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Corona-News

Corona-Impfstoff – Pfizer kürzt zugesagte Liefermenge für Europa

Impfstoff gegen das Coronavirus
Der Impfstoff ist ohnehin schon knapp. Nun sollen die zugesagten Lieferungen weiter eingekürzt werden.Foto: Getty Images

Pfizer will seine Anlagen ausbauen, um künftig größere Mengen an Impfstoff-Dosen produzieren zu können. Unmittelbar bedeutet das Schwankungen im Ablauf – der Pharmakonzern kommt mit seinen zugesagten Lieferungen nicht nach. Mehr dazu und weitere Corona-News.

Der Pharmakonzern Pfizer will das Produktionsvolumen seines in Zusammenarbeit mit dem Mainzer Unternehmen BioNTech hergestellten Vazkins vergrößern. In zu diesem Zweck vergrößerten Anlagen sollen dann pro Jahr 2 Milliarden Dosen des Corona-Impfstoff hergestellt werden können. Bislang wären 1,3 Milliarden Dosen möglich. Die Pläne sind zu begrüßen, sie bringen jedoch momentane Einbußen mit. So könne Pfizer seine für Europa zugesagten Lieferungen für die kommenden ca. drei Wochen nicht einhalten. Das erklärte am Freitag ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums, wie u. a. „Tagesschau“ berichtet.

Wie viele Impfdosen fallen weg?

Demnach sollen die Produktions- und Lieferschwankungen ganz Europa betreffen. Genauere Informationen dazu, um wie viel die erwartete Liefermenge reduziert wird, gibt es für Deutschland noch nicht. Norwegen jedenfalls erwarte ein Minus von rund 18 Prozent.

Zumindest in der kommenden Woche sei laut Bundesgesundheitsministerium nicht mit unmittelbaren Auswirkungen zu rechnen. Bund und Länder erwarteten, „dass die EU-Kommission in den Verhandlungen mit Pfizer schnellstmöglich Klarheit und Sicherheit für die weiteren Lieferungen und Lieferdaten schafft“.

Ende Februar, Anfang März soll es dann wieder mehr verfügbaren Corona-Impfstoff geben. Wie genau es in der Zwischenzeit aussehen wird, bleibt wohl abzuwarten.

Weitere Corona-News – Inhaltsverzeichnis

RKI meldet neuen Höchstwert an Corona-Toten seit Beginn der Pandemie

Von Mittwoch (13. Januar) auf Donnerstag sind in Deutschland so viele Menschen an oder mit dem Coronavirus gestorben wie im Verlauf der gesamten Pandemie noch nicht. Die Todeszahlen, die das Robert-Koch-Institut (RKI) aktuell vermeldet, liegen damit noch höher als am bisherigen Höchstwert-Tag am 8. Januar. Damals waren es 1188 Corona-Tote.

Auch sind es weiterhin zu viele Menschen, die sich mit dem Coronavirus infizieren. Insgesamt wurden der Behörde von den deutschen Gesundheitsämtern 25.164 neue Fälle gemeldet.

Von Mittwoch (13. Januar) auf Donnerstag sind in Deutschland so viele Menschen an oder mit dem Coronavirus gestorben wie im Verlauf der gesamten Pandemie noch nicht. Die Todeszahlen, die das Robert-Koch-Institut (RKI) aktuell vermeldet, liegen damit noch höher als am bisherigen Höchstwert-Tag am 8. Januar. Damals waren es 1188 Corona-Tote.

Verheerende Folgen der „Pandemiemüdigkeit“

Auch sind es weiterhin zu viele Menschen, die sich mit dem Coronavirus infizieren. Insgesamt wurden der Behörde von den deutschen Gesundheitsämtern 25.164 neue Fälle gemeldet.

