingestuft und landete bei den gleich folgenden Ergebnissen jeweils im Mittelfeld zwischen den Aktiven und den Inaktiven. Bei ihrer Datenanalyse berücksichtigten die Forschenden Alter, Herkunft und Vorerkrankungen der Proband*innen.

Von den Inaktiven mussten 10,5 Prozent wegen ihrer Covid-Infektion im Krankenhaus behandelt werden, bei den Aktiven waren es nur 3,2 Prozent. Ein ähnliches Ergebnis zeigt sich bei den Aufenthalten auf der Intensivstation: 2,8 Prozent der Personen ohne Bewegung mussten hier behandelt werden, während es nur ein Prozent bei den Sportfreunden war. 2,4 Prozent der 6.984 „konsistent inaktiven“ Covid-Patient*innen verstarben an der Krankheit, bei den „konsistent aktiven“ Patient*innen waren es 0,4 Prozent von 3.118.

Zusammenhang ist nicht definitiv abgeklärt

Das Forscherteam weist darauf hin, dass es sich bei der vorliegenden Forschungsarbeit um eine Beobachtungsstudie handelt, wodurch eine Kausalität zwischen Bewegung und Corona-Verlauf nicht abschließend bewiesen werden kann. Es sei möglich, dass ein besserer Gesundheitszustand für einen leichteren Verlauf verantwortlich sei – unabhängig von sportlicher Ertüchtigung.

Robert Sallis, Hauptautor der Studie, merkt jedoch an, dass Bewegung die Immunfunktion verbessere. Vorangegangene Forschungsarbeiten hätten in diesem Zusammenhang herausgefunden, dass Personen, die regelmäßig aktiv sind, generell seltener schwer an Virusinfektionen erkranken. Zudem mindere regelmäßiger Sport auch die Chance, adipös zu werden oder an Diabetes zu erkranken, was wiederum weitere Risikofaktoren für einen schweren Covid-Verlauf wären.

Johnson & Johnson verschiebt Impfstart in der EU

Wie auch FITBOOK vermeldete, wollte der US-amerikanische Arzneimittelhersteller Johnson & Johnson den von Janssen Pharmaceutical entwickelten Covid-Impfstoff „Janssen“ ab dem 19. April in die EU ausliefern. Der Wirkstoff wurde bereits zugelassen, wodurch einem Impfstart gegen Ende April nichts mehr im Wege stehen sollte. Nach einer Warnung des Centers for Disease Control and Prevention (CDC) wurde die Impfung mit dem Wirkstoff, den dort bereits mehrere Millionen Menschen erhalten haben, nun allerdings vorerst gestoppt.

US-Impfstopp-Empfehlung wegen sechs Thrombosefällen

Das CDC hatte zuvor eine Aussetzung der Impfungen mit dem Johnson & Johnson-Wirkstoff empfohlen, da es sechs Fälle von Sinusvenenthrombosen gegeben hatte. Bei den Betroffenen handelt es sich um Frauen im Alter zwischen 18 und 48 Jahren, die die Diagnose zwischen sechs und 13 Tagen nach ihrem Piks erhalten hatten. Im Gegensatz zu BioNTech/Pfizer, Moderna und AstraZeneca wird vom Johnson & Johnson-Vakzin nur eine Dosis, anstelle von zwei, benötigt. Drei der sechs Patientinnen hatten zudem eine Thrombozytopenie. Dabei handelt es sich um einen Mangel an Blutplättchen, was die Blutstillung negativ beeinflusst und zu vermehrten, längeren und auch gefährlicheren Blutungen führen kann. Nach Angaben der U.S. Food and Drug Administration (FDA) sei eine der sechs Frauen verstorben, eine weitere befinde sich in einem kritischen Zustand im Krankenhaus.

„Zum jetzigen Zeitpunkt scheinen diese Nebenwirkungen extrem selten“, sagte die FDA in einer gemeinsamen Mitteilung mit dem CDC. Der empfohlene Impfstopp sei aber eine Vorsichtsmaßnahme, bis konkrete Untersuchungsergebnisse vorlägen. Johnson & Johnson selbst teilte mit, dass ihnen die Fälle bekannt seien, bislang aber noch kein kausaler Zusammenhang nachgewiesen werden konnte. Der Konzern entschied sich dennoch die Auslieferung seines Vakzins an die EU zu verzögern.

Wann wird es Impfungen mit Johnson & Johnson in Deutschland geben?

In den USA wurden, nach Angabe der Behörden, bislang mehr als 6,8 Millionen Menschen mit dem Wirkstoff geimpft. Dabei handelt es sich, wie auch bei AstraZeneca, um einen vektorbasierten Impfstoff. Auch bei AstraZeneca wurden mehrere Fälle von Thrombosen bekannt, die zu einem vorübergehenden Impfstopp in Deutschland und mehreren anderen Ländern führten. Hierzulande wird der Wirkstoff des britisch-schwedischen Herstellers auf Empfehlung der Ständigen Impfkommission nur noch Personen ab einem Alter von 60 Jahren angeboten.

Ob es eine ähnliche Empfehlung auch für das Vakzin von Johnson & Johnson geben wird, ist noch unklar. Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums sagte der Tagesschau, es sei noch nicht entschieden, wie man nach den Hinweisen aus den USA vorgehen wolle. „Wir nehmen solche Warnungen immer ernst und gehen ihnen nach.“ Insgesamt sollten im zweiten Quartal eigentlich 55 Millionen Dosen des Wirkstoffes an die EU geliefert werden, rund 10 Millionen davon nach Deutschland.

Bundesregierung beschließt einheitliche, bundesweite Corona-Notbremse

Die Bundesregierung hat eine bundesweit einheitliche sogenannte Notbremse auf den Weg gebracht, mit der ab 100 Corona-Fällen pro 100.000 Einwohner an drei aufeinanderfolgenden Tagen automatisch zusätzliche Einschränkungen greifen, vermeldet die Nachrichtenagentur Reuters. Das Kabinett billigte eine entsprechende Änderung des Bevölkerungsschutzgesetzes, wie Reuters von einem Regierungsvertreter erfuhr.

Welche Maßnahmen beinhaltet die Notbremse?

Ist die oben genannte Inzidenz überschritten, sollen unter anderem Ausgangssperren von 21.00 Uhr bis 05.00 Uhr gelten. Ausnahmen sollen medizinische Notfälle, die Versorgung von Tieren, die Ausübung des Berufes und der Aufenthalt im eigenen Garten sein. Auch die Verpflichtung für Arbeitgeber, ihren Präsenzbeschäftigten mindestens einmal pro Woche einen Corona-Test anzubieten, sei auf den Weg gebracht worden.

Das gelte auch für die Anhebung der bezahlten Kinderkrankentage auf 30 Tage, die jedes Elternteil zur Betreuung etwa bei Schul- oder Kitaschließungen geltend machen kann. Denn die Betreuung in Kindergärten und der Präsenzunterricht an Schulen sollen ab einer Inzidenz von 200 eingestellt werden. Darunter soll Präsenzunterricht nur mit zwei Corona-Tests pro Woche pro Person gestattet sein.

Läden und Gastronomie bleiben bei Eintreten der Notbremse geschlossen. Restaurants dürfen nur bis 21 Uhr Speisen zum Abholen anbieten. Lieferungen sind auch nach 21 Uhr erlaubt. Ausgenommen von der Schließung sollen weiterhin unter anderem Lebensmittelmärkte, Apotheken, Drogerien, Optiker, Buchhandlungen, Tankstellen und Blumenfachhandel sein, solange sie Abstands- und Hygienekonzepte einhalten. Auch Friseure sollen geöffnet bleiben, wenn die Kund*innen einen negativen Corona-Test vorlegen, der maximal 24 Stunden alt ist.

Die Gesetzesvorlage muss allerdings noch den Bundestag und den Bundesrat passieren. Die Zustimmung der Länderkammer ist hingegen nicht erforderlich.

Studie nennt Risikofaktoren für schweren Covid-Verlauf bei Menschen U60

Mit dem Lebensalter nimmt auch das Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf zu. Aber auch Personen im erwerbstätigen Alter können so heftig erkranken, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen oder sogar an Corona sterben. Eine Studie in Zusammenarbeit mit der DKMS (ehemals: Deutsche Knochenmarkspenderdatei) ist der Frage nachgegangen, welche Risikofaktoren bei jüngeren Menschen einen schweren Krankheitsverlauf begünstigen können.

Von knapp 158.000 Teilnehmer*innen waren rund 8.000 positiv getestet worden

Für die Forschungsarbeit bat das Forscherteam Personen, die bei der DKMS für eine mögliche Stammzellenspende registriert und mittels Abstrich auf Covid-19 getestet worden waren, um das Ausfüllen eines Fragebogens. 157.744 Freiwillige im erwerbstätigen Alter zwischen 18 und 61 Jahren meldeten sich. Der Median lag bei 35 Jahren. Zudem waren 70 Prozent der Teilnehmer*innen Frauen. Alle beantworteten Fragen zu ihrem Coronatest, ihrem Lebensstil und ihren Erkrankungen – darunter zahlreiche Risikofaktoren wie Adipositas und Diabetes.

Von den Proband*innen berichteten 7.948, dass sie positiv auf Covid-19 getestet worden waren. Darunter befanden sich 1.987 Personen mit schweren Atemwegssymptomen. Bei 286 war eine Behandlung im Krankenhaus notwendig.

Alter, Diabetes und BMI sind die wichtigsten Risikofaktoren für Menschen U60

Die Analyse der Daten zeigte, dass auch innerhalb der Erwerbstätigen das Alter eine zentrale Rolle spielt. So hatten die 55- bis 61-Jährigen im Vergleich zu den 18- bis 24-Jährigen ein 5,3-fach höheres Risiko aufgrund von respiratorischen Beschwerden ins Krankenhaus zu müssen. Personen mit einem Body-Mass-Index (BMI) von 34 bis 40 – „Adipositas Grad II“ – hatten ebenfalls ein erhöhtes Risiko für eine Hospitalisierung. Im Vergleich zu Menschen mit Normalgewicht fiel die Chance 2,1-fach höher aus.

Auch ein medikamentös behandelter Diabetes mellitus wurde durch die Studie als Risikofaktor identifiziert. Ein arterieller Bluthochdruck hatte indes keinen nennenswerten Einfluss auf den Krankheitsverlauf.

Die Autor*innen der Studie fassen zusammen, dass die gravierendsten Risikofaktoren für relativ gesunde Menschen zwischen 18 und 61 Jahren Alter, BMI und Diabetes seien.

Sonnenlicht sorgt laut Studie für weniger Covid-19-Todesfälle

Sonnenlicht steht laut den Forschenden der University of Edinburgh in direktem Zusammenhang mit einer geringeren Corona-Sterberate. Die positive Wirkung soll jedoch nicht durch das oft als „Wundermittel“ behandelte Vitamin D ausgelöst werden.

Analysen in drei Ländern bestätigen Einfluss von Sonnenlicht

Gegenstand der Forschungsarbeit waren die Daten zu den durch Covid-19 verursachten Todesfällen auf dem US-Festland zwischen Januar und April 2020. Diese Fälle verglichen die Wissenschaftler*innen mit dem UV-Index von 2.474 US-Landkreisen im selben Zeitraum. Dabei fanden sie heraus, dass Menschen, die in Bezirken mit der höchsten UV-Strahlung lebten, im Vergleich zu denen mit weniger Strahlung, ein geringeres Risiko hatten, an Covid-19 zu sterben. Dieselbe Analyse wurde noch einmal in England und Italien wiederholt und kam zum selben Ergebnis.

Das Forscherteam berücksichtigte bei seiner Analyse weitere Faktoren, die den Corona-Krankheitsverlauf beeinflussen könnten – darunter Alter, Ethnie, sozioökonomischer Status, Bevölkerungsdichte, Luftverschmutzung, Temperatur und Infektionszahlen. Das Ergebnis blieb weiterhin dasselbe.

Stickoxid und bessere Herzgesundheit sind mögliche Erklärungen

Laut der Forschenden könne dieser Effekt nicht mit höheren Vitamin D-Leveln erklärt werden, auch wenn andere Studien bereits in diese Richtung gedeutet hätten. Denn in der aktuellen Forschungsarbeit wurden nur Landkreise berücksichtigt, in denen der Ultraviolettbereich zu gering sei, um signifikant Vitamin D im Körper zu erzeugen.

Eine mögliche Erklärung für die geringere Zahl von Todesfällen ist laut der Expert*innen, dass die Haut durch Sonneneinstrahlung Stickoxid freisetzt. Das könnte die Reproduktion des Coronavirus schwächen.

Dasselbe Forscherteam hatte bereits in einer anderen Studie herausgefunden, dass Sonneneinstrahlung die kardiovaskuläre Gesundheit fördert, den Blutdruck senkt und zu weniger Herzinfarkten führt. Menschen mit Herzerkrankungen haben ein erhöhtes Risiko, an Covid zu sterben. Das könnte eine weitere mögliche Erklärung sein, warum Corona-Patienten*innen in Gebieten mit hohem UV-Index seltener sterben.

Jeder Dritte Covid-19-Genesene bekommt schwere neurologische oder psychologische Probleme

Schlaganfall, Demenz, Depressionen und Psychosen – das ist nur ein Teil der psychologischen und neurologischen Erkrankungen, deren Risiko durch eine Covid-Infektion deutlich ansteigt. Das hat eine britische Studie herausgefunden, die Langzeitfolgen bei Corona-Genesenen untersucht hat. Bei rund einem Drittel wurde innerhalb von nur sechs Monaten eine neurologische oder psychologische Störung diagnostiziert.

44 Prozent höheres Risiko als bei einer Grippe

Für die gerade veröffentlichte Studie, die als die bislang größte ihrer Art gilt, wurden digitale Gesundheitsdaten von mehr als 236.000 Covid-19-Patient*innen aus den USA ausgewertet. Das britische Forscherteam verglich diese Daten mit denen von anderen Patient*innen, die im selben Zeitraum an einer anderen Atemwegserkrankung litten. Es fand heraus, dass 34 Prozent der Corona-Genesenen, also jeder Dritte, innerhalb von sechs Monaten die Diagnose einer neurologischen oder psychologischen Störung bekam. Bei Personen, die auf der Intensivstation behandelt werden mussten, waren sogar 39 Prozent betroffen.

Weiterhin zeigte sich, dass Menschen, die an Corona erkrankt waren, ein 44 Prozent höheres Risiko für neurologische und psychologische Erkrankungen hatten, als Menschen, die sich von einer Grippe erholten. Im Vergleich zu weiteren Atemwegserkrankungen war das Risiko von Covid-Genesenen immerhin noch 16 Prozent höher.

Ängste und affektive Störungen am weitesten verbreitet

Das Forscherteam konzentrierte sich für die Studie auf 14 häufige psychologische und neurologische Zustände. Die häufigste Diagnose war „Anxiety“, also Ängste und Beklemmungen. 17 Prozent der Covid-Genesenen litten daran. Bei 14 Prozent wurde eine affektive Störung diagnostiziert. Dabei handelt es sich um eine Gruppe von psychischen Störungen, die sich durch extreme Stimmungslagen auszeichnen. Dazu zählen Depressionen, bipolare Störungen, Burnout und Manien. Durchschnittlich einer von 50 Genesenen erlitt zudem einen Hirninfarkt, wobei ein Blutgerinnsel das Gehirn beeinträchtigt. Auch Schlaganfälle und Demenz wurden häufiger diagnostiziert.

Bei zwei der 14 überprüften psychologischen und neurologischen Zustände zeigte sich jedoch kein erhöhtes Risiko im Vergleich zu Genesenen anderer Atemwegserkrankungen: Parkinson und das Guillain-Barré-Syndrom.

Stress und biologische Aspekte wohl Auslöser

Die Wissenschaftler*innen vermuten, dass Anxiety und Affektstörungen vermutlich durch den Stress und die Erfahrung, schwer krank zu sein oder sogar im Krankenhaus behandelt werden zu müssen, ausgelöst wurden. Schlaganfälle und Demenz sind hingegen vermutlich Resultate des Virus selbst oder der Abwehrreaktion des Körpers.

Andere Forschungen stützen die Ergebnisse der aktuellen. Im Februar hatte eine kleinere Studie bereits 381 Covid-Patient*innen untersucht, die in Rom im Krankenhaus behandelt worden waren. 30 Prozent bekamen nach ihrer Genesung die Diagnose „Posttraumatische Belastungsstöung“.

Moderna- und Pfizer-Impfstoffe senken laut Studie Infektionsrisiko um 90 Prozent

Das US-amerikanische Center for Disease Control and Prevention (CDC), vergleichbar mit dem deutschen Robert Koch-Institut (RKI), hat eine Studie zur Effektivität der Moderna- und BioNTech/Pfizer-Impfstoffe herausgegeben. Basis war keine klinische Untersuchung, sondern die Beobachtung geimpfter Arbeiter*innen in systemrelevanten Berufen. Aus diesem Grund wird dem Ergebnis eine hohe Verlässlichkeit zugesprochen. Zum Glück, denn es ist äußerst vielversprechend.

Bereits nach der ersten Impfdosis gut geschützt

Für die Studie beobachtete das CDC 3.950 Arbeitnehmer*innen in systemrelevanten Berufen aus den US-Bundesstaaten Arizona, Florida, Minnesota, Oregon, Texas und Utah. Sie alle wurden während der Hochphase der „Winter Welle“, zwischen Mitte Dezember 2020 und Mitte März 2021, mit dem BioNTech/Pfizer- oder dem Moderna-Vakzin geimpft.