Laut RKI-Epidemiologe Dirk Brockmann hängt das hohe Zahlenniveau mit einer gewissen „Pandemiemüdigkeit“ innerhalb der Gesellschaft zusammen. Das erklärte er im Morgenmagazin von ARD und ZDF. Man dürfe sich jetzt (noch) nicht auf einen Effekt durch Impfungen verlassen. Bislang seien bei Weitem nicht ausreichend Menschen geimpft worden, als dass sich dadurch am Infektionsgeschehen im Land etwas ändern könnte.

Spahn: „Impfangebot an alle“ ab dem Sommer

Die Debatte über knappe Impfstoffe könnte schon bald ein Ende haben. Das erklärte Jens Spahn in einer Regierungserklärung am Mittwoch. Im kommenden Quartal erwarte er eine deutliche Entspannung bei den Lieferungen. Man werde die Bereitstellungsstruktur hochfahren – und dann komme es auf die Impfbereitschaft der Bevölkerung an, „wenn wir das Virus besiegen wollen“.

Die Debatte über knappe Impfstoffe könnte schon bald ein Ende haben. Das erklärte Jens Spahn in einer Regierungserklärung am Mittwoch. Im kommenden Quartal erwarte er eine deutliche Entspannung bei den Lieferungen. Man werde die Bereitstellungsstruktur hochfahren – und dann komme es auf die Impfbereitschaft der Bevölkerung an, „wenn wir das Virus besiegen wollen“.

Laut Aussage des CDU-Politikers sind bereits mehr als 750.000 Menschen gegen das Coronavirus geimpft worden. Wir befänden uns in der „schwersten Phase der Pandemie“, mit jedoch einem Lichtblick: Die Anzahl an Corona-Intensivpatienten nehme ab.

Das Robert-Koch-Institut meldet am 19.600 neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden in Deutschland. 1060 weitere Menschen sind an oder mit der Infektion gestorben.

Zahlen weiterhin viel zu hoch

Das Robert-Koch-Institut meldet am 19.600 neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden in Deutschland. 1060 weitere Menschen sind an oder mit der Infektion gestorben.

An eine baldige Verbesserung glaubt man im Kanzleramt derzeit nicht. Bundeskanzlerin Angela Merkel soll intern eine „beunruhigende Inzidenz-Prognose bis Ostern“ gemacht haben. Insider gehen davon aus, dass die aktuellen Corona-Maßnahmen ein weitere Mal verlängert und verschärft werden.

J&J-Zulassungsantrag für Impfstoff wohl im Februar

Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson (J&J) will voraussichtlich im Februar den Zulassungsantrag für seinen Covid-19-Impfstoff in der Europäischen Union stellen. Das habe EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides bei einer Sitzung am Morgen angekündigt, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der konservativen EVP-Fraktion im Europaparlament, Peter Liese, am Mittwoch. Ein Sprecher von Kyriakides erklärte, er könne keine konkreten Angaben hinsichtlich eines Zulassungsantrags machen. Man hoffe aber, dass dieser in den nächsten Wochen eingereicht werde.
J&J und die Europäische Arzneimittelbehörde EMA, bei der der Antrag gestellt werden muss, waren zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Die EMA hatte im Dezember erklärt, sie rechne mit einem Antrag von J&J im ersten Quartal.

Bislang sind in der Europäischen Union der Covid-19-Impfstoff der Partner BioNTech und Pfizer zugelassen sowie der von Moderna. Der britische Pharmakonzern AstraZeneca reichte seinen Antrag am Dienstag bei der EMA ein. „Wenn alles gut läuft, steht uns in einigen Wochen bereits der vierte Corona-Impfstoff zur Verfügung“, sagte Liese.