Dabei stellte sich heraus, dass das Risiko der Proband*innen, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, zwei Wochen nach ihrer zweiten Impfdosis um 90 Prozent geringer war. Nach der ersten Dosis war das Ansteckungsrisiko immerhin bereits um 80 Prozent gesunken. Zudem seien beide Impfstoffe sehr effektiv darin, asymptomatische Infektionen zu verhindern. Die Direktorin des CDC, Dr. Rochelle Walensky, betont mit Blick auf das Ergebnis, wie wichtig es sei, beide Dosen des Impfstoffes zu bekommen, um den größtmöglichen Schutz gegen Covid-19 zu gewährleisten.

Eine israelische Studie kommt zu einem noch positiveren Ergebnis. Ihre Analyse der israelischen Impfdaten attestierte dem BioNTech/Pfizer-Impfstoff sogar einen 97-prozentigen Schutz gegen Covid-19.

Charité-Studie – Muss die Corona-Impfung regelmäßig aufgefrischt werden?

Wer sich gegen die Grippe impfen lässt, weiß: Der Schutz muss jedes Jahr aktualisiert werden, um vor neuen Variationen des Virus zu schützen. Bereits jetzt gibt es zahlreiche Mutationen des Coronavirus. Werden wir uns also in den kommenden Jahren regelmäßig impfen lassen müssen, um eine Infektion zu verhindern? Forschende der Charité – Universitätsmedizin Berlin haben die Evolution der „landläufigen Erkältungscoronaviren“ mit der von Grippenviren verglichen, um diese Frage zu beantworten.

Anpassung der derzeitigen Impfstoffe notwendig? Forschung an Erkältungscoronaviren

„Influenzaviren sind Meister darin, sich der Immunreaktion des Menschen zu entziehen: Sie verändern sich so schnell, dass die Antikörper, die das Immunsystem nach einer früheren Infektion oder Impfung hergestellt hat, sie nicht mehr gut erkennen können“, heißt es in einer Pressemitteilung der Charité. Daher sei es beim Grippevirus nötig, den Impfstoff in jeder Saison neu anzupassen. Erste Sars-CoV-2-Varianten, wie die in Südafrika entdeckte Mutation, würden die Immunreaktion teilweise bereits jetzt unterlaufen.

Um zu überprüfen, ob das eine Anpassung der derzeitigen Impfstoffe notwendig macht, haben die Virolog*innen die genetische Entwicklung von Erkältungscoronaviren untersucht. Dabei handelt es sich um vier Virus-Arten, die bereits deutlich länger umgehen als Sars-CoV-2. Sie sind für etwa zehn Prozent der Erkältungen weltweit verantwortlich und aufgrund ihrer Struktur mit dem Auslöser der aktuellen Pandemie vergleichbar. Alle vier haben dasselbe Spike-Protein (die abstehenden „Stacheln“ mit „Krone“ auf der Oberfläche des Virus), gegen das die Impfstoffe gerichtet sind.

In ihrer Forschungsarbeit überprüften die Wissenschaftler*innen, wie sich eben dieses Spike-Gen in den letzten 40 Jahren bei den beiden am längsten bekannten Coronaviren verändert hat. Hierfür verglichen Sie Sequenzen aus einer Datenbank, die Proben aus vielen Jahren enthielt. Dabei stellten sie fest, dass sich der Stammbaum der Coronaviren, ebenso wie der des Grippevirus, asymmetrisch entwickelt, um sich einer Immunreaktion zu entziehen.

Regelmäßige Impfstoff-Updates werden in der nahen Zukunft nötig sein

Das Team verglich die Anzahl der Mutationen der Erkältungscoronaviren und der Grippeviren. Dabei zeigte sich, dass Erstere sich viermal langsamer verändern als die Influenza-Viren. „Das ist mit Blick auf Sars-CoV-2 eine gute Nachricht“, fasst es Prof. Dr. Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie, zusammen. Die Sars-CoV-2-Mutationsrate liegt zwar deutlich über dem der Coronaerkältungsviren, aber „der Grund dafür liegt hauptsächlich in dem hohen Infektionsgeschehen während der Pandemie: Wo es viele Infektionen gibt, kann sich ein Virus auch schneller weiterentwickeln“, erklärt Studienleiter Prof. Dr. Jan Felix Drexler.

„Auf Basis der Evolutionsraten der heimischen Erkältungscoronaviren gehen wir davon aus, dass sich auch Sars-CoV-2 langsamer verändern wird, sobald das Infektionsgeschehen abebbt.“ Also, wenn der Großteil der Weltbevölkerung durch eine Erkrankung oder eine Impfung einen Immunschutz aufgebaut hat. „Deshalb nehmen wir an, dass die Covid-19-Impfungen während der Pandemie regelmäßig überprüft und wenn nötig angepasst werden müssen. Sobald sich die Situation stabilisiert hat, werden die Impfungen aber voraussichtlich länger nutzbar sein.“

Zusammengefasst bedeutet das: Solange die Infektionszahlen noch hoch sind und die Pandemie weltweit tobt, gibt es für das Coronavirus viele Möglichkeiten, sich zu verändern und zu mutieren. In naher Zukunft wird eine Überarbeitung der Vakzine also wohl regelmäßig notwendig sein. In der fernen Zukunft, wenn die Verbreitung eingedämmt ist, nicht mehr.

Corona-Ansteckung nach Impfung ist möglich – aber das Risiko sehr gering

Impfungen sind eines der sichersten Mittel, um sich präventiv gegen Erkrankungen zu schützen. Ein 100-prozentiger Schutz kann jedoch nicht garantiert werden. So ist es auch möglich, sich nach einer Impfung gegen Corona mit dem Virus zu infizieren. Diese Wahrscheinlichkeit ist laut einer aktuellen Studie zum Glück jedoch sehr gering.

379 von rund 37.000 Geimpften infizierten sich

Die Studie wurde von Forschenden der University of California San Diego School of Medicine und der David Geffen School of Medicine UCLA durchgeführt. Als Forschungsobjekte wählten sie Mitarbeiter*innen der beiden Universitätskliniken aus, die zwischen dem 16. Dezember 2020 und dem 9. Februar 2021 mit dem Pfizer/BioNTech- oder dem Moderna-Wirkstoff geimpft wurden. 36.659 hatten die erste Dosis erhalten, 28.184 bereits die vollständige Immunisierung. Während dieser Phase (Mitte Dezember bis Anfang Januar) gab es in der Region einen hohen Anstieg der Corona-Infektionszahlen.

379 Proband*innen steckten sich mindestens einen Tag nach ihrer Impfung an. Die Mehrheit (71 Prozent) innerhalb der ersten zwei Wochen nach der ersten Dosis. 37 infizierten sich, nachdem sie bereits die zweite Dosis erhalten hatten.

Risiko von Krankenhausmitarbeitern liegt bei etwa ein Prozent

Die Studienautoren schätzen, dass das Risiko, nach einer Covid-19-Impfung positiv getestet zu werden, für die Mitarbeiter am UC San Diego Health bei 1,19 Prozent und am UCLA Health bei 0,97 Prozent liegt. Das sei höher als das Risiko, das Moderna und Pfizer/BioNTech bei ihren eigenen Forschungsreihen ermittelt hatten, die allerdings nicht nur Mitarbeiter*innen aus dem Gesundheitswesen untersuchten.

Dr. Lucy E. Horton, Professorin für Infektionskrankheiten und globale Gesundheit an der UC San Diego School of Medicine, hat drei mögliche Erklärungen für das höhere Risiko. Zum einen hätten Arbeitnehmer*innen aus dem Gesundheitswesen Zugang zu symptomatischen und asymptomatischen Tests. „Zweitens gab es einen regionalen Anstieg, der sich mit der Impfkampagne überschnitten hat und drittens gibt es demographische Unterschiede zwischen Mitarbeitern aus dem Gesundheitswesen und den Teilnehmern an klinischen Impf-Versuchsreihen.“ Arbeitnehmer*innen im Gesundheitswesen seien eher jünger und hätten ein größeres Risiko, Covid-19 ausgesetzt zu sein.

Infektion mehr als 14 Tage nach der zweiten Dosis sehr, sehr selten

Die Autor*innen der Studie ziehen das Fazit, dass der Schutz der Impfstoffe vielversprechend ist. Eine Infektion nach der vollständigen Immunisierung sei sehr selten und unwahrscheinlich. Dennoch betonen sie, dass die Wirksamkeit von Moderna und Pfizer/BioNTech zwar sehr hoch ist, aber nicht 100 Prozent beträgt.

„Das unterstreicht die extreme Wichtigkeit von allgemeinen Gesundheitsmaßnahmen, wie Masken, Abstand, das tägliche Abwägen von Symptomen und regelmäßigen Tests – selbst in einer Umgebung, in der viele geimpft sind – solange bis eine Herdenimmunität erreicht ist“, erinnert Dr. Francesca Torriani, eine Autorin der Studie.