Die „New York Times“ berichtete unterdessen, bei J&J könnte es Verzögerungen bei der Herstellung des Impfstoffes geben und der Konzern könnte womöglich in den USA bis Frühling nicht so viele Dosen liefern wie vereinbart. US-Bundesbeamten seien informiert worden, dass J&J seinen Produktionsplan verfehlen und erst Ende April aufholen werde, berichtete die Zeitung unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. J&J hatte Anfang der Woche erklärt, der Konzern sei auf Kurs, bis Ende 2021 fast eine Milliarde Dosen herzustellen. Das Unternehmen befinde sich in der finalen Phase der Auswertung eine großen klinischen Studie mit dem Vakzin. Die Daten hatte J&J bis Ende Januar in Aussicht gestellt. Der Impfstoff hat gegenüber den bereits zugelassenen den Vorteil, dass von ihm nur eine Dosis und nicht zwei verabreicht werden muss. 

Söder regt Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen an

Bislang ist die Corona-Impfung als Angebot zu verstehen. Geht es jedoch nach CSU-Chef Markus Söder, sollte sie als „Bürgerpflicht“ angesehen werden. Er stößt daher wiederholt die Diskussion einer Impfpflicht an – zumindest für bestimmte Berufsgruppen.

Söder moniert „zu viele Impfverweigerer“ im Pflegedienst

Der bayerische Ministerpräsident monierte gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ die hohe Anzahl an Impfverweigerern in ausgerechnet denjenigen Berufsgruppen, in denen sich das Virus besonders schnell verbreite. Er fordert daher den Ethikrat zur Prüfung einer Impfpflicht für Mitarbeiter in bspw. Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern auf. Daneben solle der Staat eine Kampagne mit prominenten Akteuren erwägen, um die allgemeine Befürwortung einer Impfung zu stärken.

Nicht alle Bürger wollen sich gegen den Erreger Sars-CoV-2 impfen lassen, oder zumindest nicht sofort. Einer der Gründe dafür bzw. dagegen sind die noch unklaren möglichen Langzeit-Nebenwirkungen.

Corona-Impfpflicht aus ethischer Sicht fragwürdig

Wenig überraschend, dass Söders Vorschlag polarisiert. Ein Gros der Fachleute, die sich öffentlich zu dem Thema geäußert haben, betrachten eine Impfpflicht gegen das Coronavirus als fragwürdig oder gar ethisch nicht zulässig. Skeptiker fürchten daher eine „Impfpflicht durch die Hintertür“. Diese könnte so aussehen, dass bspw. Fitnessstudio- und Restaurantbetreiber oder auch Fluglinien nur noch Personen zulassen, die sich haben impfen lassen.

Welche verschärften Corona-Regeln wann und wo gelten

Die Zahl an Neuinfektionen in Deutschland ist trotz der seit Mitte Dezember 2020 geltenden Corona-Regeln weiterhin zu hoch. Zu den Bund-Länder-Beschlüssen, auf die sich am vergangenen Dienstag (5. Januar) geeinigt wurde, gehören daher neben einer Verlängerung des Lockdowns auch verschiedene Maßnahmenverschärfungen.

Weniger private Treffen, weiter kein Präsenzschulunterricht

Seit vergangenem Freitag, Sonntag oder spätestens zum Wochenbeginn gelten in Hamburg, Berlin, Niedersachsen, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern strengere Kontaktbeschränkungen. Private Treffen sind nur noch im Familienkreis bzw. mit Angehörigen des eigenen Hausstandes und maximal einer weiteren Person erlaubt. Vorher waren es zwei. Eine Ausnahme für Kinder gilt nicht mehr. Präsenzunterricht ist nur für kleine Gruppen in Abschlussjahrgängen zugelassen. Berufstätige Eltern können eine Notbetreuung für Erst- bis Sechstklässler beantragen.

Ausgehen soll man nur noch mit triftigem Grund. Dies ist zwar eher eine dringende Empfehlung als eine Vorschrift. Zudem jedoch sollen Bürger in Gebieten mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 200 jegliche Art von Erledigungen auf einen Umkreis von ca. 15 Kilometern zum eigenen Zuhause zu beschränken. 

Auch gibt es neue Regelungen was Besuche in Pflegeheimen betrifft, jedoch mit Variationen je nach Bundesland. Was genau ab sofort wo gilt, entnehmen Sie einer detaillierten Übersicht auf der Website des Pflegeschutzbundes BIVA.

Quarantänepflicht für Einreisende

Quasi überall in Deutschland müssen Reiserückkehrer aus Risikogebieten einen maximal 48 Stunden alten Corona-Test vorlegen können und sich für zehn Tage in Quarantäne begeben (oder ggf. für fünf Tage, wenn das Testergebnis negativ ausgefallen ist).

CureVac verbündet sich mit Bayer im Corona-Impfstoff-Rennen

Es gehe darum, den CureVac-Impfstoffkandidaten CVnCoV möglichst vielen Menschen verfügbar zu machen – und das schnell. Dies erklärte Firmenchef Franz-Werner Haas am Donnerstag in einer Online-Konferenz der Oddo-BHF-Bank. Er spricht von mehreren Hundert Millionen Impfdosen. Das Problem: Noch ist das Vakzin nicht zugelassen.

Zulassung steht noch aus

CureVac hat im Juni mit der klinischen Erprobung seines Serums begonnen. Vor Weihnachten startete die zulassungsrelevante Studie mit mehr als 35.000 Teilnehmern. Zwischenergebnisse erwarte man zum Ende des ersten Quartals oder Beginn des zweiten Quartals.

Das CureVac-Vakzin basiert – wie die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna auch – auf einer Technologie der sogenannten Boten-RNA (mRNA). Wie mRNA-Impfstoffe wirken, erklärt FITBOOK Ihnen hier. Die Konkurrenzprodukte hatten in Studien eine Wirksamkeit von mehr als 90 Prozent gezeigt. CureVac strebe ähnlich beeindruckende Ergebnisse an, erklärte Haas. Der Bund war im Sommer mit 300 Millionen Euro bei CureVac eingestiegen und unterstützt das Impfstoff-Projekt mit bis zu 252 Millionen Euro.

Die Rolle von Bündnis-Partner Bayer

Der Vertrag sieht vor, dass Bayer CureVac bei der weiteren Entwicklung und Bereitstellung des Covid-19-Impfstoffs sowie bei lokalen Aktivitäten in ausgewählten Ländern unterstützt. Zudem prüfe das Pharmaunternehmen, ob es „mehr machen“, sprich selbst in die Produktion des Vakzins einsteigen könne. Das erklärte eine Bayer-Sprecherin. Diese Prüfung soll innerhalb des ersten Quartals abgeschlossen sein.

Inhaber der Marktzulassung für das Produkt in der EU bleibe mit CureVac der Impfstoffentwickler. Bayer erhalte derweil Optionen, um Inhaber der Marktzulassung in anderen Märkten außerhalb Europas zu werden.

Impfstoff von Moderna erhält EU-Zulassung

In der Europäischen Union ist ein zweiter Covid-19-Impfstoff zugelassen worden. Die Europäische Kommission erteilte dem Vakzin des US-Biotechkonzerns Moderna am Mittwoch die Genehmigung für eine bedingte Marktzulassung. In den USA hatte Moderna vor Weihnachten eine Notfallgenehmigung erhalten, der Impfstoff ist inzwischen auch in Kanada und Israel zugelassen. In der EU ist es der zweite zugelassene Corona-Impfstoff nach dem Mittel von BioNTech und Pfizer.

Weltweit forschen Pharmafirmen mit Hochdruck an Impfstoffen und Medikamenten gegen das neuartige Coronavirus. Nach Schätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO befinden sich gegenwärtig 63 Impfstoffprojekte in der klinischen Entwicklung, davon 15 in der entscheidenden Phase III mit mehreren tausend Probanden.