Saisonale Effekte, die den Covid-19-Erreger beeinflussen können

Das Robert Koch-Institut (RKI) geht davon aus, dass sich Sars-CoV-2 in der kälteren Jahreszeit besser verbreitet. Im Sommer schwäche sich die Übertragungsdynamik tendenziell ab. Tatsächlich ließ das hiesige Infektionsgeschehen im Sommer 2020 nach. Kann man davon auf dieses Jahr schließen?

Der Leiter der Virologie an der Berliner Charité, Christian Drosten, hält das für unwahrscheinlich. „Dass wir 2020 einen so entspannten Sommer hatten, hatte wahrscheinlich damit zu tun, dass unsere Fallzahlen im Frühjahr unter einer kritischen Schwelle geblieben sind. Das ist inzwischen aber nicht mehr so“, sagte er kürzlich dem „Spiegel“. In Spanien etwa seien im Sommer die Fallzahlen nach einem Lockdown wieder gestiegen – trotz Hitze.

Umwelteinflüsse können die Stabilität von Coronaviren beeinflussen. Darüber hinaus könnten Umweltfaktoren auch auf die Aerosole oder Tröpfchen wirken, mit denen das Virus verbreitet werde, sagt die Virologin Stephanie Pfänder von der Ruhr-Universität Bochum. „Auch deren Eigenschaften verändern sich abhängig von den Umweltbedingungen.“ Auf Basis von Studien lassen sich für einzelne Faktoren wie Temperatur, Luftfeuchte und UV-Strahlung grundsätzliche Erkenntnisse ableiten. Ein Überblick:

Faktoren, die die Stabilität von Coronaviren beeinflussen

Temperatur: Die Virushülle ist im Freien bei einer Temperatur von etwa zehn Grad besonders stabil. „Je wärmer es wird, desto mehr nimmt die Stabilität ab“, erklärt Ulf Dittmer, Direktor des Instituts für Virologie des Uniklinikums Essen.

UV-Strahlen: Sonnenstrahlen – insbesondere UV-Strahlung – schädigen die genetische Information des Virus. „Ganz grob kann man sagen, dass UV-Strahlung in der Lage ist, das Virus zu inaktivieren, indem die virale Nukleinsäure angegriffen wird“, sagt die Virologin Pfänder. Die Viren seien dann nicht mehr infektiös.

Luftfeuchte: Die Erkenntnisse zur Luftfeuchte beruhen vor allem auf Untersuchungen zu Übertragungen in Innenräumen. Dort spielt die Luftfeuchte laut dem Leipziger Aerosolforscher Ajit Ahlawat eine wichtige Rolle. „Wenn die relative Luftfeuchtigkeit der Raumluft unter 40 Prozent liegt, nehmen die von Infizierten ausgestoßenen Viruspartikel weniger Wasser auf. Sie sinken daher nicht so schnell zu Boden, sondern bleiben in der Luft und können eher von gesunden Menschen eingeatmet werden“, erklärt Ahlawat. Heißt: Die Ansteckungsgefahr im Inneren bei höherer Luftfeuchte ist niedriger. ist. Ins Freie lassen sich die Erkenntnisse jedoch nicht übertragen, dort spielen weitere Faktoren eine Rolle – z.B. die Verdünnung der Aerosolpartikel in der Luft und die Inaktivierung durch UV-Licht.

Verhalten: Das Wetter beeinflusst auch das Verhalten der Menschen. Im Winter halten wir uns eher in geschlossenen Räumen auf, in der wärmeren Jahreszeit zieht es viele eher ins Freie. „Wenn sich das ganze Leben verstärkt draußen an der frischen Luft abspielt oder Räume durchgehend gut gelüftet werden, ist das Übertragungsrisiko natürlich geringer“, sagt Pfänder.

Immunsystem: Das menschliche Abwehrsystem muss mit verschiedenen Herausforderungen umgehen: Wunden, Bakterien, Pilze – oder eben Viren. Für jeden Fall und Eindringling versucht der Körper eine passende Immunantwort zu haben. „Alles gleichzeitig bereitzuhalten, würde aber sehr viel Energie kosten“, erklärt die Gießener Immunologin Eva Peters. Deswegen setze das Immunsystem – abhängig von der Jahreszeit – auf verschiedene Arten der Immunantwort: Die angeborene und die erlernte Immunantwort.

Vitamin D: Das mit Hilfe von Sonnenlicht gebildete Vitamin D hat zwar zwar regulatorische Effekte auf das Immunsystem. Noch ist jedoch nicht sicher, ob es vor einer Corona-Infektion schützen kann. Den aktuellen Forschungsstand hat FITBOOK hier für Sie zusammengetragen. Die besondere Bedeutung von Vitamin D für die Gesundheit steht außer Frage.

Temperatur, UV-Strahlung, Vitamin D: „Alle diese Faktoren verbessern sich im Frühjahr und im Sommer“, fasst Virologe Dittmer zusammen. Es gebe also saisonale Effekte. Doch wie stark das Wetter Einfluss auf das Pandemiegeschehen nehme, dazu fehlten noch konkrete Erkenntnisse.

R-Wert sinkt im Frühjahr und Sommer deutlich

„Wir wissen von Coronaviren, dass der R-Wert, also die Reproduktionsrate des Virus, aufgrund dieser Faktoren im Frühjahr und Sommer deutlich sinkt. Also mindestens um den Faktor 0,5, vielleicht sogar noch mehr. Und das ist schon relativ viel“, erklärt Dittmer. Das vergangene Jahr habe aber auch gezeigt, dass die saisonalen Effekte nicht zu einem kompletten Verschwinden führten.

Nun kommt den Experten zufolge noch eine weitere Unbekannte dazu: Virusmutationen. Der gewonnene Vorteil durch die saisonalen Effekte könnte von den infektiöseren Mutanten quasi „aufgefressen“ werden, sagt Virologe Dittmer mit Blick auf die kommenden Monate. Die saisonalen Effekte könnten dann möglicherweise nicht dafür ausreichen, dass der R-Wert langfristig unter die Schwelle von 1 sinkt, ab der die Pandemie abflaut. Virologin Pfänder geht davon aus, dass die wärmere Jahreszeit grundsätzlich schon dazu beitragen könne, die Übertragungsdynamik abzubremsen. Ungewissheit sieht auch sie bei den Mutanten. „Das Auftreten und die Verbreitung von Mutanten ist tatsächlich ein Faktor, der unberechenbar ist.“

Covid-19-Genesene über 65 haben höheres Risiko, wieder zu erkranken

Eine Infektion mit dem Coronavirus bietet den meisten Menschen in den Folgemonaten Schutz vor einer Neuansteckung. Zu diesem Ergebnis kommt eine großangelegte Studie in Dänemark, die nun in der Fachzeitschrift „The Lancet“ vorgestellt wurde. Bei älteren Menschen über 65 Jahren tritt eine wiederholte Infektion allerdings häufiger auf als bei jüngeren.

Untersuchung von rund 11.000 Patientendaten

Die Autoren der Studie haben umfangreiche Daten analysiert, die in Dänemark im Rahmen einer nationalen Corona-Teststrategie gesammelt worden sind und die erste und zweite Corona-Welle umspannen. Mehr als vier Millionen Menschen sind 2020 beim nördlichsten deutschen Nachbarn mit kostenlosen PCR-Tests getestet worden; die Ergebnisse machen sich die Dänen auch zu Forschungszwecken zunutze.

Nach Angaben der Wissenschaftler sind die PCR-Tests bei 0,65 Prozent der Patienten während der ersten und zweiten Corona-Welle zweimal positiv ausgefallen. Zum Vergleich: Der Test derjenigen, die während der ersten Welle im März bis Mai 2020 negativ getestet worden waren, war während der zweiten im darauffolgenden September bis Dezember bei 3,27 Prozent der Patienten positiv. Den Schutz vor einer wiederholten Infektion gaben die Forscher für jüngere Menschen mit 80 Prozent an – für Menschen über 65 dagegen mit nur 47 Prozent.

Neuinfektionen vor allem bei Über-65-Jährigen

„Unsere Studie bestätigt, worauf eine Reihe anderer bereits hingedeutet haben», erklärte einer der Autoren der Studie, der Epidemiologe Steen Ethelberg vom dänischen Gesundheitsinstitut SSI. «Eine Neuansteckung mit Covid-19 ist bei jungen, gesunden Menschen selten, für Ältere besteht aber ein höheres Risiko, sich noch mal anzustecken.“ Darauf, dass der Schutz nach einer einmal durchgemachten Infektion innerhalb einer sechsmonatigen Periode abnimmt, wurden keine Anzeichen gefunden, erklärte die Autorin Daniela Michlmayr.

Diese Erkenntnisse zeigen nach Ansicht der Forscher, dass Maßnahmen zum Schutz älterer Menschen, wie Abstandhalten und Impfen, auch für diejenigen von grundlegender Bedeutung sind, die bereits Covid-19 gehabt haben. Ihre Analyse lege weiterhin nahe, dass auch Menschen geimpft werden sollten, die sich bereits mit dem Coronavirus angesteckt hatten. Auf den natürlichen Schutz lasse sich besonders bei den Älteren nicht vertrauen.