Lockdown in Deutschland wird verlängert – und teilweise verschärft

Am 5. Januar trafen sich Bund und Länder zum ersten Mal im neuen Jahr, um sinnvolle Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus zu besprechen. Daraus resultierten einige Beschlüsse, die zu erwarten waren – etwa die bundesweit geltende Verlängerung des Lockdowns bis mindestens 31. Januar. Der Einzelhandel bleibt weiterhin geschlossen, es dürfen ausschließlich Waren des täglichen Bedarfs (in Supermärkten und Drogerien) verkauft werden, ebenso natürlich Arzneien und andere Apotheken-Artikel. Gastronomien dürfen Speisen und Getränke weiterhin zur Abholung und Lieferung anbieten.

Was ist mit Schulen und Kitas?

Ein wesentlicher Diskussionspunk war das Thema Schulen und Kitas. Diese sollen ihren Regelbetrieb ebenfalls vorerst nicht wieder aufnehmen dürfen. Möglich jedoch, dass es länderspezifische Ausnahmen gibt. Wo das Infektionsgeschehen es zulässt, dürfen zumindest die jungen Jahrgänge an Grundschulen ggf. früher zum Präsenzunterricht zurückkehren.

Neu ist eine weitere Beschränkung der Bewegungsfreiheit in Gebieten, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz bei über 200 lieg. Demnach soll der Bewegungsradius in Corona-Hotspots als lokale Maßnahme auf maximal 15 Kilometer um den Wohnort begrenzt werden können.

BioNTech/Pfizer bremsen Debatte um Verzicht auf zweite Impfung

In einem Papier des Gesundheitsministeriums, das „Reuters“ am Montag vorlag, hieß es: Mit den späteren Zweitimpfungen könnte man in der Anfangsphase dann mehr Menschen erstmals immunisieren. Zudem setzt die Bundesregierung darauf, dass ein neues BioNTech-Werk bereits im Februar in Betrieb gehen könnte und damit die Produktion verdoppelt. Gesundheitsminister Jens Spahn sprach in der CDU/CSU-Fraktionssitzung nach „Reuters“-Informationen aus Teilnehmerkreisen davon, dass man „bis Sommer“ allen ein Impfangebot machen könne, wenn auch die anderen Impfstoffe im ersten Quartal zugelassen würden.

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA zog unterdessen Beratungen über die Zulassung eines Impfstoffs von Moderna vor, die eigentlich erst für Mittwoch geplant waren. Die Regierung wies Kritik zurück, sie habe mit der Verlagerung der Impfstoff-Beschaffung auf die EU-Ebene einen Fehler gemacht, der Zeit gekostet habe.

Die EMA pochte ferner auf die Einhaltung der maximalen Frist von 42 Tagen zwischen den beiden Gaben beim Pfizer/BioNTech-Impfstoff. Nur dann könne der volle Schutz garantiert werden. Sollten die Vorschriften nicht beachtet werden, schränke dies die Haftung des Impfstoffherstellers ein. Eine Änderung der Anwendung könne nur nach entsprechenden medizinischen Studien erfolgen, führte die EMA aus. Biontech und Pfizer erklärten, es gebe keine Daten, dass die Impfwirkung nach 21 Tagen anhalte. Der Impfstoff soll ein zweites Mal verabreicht werden, um einen vollen Schutz zu erreichen. Beide Unternehmen führen derzeit Nachverhandlungen etwa mit der EU über weitere Lieferungen, bekommen aber zunehmend Konkurrenz durch andere zugelassene Impfstoffe.

Impfungen in Deutschland seit Weihnachten

In Deutschland ist nach Weihnachten mit den Impfungen zunächst vor allem in Pflege- und Altenheimen begonnen worden. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) wurden bislang rund 265.000 Menschen geimpft. Derzeit stehen gut 1,3 Millionen Dosen zur Verfügung. Werden aus einer Flasche nun sechs statt fünf Dosen gewonnen, wären es bis zu 1,6 Millionen. Bis Ende März sollen es nach derzeitiger Planung elf Millionen Dosen sein. Deutschland hat rund 83 Millionen Einwohner.