RKI hält Chance des Versagens des PCR-Tests für „gering“

Auf Anfrage des Deutschen Ärzteblattes erklärte das RKI, dass die Wahrscheinlichkeit des Versagens der PCR-Tests „gering“ sei. 44 Prozent der Fälle seien durch die in Frankreich genutzten PCR-Tests erkannt worden, daher sei ein generelles Versagen auszuschließen. Ob das Virus nachgewiesen werden kann, hänge von verschiedenen Faktoren, wie dem Stadium der Erkrankung und wie professionell der Test durchgeführt wurde, ab. Daher seien die geringen Nachweisraten nicht ungewöhnlich.

Laut RKI seien bei einigen via PCR negativ getesteten Personen Abstriche im unteren Atmungsapparat durchgeführt worden, die wiederum positiv waren. Sollten dabei die gleichen Tests verwendet worden sein, würde das zeigen, dass sie auch bei der bretonischen Variante funktionieren.

Ultraschallwellen könnten laut Studie das Coronavirus schädigen

Mittlerweile kennt wohl jeder das Aussehen des Coronavirus: eine dichte, runde Oberfläche mit oben abgeflachten „Stacheln“. Durch eine Computersimulation fanden Forschende des Massachusetts Institute of Technology heraus, dass dieser Erreger wohl empfindlich gegenüber Ultraschallwellen ist. Von diesem neuen Ansatz erhoffen sie sich weitere Therapiemöglichkeiten, um die Pandemie zu bekämpfen.

25 bis 100 Megahertz sollen die Hülle des Virus einreißen lassen

Die Forscher*innen des MIT haben sich für ihre Studie mit der physikalischen Beschaffenheit des Coronavirus beschäftigt. Hierfür erstellten sie anhand von vorherigen Studien und Mikroskop-Aufnahmen des Virus ein Modell. Obwohl einige Punkte des Virus bislang noch unerforscht sind, beispielsweise was sich genau im Inneren der Zellhülle befindet und aus was für einem Material die „Stachel“ bestehen, sind die MIT-Forscher*innen überzeugt, ein akkurates Modell des Covid-19-Erregers gebaut zu haben. „Wir sind sicher, dass unser elastisches Modell ein guter Anfang ist“, sagt Tomasz Wierzbicki, Professor für angewandte Mechanik am MIT. „Die Frage ist, was den Virus so belastet und beansprucht, dass er einreißt.“

Um das herauszufinden, stellte das Team um Wierzbicki mit Computersimulationen Reaktionen des Virus auf Einflüsse von außen dar. Dabei zeigte sich, dass bei einer Schallwellen-Frequenz von 25 bis 100 Megahertz die Hülle und die „Stacheln“ des Virus innerhalb einer Millisekunde kollabierten und einrissen. Das sei ein ähnlicher Effekt, wie wenn eine Opernsängerin so hoch singt, dass ein Weinglas zerspringt. Der Coronavirus sei bei der Simulation sowohl im Wasser, als auch an der Luft geplatzt. Bei einer tieferen Frequenz von 25 bis 50 Megahertz sogar noch schneller als bei 100 Megahertz.

Rasterkraftmikroskop sollen endgültigen Beweis liefern

Um zu überprüfen, ob ihre Theorie auch außerhalb von Computersimulationen und -modellen funktioniert, arbeitet das Team des MIT mit Mikrobiologen aus Spanien zusammen. Gemeinsam wollen sie mithilfe von Rasterkraftmikroskopen an einem lebenden Coronavirus, der exklusiv in Schweinen vorkommt, überprüfen, wie er auf Ultraschallwellen reagiert. Sollte sich dabei bestätigen, dass Coronaviren und darunter auch SARS-CoV-2, durch Schallwellenfrequenz zerstört werden können, wäre das ein neuer Therapieansatz. Nierensteine werden beispielsweise bereits auf diese Weise behandelt.

Ursache für verstärkte Blutgerinnung bei Covid-19-Patienten

Mehrere Länder – darunter Deutschland, Frankreich, Italien und Dänemark – haben das Impfen mit dem Corona-Vakzin AstraZeneca aufgrund von Thrombose-Fällen ausgesetzt. Zahlreiche Fragen sind unterdessen offen. War die Reaktion angemessen? Klar ist ein möglicher Zusammenhang zwischen schweren Gerinnungsstörungen und der Verabreichung des Impfstoffs nämlich bisher nicht. Am Dienstag stufte die italienische Arzneimittelaufsicht Aifa den Impfstoff von AstraZeneca als sicher ein. Das Verhältnis von Nutzen zu Risiko sei „weitgehend positiv“, sagt Aifa-Direktor Nicola Magrini der Zeitung „La Repubblica“. In Deutschland erwartet der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses, Erwin Rüddel (CDU) vom Impfstoffhersteller, „schnell Klarheit“ zu schaffen: „Die Bürger warten auf ihre Impfungen.“

Tatsächlich bekannt ist die Gefahr durch verstärkte Blutgerinnung bei einer Covid-19-Erkrankung. Die Gefahr dabei: Organe wie Herz, Lungen, Nieren und Gehirn werden nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Mediziner des Universitätsklinikums Tübingen haben nun Blutproben von Patienten mit schwerer Covid-19-Infektion u. a. auf den D-Dimer-Wert (ein Thrombose-Marker) untersucht. Sie stellten fest, „dass die Fähigkeit einer Gerinnselbildung bei diesen Patienten kürzere Zeit braucht, um ein Gerinnsel zu bilden und die Gerinnungsfaktoren stärker aktiviert werden als bei anderen Patienten“, erklärt Prof. Dr. med. Tamam Bakchoul, Ärztlicher Direktor des Instituts für Klinische und Experimentelle Transfusionsmedizin (IKET) an der Uniklinik Tübingen in einem YouTube-Video. Diese Gerinnsel erhöhen die Gefahr von Thrombose – also der Bildung von Blutpfropfen in den Gefäßen.

Was bedeutet das für mögliche Therapieansätze? Dazu Bakchoul:  „Standardtherapien mit Blutverdünnern wie Acetylsalicylsäure, kurz ASS, alleine können diesen prothrombotischen Zustand bei intensivpflichtigen Covid-19-Patienten nicht hemmen.“ Er und seine Kolleg*innen kommen in einem entsprechenden Artikel zu dem Ergebnis, dass SARS-CoV-2-Viren die Thrombozyten indirekt im Blut dieser Patient*innen aktivieren. Und zwar über „Antikörper, die im Zuge einer massiven Immunantwort auf SARS-CoV-2 in viel zu hoher Zahl freigesetzt werden.“ Diese würde sich an die Blutplättchen binden und sie aktivieren.

Diese neuen Erkenntnisse sollen nun dazu beitragen, Menschen mit Herz- und Gefäßleiden bei Covid-19-Erkrankung frühzeitig vor Komplikationen zu schützen, indem man sie –prophylaktisch – mit gerinnungshemmenden Medikamenten behandelt und ihr Blut auf entsprechende Parameter (Gerinnung, Thrombozyten) untersucht.

Nach Impfung mit Einnahme von Paracetamol und anderen Mitteln warten

Bei den Impfungen gegen das Coronavirus können Nebenwirkungen, wie Schmerzen oder Fieber auftreten. Das Robert-Koch-Institut (RKI) empfiehlt in seinem Aufklärungsmerkblatt, dass bei einem solchen Fall „schmerzlindernde/fiebersenkende Medikamente (z.B. Paracetamol) eingenommen werden“ können. Man solle sich diesbezüglich vom Hausarzt oder der Hausärztin beraten lassen. Studien zu anderen Impfungen deuten jedoch daraufhin, dass es ratsam ist, die Arzneimittel nicht direkt anzunehmen, sondern einige Zeit zu warten.

Ein aktuelles Forschungspapier kanadischer Wissenschaftler*innen erinnert daran, dass noch nicht ausreichend erforscht sei, inwieweit sich schmerz- oder fiebersenkende Medikamente auf die Wirksamkeit der Covid-Impfungen auswirken. Bei anderen Vakzinen habe es diese Untersuchungen aber bereits gegeben. „Einige Studien haben nahegelegt, dass die Einnahme von Fiebermitteln direkt oder kurz nach einer Impfung deren Immunogenität beeinträchtigen kann, während es bei anderen nicht so war.“

Die Kanadier*innen verweisen unter anderem auf eine Studie aus dem Jahr 2009, in der getestet wurde, wie sich die prophylaktische Einnahme von Paracetamol auf die Impfwirkung bei Kindern auswirkt. Die Kinder, die prophylaktisch das Medikament bekamen, hatten seltener Fieber als Nebenwirkung entwickelt. Allerdings waren ihre Antikörpertiter signifikant geringer als die der Kinder in der Kontrollgruppe. Titer ist eine Maßeinheit, in der gemessen wird, wie hoch die Menge von Antikörpern im Blut ist.

Nach einigen Stunden sollte Einnahme unbedenklich sein

Das Center for Disease Control (CDC) weist ebenfalls daraufhin, dass es Belege dafür gäbe, dass Fiebermittel nicht vor oder unmittelbar nach einer Impfung eingenommen werden sollten. „Allerdings können sie für die Behandlung von Fieber und Unwohlsein verwendet werden, die nach einer Impfung auftreten.“

Die Empfehlung wird von einer niederländischen Studie aus dem Jahr 2014 gestützt. Sie hatte an erwachsenen Proband*innen getestet, wie sich die prophylaktische Einnahme von Paracetamol auf die Hepatitis-B-Impfung auswirkt. Die Erkenntnis: Eine sofortige Einnahme nach der Impfung, schwächte deren Wirkung ab, während eine Einnahme nach sechs Stunden keinen nennenswerten Einfluss zeigte.

Schmerzlindernde und fiebersenkende Mittel sollten also nie prophylaktisch verwendet werden, sondern nur mit einem gewissen Abstand zur Impfung und auch nur, wenn tatsächlich Beschwerden auftreten.

Adipöse Menschen bilden laut Studie deutlich weniger Antikörper nach Impfung

Millionen Menschen wollen sich möglichst zeitnah gegen das Coronavirus impfen lassen und warten sehnsüchtig auf ihren Impf-Termin. Zahlreiche Studien arbeiten währenddessen daran, weitere Wirkstoffe zu entwickeln und die bereits zugelassenen weiterhin zu prüfen. Eine italienische Studie hat das Corona-Vakzin des Herstellers BioNTech/Pfizer untersucht und dabei herausgefunden, dass Faktoren wie Geschlecht, Körpergewicht und Alter die Wirkung beeinflussen.

In der Studie, die maßgeblich für die Zulassung des BioNTech/Pfizer-Impfstoffes war, wurde kein wesentlicher Einfluss von Alter oder BMI gefunden. Diese Forschungsarbeit hatte allerdings nur das Risiko auf eine Erkrankung untersucht, nicht das Risiko allgemein, sich mit Covid-19 anzustecken. Die aktuelle Studie des Istituto Nazionale Tumori Regina Elena in Rom berücksichtigt nun auch, dass Patient*innen sich symptomatisch infizieren und andere anstecken könnten. Und in dieser Hinsicht gibt es bei Unterschiede.

99,5 Prozent der Proband*innen entwickelten Antikörper

In seinem Forschungspapier schreibt das Forscherteam, dass die Studie zwei Ziele gehabt habe. Zum einen wollten die Wissenschaftler*innen herausfinden, wie sich die Antikörpertiter sieben Tage nach der zweiten Impfdosis verändert hatten, zum anderen ob es Verbindungen zwischen Alter, Geschlecht und Body-Mass-Index (BMI) bei den Titer-Werten gäbe. Titer ist eine Maßeinheit, in der gemessen wird, wie hoch die Menge von Antikörpern im Blut ist.

Die Gruppe der Probanden bestand aus 248 Menschen, die im Gesundheitswesen arbeiten. 158 von ihnen waren Frauen (63,7 Prozent) und 90 Männer (36,3). Nach der zweiten Dosis des BioNTech/Pfizer-Impfstoffes hatten 99,5 Prozent der Teilnehmer*innen eine humorale Immunreaktion. Das beutetet, dass ihre B-Leukozyten Antikörper produzierten.

Einfluss von Gewicht, Alter und Geschlecht

Beim Gewicht zeigte sich der deutliche Trend, dass die Menge der Antikörper mit steigendem BMI sank.

Untergewichtige (BMI unter 18,5): Titer von 455,4
Normalgewichtige (BMI von 18,5 bis 24,9): Titer von 325,8
Übergewichtige (BMI von 25 bis 29,9): Titer von 222,4
Adipöse (BMI ab 30): Titer von 167

Derselbe Effekt zeigte sich auch beim Alter der Teilnehmer*innen. Je älter sie waren, desto geringer war die Anzahl der Antikörper in ihrem Blut.

Jünger als 37 Jahre: Titer von 453,5
37- bis 47-Jährige: Titer von 330,9
47- bis 56-Jährige: Titer von 239,8
Älter als 56 Jahre: Titer von 182,4

Hinsichtlich des Geschlechts zeigte sich, dass Frauen deutlich mehr Antikörper gebildet hatten als Männer.

Frauen: Titer von 338,5
Männer: Titer von 212,6

Schon ein Titer-Wert von 80 kann zu 100 Prozent schützen

Neben den drei bereits genannten Faktoren beeinflusst auch der Blutdruck die Bildung der Antikörper. Proband*innen mit einem niedrigen oder normalen Blutdruck hatten einen durchschnittlichen Antikörpertiter-Wert von 307,42, während es bei ihren Kolleg*innen mit Bluthochdruck nur 172,18 war.

Wer nun aber in eine dieser „Risikogruppen“ fällt, muss sich keine Sorgen machen. Bereits ein Titer-Wert von 80 schützt nach Angabe des Herstellers. Tests hätten gezeigt, dass bereits diese Zahl der Antikörper bis zu 100 Prozent der Viren von einer Infektion abhalten könne.

Der Leiter der Studie, Gennaro Ciliberto, warnt jedoch vor einem Restrisiko. Adipöse Infizierte würden häufiger schwer erkranken als Patienten mit Normalgewicht. In der jüngeren Altersgruppe sei Adipositas sogar das Hauptrisiko für einen schweren Covid-19-Verlauf.

Impfstoff von Johnson&Johnson bald auch in Deutschland?

In den USA steht ein weiterer Corona-Impfstoff im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie zur Verfügung. Nach der Notfallzulassung durch die Arzneimittelbehörde FDA sprach sich am Sonntag auch ein Beratergremium der Gesundheitsbehörde CDC für einen breiten Einsatz des Vakzins von Johnson&Johnson (J&J) aus. Es wurde damit gerechnet, dass die Leiterin der CDC sich den Empfehlungen der Experten anschließt und die ersten Dosen noch in der Nacht oder am Montag ausgeliefert werden.

Beim Impfstoff von J&J reicht eine Spritze

Bislang waren in den USA das gemeinsame Mittel von BioNTech und Pfizer sowie der Impfstoff von Moderna zugelassen. Im Vergleich zu diesen bietet der Impfstoff von J&J den Vorteil, dass eine Dosis ausreichen soll statt zwei. Zudem muss das Präparat nicht tiefgefroren gelagert werden, was die Verteilung erleichtert. Für die EU will die Arzneimittelbehörde EMA bis Mitte März über eine bedingte Marktzulassung entscheiden. Als weltweit erstes Land hatte Bahrain am Donnerstag eine Notfallzulassung erteilt.

J&J hatte Ende Januar für das Mittel eine Wirksamkeit von 66 Prozent beim Schutz vor mittelschweren bis schweren Covid-19-Verläufen in seiner weltweiten Untersuchung mit rund 44.000 Teilnehmern gemeldet. Bei der Vorbeugung einer Krankenhauseinweisung war das Vakzin 14 Tage nach der Impfung zu 85 Prozent wirksam und zu 100 Prozent nach 28 Tagen.

Wann könnte das Vakzin in Deutschland zugelassen werden?

Auch für den Einsatz in der EU hat J&J einen Zulassungsantrag gestellt. Bis eine entsprechende Entscheidung durch die EU-Arzneimittelbehörde EMA gefällt wird, dürften aber noch einige Wochen vergehen. Der zuständige Ausschuss benötige für seine Bewertung neben Zeit auch weitere Daten des Herstellers (z. B. Untersuchungsergebnisse zu Nebenwirkungen). Das berichtet u. a. der WDR.

Mitte März wissen wir hoffentlich mehr.

Mehr als die Hälfte aller Covid-19-Infektionen übertragen Erkrankte ohne Symptome

Das Forscherteam der University of Chicago hat für diese Erkenntnisse die erste Welle an Corona-Infektionen in New York City untersucht. Ihre Wahl fiel auf den „Big Apple“, da sie eine der ersten Städte war, die nicht nur die Zahl der positiven Testergebnisse, sondern auch die der insgesamt durchgeführten Tests vermeldet hatte.

Infektionen ohne Symptome können unbemerkt bleiben

„Ohne Daten zu den Testkapazitäten ist es sehr schwierig zu unterscheiden, welche Fälle wegen eines Mangels an Tests nicht gemeldet wurden und welche Fälle tatsächlich symptomatisch waren“, erklärt Rail Subramanian, der leitende Autor der Studie. Durch die Dokumentation der New Yorker Behörden sei es möglich gewesen, zu bestimmen, wie viele Covid-19-Fälle tatsächlich symptomatisch waren. Dafür haben die Forscher*innen auf Modelle zurückgegriffen, die anhand von epidemiologischen Daten berechnen, wie hoch Infektionsraten sind und wie viele Fälle unentdeckt bleiben. Die Modelle machten deutlich, dass 13 bis 18 Prozent der Covid-Infizierten Symptome gezeigt hatten.