Die EU hatte ihre Verträge mit der deutschen Firma BioNTech, die in Kooperation mit dem US-Konzern Pfizer produziert, über insgesamt 200 Millionen Impfdosen plus einer Option auf weitere 100 Millionen erst im November geschlossen. Davon bekommt Deutschland rund 56 Millionen und hat sich separat noch einmal weitere 30 Millionen gesichert. Andere Staaten wie die USA haben deutlich mehr und früher geordert und bekommen diese so auch früher. Spahn sagte in der Fraktion, dass es aber nur am Anfang Engpässe gebe.

Virologin Ciesek rechnet 2021 mit Entspannung

Zum Jahreswechsel haben wohl noch nie so viele Menschen weltweit den gleichen Wunsch gehabt: dass die Corona-Pandemie 2021 zu Ende geht. Kaum jemand hat sich 2020 so intensiv mit dem Virus beschäftigt wie Sandra Ciesek. Die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt geht davon aus, dass die Einschränkungen im kommenden Jahr geringer werden – allerdings nur langsam.

„Ich rechne damit, dass sich die Situation im Frühsommer verbessert“, sagte die Wissenschaftlerin, die auch die hessische Landesregierung berät, der Deutschen Presse-Agentur: weil dann vieles wieder draußen stattfinden könne und weil dann die Impfungen erste Wirkung in der Hochrisikogruppe zeigen könnten.

Ciesek warnte aber davor, den zeitlichen Versatz zu unterschätzen. „Es ist ja nicht so, dass man direkt mit dem Impfen Todesfälle vermeidet“, erklärte sie. Zwischen Neuansteckung und Tod bei schwerem Verlauf lägen oft „viele, viele Wochen“. Einen Rückgang der Übersterblichkeit erwartet sie „grob geschätzt vielleicht im März. Bis dahin sind die Todeszahlen vor allem abhängig von der Anzahl der Neuinfektionen und die anderen Maßnahmen bleiben unsere einzige Waffe.“

Wie lange wir noch mit Einschränkungen leben müssen, hänge vor allem von diesen Tagen ab. „Die größte Gefahr ist, dass es nach Weihnachten und Silvester noch mal einen deutlichen Anstieg an Infektionen gibt. Die zweite Gefahr ist, dass nicht genug Menschen bereit sind, sich impfen zu lassen.“ In diesem „worst case“-Szenario wäre Corona noch lange nicht überwunden. Im „best case“-Senario „lassen sich fast alle impfen und halten sich ab jetzt an die Regeln“. Dann würde die Lage spätestens im Sommer deutlich besser sein als sie momentan ist.

Keine Wunder erwarten, aber auch kein Pessimismus

Die Gefahr, dass das Virus sich verändert und alles von vorn beginnt, schätzt die Virologin als nicht sehr groß ein. Theoretisch könnte sich das Virus so verändern, dass der Impfstoff nicht mehr wirkt. Denkbar sei aber auch eine andere Mutation, sagte Ciesek: dass das Virus sich abschwächt. Aus virologischer Sicht, so Ciesek, sei beides „eher unwahrscheinlich“.

Mit Blick auf 2021 seien noch viele wissenschaftliche Fragen offen: „Dringend geforscht werden muss an den Spätfolgen. Das ist ein großer Komplex, den wir noch zu schlecht erforscht haben“, sagte Ciesek. Und natürlich müsse auch die Suche nach Medikamenten weitergehen. „Bei Arzneimitteln waren die Daten ja bisher enttäuschend. Hier ist sicherlich noch viel zu tun.“

Wunder dürfe man dabei aber nicht erwarten. „Ich persönlich glaube nicht, dass da 2021 ein Durchbruch kommen wird. Dass es eine Pille gibt, die man zu Beginn der Erkrankung einnimmt und die verhindert, dass man schwer erkrankt – daran glaube ich nicht fürs nächste Jahr.“