Auch interessant: Die typischen Corona-Symptome im Überblick

Über die Hälfte der Infektionen ist auf asymptomatische Erkrankte zurückzuführen

„Wir können Ihnen sagen, dass 50 Prozent der Übertragungen in der Gesellschaft durch Menschen ohne Symptome geschehen – die, die asymptomatisch oder präsymptomatisch sind“, warnt Mercedes Pascual, eine Autorin der Studie. Die Daten würden jedoch keinen Aufschluss darüber geben, wie infektiös Erkrankte ohne Symptome tatsächlich seien. „Falls sie genauso gut übertragen wie symptomatische Infektionen, dann könnte sich die Epidemie noch schneller verbreiten als bisherige Modellen meistens angeben“, schreibt das Team in seiner Forschungsarbeit.

Selbst, wenn dem nicht so sei, der Anteil der Erkrankten ohne Symptome mache noch immer rund 80 Prozent der Infektionen aus. „Es ist entscheidend, dass alle – auch Menschen, die überhaupt keine Symptome zeigen – sich an die Richtlinien der Gesundheitsämter halten, also eine Maske tragen und Social Distancing betreiben“, rät Professor Qixin He. „Außerdem sollten Massentests für jeden einfach verfügbar sein.“

Asthmasprays können schweren Covid-19-Verlauf verhindern

In einer randomisierten Corona-Studie soll es die Häufigkeit eines schweren Covid-19-Verlaufs um 90 Prozent verkürzt haben, wenn die Patienten zweimal täglich ein Asthmaspray mit dem Wirkstoff Budesonid anwendeten. Darüber berichtet aktuell u. a. das „Ärzteblatt“.

Es sei bereits in früheren Studien aufgefallen, dass Asthmatiker „nur selten schwer an Covid-19 erkranken“, heißt es in dem Bericht. Dies könne daran liegen, dass die heutzutage gängigen Sprays meist das Steroid Budesonid enthalten. Eine Überlegung daher: dass die Inhalation von Budesonid die Replikation des Erregers in den Atemwegen behindert.

Die Forscher der aktuellen Studie (u. a. aus London, Oxford und Lund in Schweden) wollen mit 146 Corona-Infizierten gearbeitet haben. Diese hätten zum Großteil seit drei Tagen und maximal seit einer Woche an Covid-19-Symptomen gelitten, darunter Fieber, Kopf­schmerzen, Abgeschlagenheit, Husten sowie Geruchs- und Geschmackssinnsverlust. Sie waren tendenziell mild erkrankt, keiner von ihnen habe zu Beginn der Untersuchung im Krankenhaus behandelt werden müssen.

Ablauf der randomisierten Studie

Die Patienten wurden per Zufallsprinzip in zwei Gruppen aufgeteilt. Gruppe eins bekam zwei mal täglich jeweils einen Sprühstoß (à 800 µg Budesonid), Gruppe zwei wurde ohne das Asthmaspray betreut. Die Studienautoren halten fest: Aus der Budesonid-Gruppe musste nur ein Patient hospitalisiert werden. In der Kontrollgruppe waren es 10, also um 90 Prozent mehr. Ebenso sollen in der ersten Gruppe die Krankheitssymptome wesentlich schneller zurückgegangen sein.

Bislang ist die Studie nur auf einem Preprint-Server (medRxiv) erschienen. Das heißt, dass sie noch nicht von unabhängiger Seite gesichtet wurde. Zudem war die Untersuchung nicht placebokontrolliert. Sie wäre aussagestärker gewesen, hätte man den Studienteilnehmern aus Gruppe zwei ein scheinbares Asthmaspray ohne Wirkstoff verabreicht. Die Studienautoren sehen jedoch bereits jetzt großes Potenzial darin, einer Corona-Infektion frühzeitig mit der Inhalation von Budesonid zu begegnen. Weiterreichende Untersuchungen werden nötig sein, um ihren Eindruck zu bestätigen.

Zwei Masken übereinander können laut US-Studie sinnvoll sein

Zum Schutz vor dem Corona-Virus kann nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC das Tragen von zwei Masken übereinander sinnvoll sein. Behördenchefin Rochelle Walensky verwies am Mittwoch auf eine Studie, wonach ein Mund-Nasen-Schutz deutlich wirksamer sei, wenn er eng anliege. Dies könne erreicht werden, indem man über einer lose sitzenden chirurgischen Maske eine Stoffmaske trage. Andere Möglichkeiten seien, die Schlaufen der Maske mit Knoten zu verkürzen oder sie mit einem speziellen Rahmen fester ans Gesicht zu drücken.

Die CDC und das Weiße Haus betonten zugleich, dass es in den USA keine offizielle Empfehlung gibt, generell zwei Masken übereinander zu tragen. Es gehe nur darum, dass der Mund-Nase-Schutz dicht am Gesicht anliege.

Britische Corona-Variante wird laut Expertin wohl die Welt überschwemmen

Eine führende britische Forscherin warnt vor der Gefahr der Coronavirus-Varianten für die Impfstoff-Wirksamkeit. Es sei besorgniserregend, dass die britische Mutante beginne, weiter zu mutieren und dass dies die Wirksamkeit von Impfstoffen und die Immunität beeinträchtigen könnte, sagt die Leiterin des Gensequenzierungsprogramms im Vereinigten Königreich, Sharon Peacock, der „BBC“. Die britische Variante, die als ansteckender gilt, sei bereits landesweit dominant und werde „aller Wahrscheinlichkeit nach die ganze Welt überschwemmen“. Der Expertin zufolge dürfte das Virus die Welt noch lange beschäftigen. „Sobald wir das Virus in den Griff bekommen oder es mutiert, so dass es nicht mehr ansteckend ist und Krankheiten verursacht, können wir aufhören, uns darüber Sorgen zu machen. Aber ich denke, wenn wir in die Zukunft blicken, werden wir das noch jahrelang tun müssen. Meiner Meinung nach werden wir dies auch noch in zehn Jahren tun.“

Die meisten Corona-Toten offenbar „an“ und nicht „mit“ Covid-19 gestorben

Es sterben meist ältere, vorerkrankte Menschen im Zuge einer Corona-Infektion – „mit“, und nicht ursächlich „an“ Covid-19. Das behaupten zumeist Kritiker der Corona-Politik. Fälschlicherweise, wie sich nun herausstellt.

Pathologen vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein haben bei der Obduktion von Covid-19-Toten andere Erkenntnisse gewonnen. Demnach ist der Anteil an Patienten, die lediglich mit dem Erreger Sars-CoV-2 gestorben sind (mit anderen Worten: ohnehin gestorben wären), tatsächlich sehr gering. Den Großteil machten Patienten aus, die ursächlich an Covid-19 verschieden sind.

„Bei 85 Prozent der Fälle konnten wir wirklich bestätigen, dass sie an COVID-19 verstorben sind.“ Das erklärte Christoph Röcken, Pathologie-Direktor am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, gegenüber „Ärzteblatt“. Er beruft sich dabei auf insgesamt 50 Personen, die zum Todeszeitpunkt nach ihrer Sars-CoV-2-Infektion zwischen 53 und 90 Jahre alt gewesen waren. Neben ihren anderen Aufgaben obduzieren Röcken und Kollegen tägliche zwei Verstorbene.

Die Untersuchung ist Teil einer bundesweiten Initiative. Ihre Ergebnisse werden – zusammen mit denen der 34 weiteren beteiligten Unikliniken – in einem Obduktionsregister zusammengetragen.

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Erste Dosis des BioNTech-Impfstoffs kann bereits nach drei Wochen schützen

Grund dafür ist die vorläufige Erkenntnis, dass bereits die erste Dosis des Impfstoffes bis zu 90 Prozent schützen könne. Allerdings erst nach 21 Tagen. Innerhalb der ersten acht Tage nach der ersten Impfung soll das Ansteckungsrisiko sogar doppelt so hoch sein. Zu diesem Ergebnis kam ein britisches Forscherteam, indem es Daten des israelischen Impfprogramms neu analysierte.

Erst im Januar hatte Prof. Nachman Ash aus Israel dem „Army Radio“ erzählt, dass die erste Dosis des Impfstoffes weniger effektiv sei, als sie angenommen hätten. Laut Ash sei die Wirksamkeit sogar geringer gewesen, als es BioNTech/Pfizer mit 52 Prozent selbst angegeben hatte. Bei den Israelis, die die zweite Dosis bekommen hatten, soll die Zahl der Antikörper hingegen, laut Daten des Sheba Medial Centers in Tel Hashomer, um das Sechs- bis Zwölffache gestiegen sein.