Fehler bei der zweiten Welle

2020 lief aus Cieseks Sicht manches gut, manches nicht. „Das größte Versäumnis war für mich der Umgang mit dem Beginn der zweiten Welle“, sagte die Virologin. „Da haben wir einfach sehr zögerlich reagiert. Was für mich auch ein Fehler war: dass wir sensible Gruppen auch außerhalb der Pflegeheime zu wenig beachtet haben, zum Beispiel Sammelunterkünfte oder Wohnheime.“ Zu Beginn der Pandemie habe Deutschland besser reagiert als viele andere Länder: „Bei der ersten Welle haben wir schnell reagiert, wir haben viel getestet, die Gesellschaft hatte einen starken Zusammenhalt – das hat sich in der zweiten Welle völlig gedreht.“

Corona-Impfungen auch für Allergiker geeignet

Menschen mit allergischen Erkrankungen haben generell kein höheres Risiko für schwerwiegende unerwünschte Wirkungen bei der Corona-Impfung. Das habe eine eingehende Prüfung der Datenlage durch Experten des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) und der Europäischen Arzneimittelbehörde ergeben. Bekannte Allergien gegenüber Lebensmitteln und Medikamenten seien deshalb laut der EMA-Zulassung keine Kontraindikation gegen den derzeit in Deutschland eingesetzten Impfstoff, teilte das PEI mit.

In Großbritannien war es nach Beginn der Impfungen mit dem Impfstoff „Comirnaty“ der Unternehmen BioNTech und Pfizer in Einzelfällen zu schweren allergischen Reaktionen gekommen. Die britischen Behörden empfahlen daraufhin, Menschen nicht zu impfen, die schon einmal eine schwere allergische Reaktion auf einen Impfstoff, ein Medikament oder auf ein Lebensmittel hatten. In der Zulassungs-Studie waren Patienten mit schweren Allergien ausgeschlossen.

Mögliche Auslöser der beobachteten schwerwiegenden Reaktionen könnten der Wirkstoff oder eingesetzte Hilfsstoffe sein. Dazu gehörten die PEG (Polyethylenglykol)-haltigen Nanopartikel, in denen der Wirkstoff verpackt ist. Personen, die eine bekannte Allergie gegen Inhaltsstoffe des Impfstoffes haben, sollten PEI und EMA zufolge nicht geimpft werden. Grundsätzlich könnten sich aber auch Allergiker gegen Covid-19 impfen lassen. Bei Menschen, die auf die erste Dosis allergisch reagieren, sollte die zweite Dosis nicht verabreicht werden. Grundsätzlich solle jede Person 15 Minuten nach der Impfung beobachtet werden, eine angemessene medizinische Behandlung für schwere allergische Reaktionen bereitstehen.

EU-Behörde fordert weitere Daten zu AstraZeneca-Impfstoff

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat von AstraZeneca zusätzliche Informationen zu seinem Corona-Impfstoff angefordert. Für eine bedingte Zulassung des Impfstoffes in der Europäischen Union seien weitere Informationen zu dessen Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit nötig, erklärt die Behörde. Zwischendaten aus einer großen Studie in den USA würden im ersten Quartal 2021 erwartet. Ein AstraZeneca-Sprecher sagte, der Konzern habe ein volles Datenpaket bei der EMA eingereicht.

Corona-Mutation schon viel länger in Deutschland als gedacht

Dass die Coronavirus-Mutation aus Großbritannien auch hinter Infektionen in Deutschland steckt, ist inzwischen bekannt. Jedoch glaubten Experten bislang, dass erst kurz vor den Weihnachtsfeiertagen eine Frau sie ins Land gebracht hat. Tatsächlich jedoch befand sich die Variante B.1.1.7 schon Wochen früher bei uns. Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover konnten sie bei zwei Patienten-Proben aus dem November nachweisen.