Prof. Paul Hunter und seine Kollegin Dr. Julii Brainard von der University of East Anglia (England) haben die Daten des israelischen Impfprogramms nun erneut analysiert und kamen zu einem anderen Ergebnis als Prof. Ash. „Wir haben eine ganze Reihe von Schwachstellen in ihrer Datenanalyse gefunden“, wird Hunter im „The Guardian“ zitiert. „Sie haben zum Beispiel nicht versucht, die Wirksamkeit des Impfstoffes nach dem 18. Tag festzustellen. Das wäre ein besserer Indikator gewesen, um festzustellen, wie wirksam eine einzelne Impfdosis sein könnte, wenn die zweite Dosis um bis zu 12 Wochen verschoben wird.“ Ein Grund für die Neuanaylse ist die Entscheidung der britischen Regierung, die zweite Dosis erst nach 12 anstelle von drei Wochen zu geben, um vorerst mehr Bürger mit einer ersten Impfung versorgen zu können. Diese Praxis war von vielen Seiten kritisiert worden – auch mit Blick auf die Beobachtungen der israelischen Forscher.

Schon die erste Dosis kann schützen, allerdings erst nach einigen Wochen

Anhand der israelischen Daten überprüfte das Forscherduo, wie hoch der Inzidenzwert an jedem Tag nach der ersten Dosis in etwa war. Zudem schätzten sie die Wirksamkeit an den Tagen 13 bis 24 nach dem ersten Pieks ein. Eine Erkenntnis ist, dass sich die Fallzahlen bis zum achten Tag verdoppelten. Vermutlich, weil die geimpften Personen nach der ersten Impfung weniger Sorge vor einer Ansteckung hätten und daher weniger vorsichtig seien. Nach dem achten Tag fielen die Zahlen immer weiter. 

In ihrer Analyse schreiben Hunter/Brainard, dass die Wirksamkeit des BioNTech/Pfizer-Impfstoffes am 14. Tag praktisch bei null Prozent gelegen hätte und von dort an bis zum 21. Tag auf etwa 90 Prozent gestiegen sei. „Unsere Analyse zeigt, dass eine einzige Dosis des Impfstoffes einen hohen Schutz gewährt, auch wenn das bis zu 21 Tage dauern kann.“ Die Daten des israelischen Impfprogramms würden den britischen Ansatz untermauern, das zeitliche Intervall zwischen den beiden Dosen zu verlängern. Wichtig zu wissen: Die Analyse von Hunter und Brainiard wurde bislang noch nicht von anderen Forschern bewertet und überprüft.

Berichte über schwachen Impfschutz bei Senioren sind falsch


Der britische Pharmahersteller AstraZeneca wehrt sich gegen Berichte zu einer geringen Schutzwirkung seines Corona-Impfstoffs bei Senioren. Berichte, dass das Mittel bei Menschen über 65 nur eine Wirksamkeit von 8 Prozent habe, seien „komplett falsch“, teilte ein Sprecher mit.

Zuvor hatte das „Handelsblatt“ über den geringen Schutz bei älteren Menschen berichtet und bezog sich dabei auf deutsche Koalitionskreise. Auch die „Bild“-Zeitung berichtete darüber. AstraZeneca verwies unter anderem darauf, dass die Notfallzulassung der britischen Aufsichtsbehörde für Arzneimittel (MHRA) ältere Menschen mit einschließe. Auch habe ein Beratungskomitee für Impfungen den Einsatz des Impfstoffs bei Senioren unterstützt. Zudem habe eine im November im Fachblatt „Lancet“ veröffentlichte Studie gezeigt, dass der Impfstoff auch bei Senioren eine starke Immunantwort auslöse. Allerdings heißt es in einer späteren „Lancet“-Veröffentlichung auch, dass es wegen geringer Fallzahlen in der entscheidenden klinischen Studie noch wenig Daten zur Wirksamkeit bei älteren Menschen gebe.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will sich nicht an Spekulationen über eine angeblich schlechtere Wirksamkeit des Impfstoffs bei über 65-Jährigen beteiligen. Er wolle warten, bis die Daten aus den Studien ausgewertet worden seien. „Ich halte wenig davon, das jetzt in Überschriften spekulativ zu machen“, sagte Spahn am Dienstag im ZDF-„Morgenmagazin“. Er sagte, man werde auf Basis der wissenschaftlichen Erkenntnisse nächste Woche entscheiden, „welche Altersgruppen zuerst mit diesem Impfstoff geimpft werden“.

Ältere Menschen werden in Deutschland wie auch in Großbritannien und anderen Ländern mit Priorität geimpft, weil sie ein besonders großes Risiko für schwere Verläufe bei Covid-19 haben. Deshalb ist es wichtig, dass ein Impfstoff gerade auch Senioren gut schützt. Es war erwartet worden, dass der Impfstoff von AstraZeneca am Freitag in der EU zugelassen wird, in Großbritannien wird er bereits in großem Stil eingesetzt. Zuletzt hatte es Streit gegeben, weil AstraZeneca vorerst weniger Impfstoff an die EU liefern will als zugesagt.

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Einnahme von Gerinnungshemmern laut Experten kein Impfhindernis

Gerinnungshemmer schützen vor Schlaganfall und Embolien, Hunderttausende Herzkranke in Deutschland sind auf die Medikamente angewiesen. Eine Einnahme erhöht zwar die Blutungsneigung, einer Impfung gegen Covid-19 sollte das jedoch nicht im Weg stehen, betont die Deutsche Herzstiftung.
Die Schutzwirkung der Impfung gegen lebensbedrohliche Folgeschäden überwiege die Risiken durch Blutungen bei weitem, erklärt Prof. Thomas Meinertz von der Deutschen Herzstiftung.

Die Impfung erfolgt in die Oberarmmuskulatur, dies gilt auch für Patienten, die Gerinnungshemmer einnehmen, erläutert das Robert Koch-Institut (RKI). Wichtig sei eine sehr feine Injektionskanüle.
Im Anschluss sollte die Einstichstelle etwa fünf Minuten komprimiert werden. Die Experten raten zu einer Nachbeobachtungszeit von 15 bis 30 Minuten: „Darauf sollten Herzpatienten mit Gerinnungshemmern bei ihrem Impftermin ausdrücklich hinweisen“, empfiehlt Meinertz.

Blutverdünner keinesfalls eigenmächtig absetzen

Eine begonnene Impfserie solle außerdem mit dem gleichen Impfstoff abgeschlossen werden, auch wenn zwischenzeitlich weitere Impfstoffe zugelassen sein sollten. Keinesfalls dürfe der Blutverdünner ohne ärztliche Rücksprache für die Impfung abgesetzt werden, warnt der Herzspezialist. Insbesondere Patienten, die den Stoff Phenprocoumon (Handelsnamen: Marcumar/Falithrom) oder Coumadin einnehmen, sollten außerdem unbedingt Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt halten, inwieweit der sogenannte INR-Wert (Labortest für die Blutgerinnung) abgesenkt werden kann. Dieser sollte am Tag der Injektion in der Größenordnung von etwa 2 liegen, erläutert Meinertz. Dies minimiere das Risiko einer intramuskulären Blutung. Im Anschluss könne die Wiedereinstellung auf den therapeutischen INR-Bereich erfolgen.

Alkohol und Schmerzmittel vermeiden

Geringer sei das Blutungsriskio bei den sogenannten direkten oralen Gerinnungshemmern (NOAK), hierzu zählten die Medikamente Pradaxa, Xarelto, Eliquis und Edoxaban. Auch Patienten, die diese Medikamente einnehmen, sollten mit einer möglichst dünnen Kanüle geimpft werden.

Patienten, die NOAKs einnehmen, sollten das genaue Vorgehen und die Dosis ihrer Gerinnungshemmer-Medikation am Tag der Impfung mit ihrem Kardiologen besprechen. Um zusätzliche Blutungsrisiken zu reduzieren, raten die Experten der Deutschen Herzstiftung außerdem dazu, auf größere Mengen Alkohol zu verzichten und eine unkritische Einnahme von Schmerz- und Rheumamitteln möglichst zu vermeiden.

Corona-Lockdown treibt Preise für Fitness-Geräte nach oben


Wer wegen der Virus-Pandemie Sport in den eigenen vier Wänden machen wollte, musste im vorigen Jahr teilweise spürbar tiefer in die Tasche greifen. Denn die Hersteller von Fitnessgeräten erhöhten ihre Preise 2020 deutlich und profitierten damit vom Lockdown, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Im Gesamtjahr kletterten die Preise um 7,9 Prozent. Allein im Dezember kosteten Fitnessgeräte 13,1 Prozent mehr als vor Jahresfrist – „und das trotz des zum 1. Juli 2020 gesunkenen Mehrwertsteuersatzes“, wie die Statistiker betonten. Die gesamten Verbraucherpreise hingegen lagen Ende 2020 um 0,3 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats.

Im Kampf gegen das Virus mussten Fitnessstudios im Frühjahr und seit November erneut schließen. „Bereits während des ersten bundesweiten Lockdowns zur Eindämmung der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 kletterten die Preise für Heimtrainer, Laufband und Co. ungewöhnlich stark nach oben.“ In den Sommermonaten gingen die Preise demnach leicht zurück, lagen aber immer noch deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Zudem war die Nachfrage so groß, dass einige Geräte zeitweise kaum lieferbar waren.

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