Die Coronavirus-Variante gilt nicht als gefährlicher, jedoch als wesentlich infektiöser im Vergleich mit früheren Mutationen. Hinsichtlich der Wirksamkeit der seit dem Wochenende in Deutschland eingesetzten Impfstoffe besteht aber offenbar kein Grund zu Besorgnis. Wissenschaftler wie auch Charité-Virologe Professor Christian Drosten gehen davon aus, dass einzelne Mutationen nicht ausreichen, um der komplexen durch die mRNA-Impfstoffe ausgelöste Immunabwehr zu entgehen.

Corona-Impfpanne – Pflegekräfte bekommen fünffache Dosis

In einem Pflegeheim in Stralsund haben acht Mitarbeiter die fünffache Dosis des Corona-Impfstoffs von BioNTech erhalten. Jedem von ihnen wurde der Inhalt eines ganzen Fläschchens in einer Spritze injiziert. Die tiefgekühlten Fläschchen, in denen das Serum ausgeliefert wird, enthalten jeweils Impfstoff für fünf Spritzen.

Die Patienten sind zwischen 38 und 54 Jahre alt. Die Hälfte von ihnen zeige grippeähnliche Symptome und stünde unter stationärer Beobachtung in einem Krankenhaus. Das erklärte Stefan Kerth, Landrat des Kreises Vorpommern-Rügen, in einer Stellungnahme. BioNTech sehe aber keine Gefahr: Bereits in der ersten Phase der Impfstoff-Studie seien größere Dosen getestet worden. Dabei habe es keine schwerwiegenden Folgen gegeben.

Nicht die einzige Panne. Der BioNTech-Impfstoff muss bekanntlich bei minus 70 Grad gelagert werden. Er halte nach Unternehmensangaben fünf Tage bei plus zwei bis acht Grad aus. In Oberfranken sind am Sonntag jedoch Impfdosen angekommen, die zeitweise Temperaturen von bis zu 14 Grad Celsius ausgesetzt gewesen sein sollen – in einer haushaltsüblichen Kühlbox. Wie ein Sprecher des Landkreises Lichtenfels erklärte, bestünden daher hätten Zweifel daran, ob die Kühlkette eingehalten wurde. Nun soll der Impfstoff zurückgeholt und nochmals geprüft werden. Bei einem positiven Ergebnis werde er „schnellstmöglich“ verwendet.

Ansteckungsgefahr durch Niesen und Husten besteht auch mit Maske

Wer aus geringer Distanz angeniest oder angehustet wird, läuft trotz Mund-Nasen-Masken Gefahr, sich mit dem Coronavirus anzustecken. Das ergab eine Untersuchung amerikanischer Wissenschaftler mit fünf verschiedenen Masken. Nur eine spezielle Partikelmaske bot im Test einen hundertprozentigen Schutz gegen Tröpfchen mit Viruspartikeln. Die Studie einer Gruppe um Krishna Kota von der New Mexico State University in Las Cruces (USA) ist im Fachmagazin „Physics of Fluids“ erschienen.

Auch interessant: Wohin mit der Maske, wenn man sie gerade nicht trägt?

„Eine Maske hilft auf jeden Fall. Aber wenn die Menschen sehr nahe beieinander sind, besteht immer noch die Möglichkeit, dass sich das Virus verbreitet oder dass man daran erkrankt“, sagte Kota. Die Forscher bauten eine Apparatur, in der sie die getesteten Masken in einer Entfernung von 1,83 Meter mit 40.000 Tröpfchen (für ein Niesen) oder 3000 Tröpfchen (für ein Husten) besprühten. Die Geschwindigkeit betrug in der Mitte der Tröpfchenwolke 11,5 Kilometer pro Stunde.

Eine zweilagige Stoffmaske ließ 3,6 Prozent der Tröpfchen durch. Wie aus früheren Studien hervorgeht, kann ein Nieser bis zu 200 Millionen Viruspartikel enthalten. In einem solchen Fall kämen noch mehr als sieben Millionen Viruspartikel durch die Maske, was weit über die Zahl von 1000 Partikeln liegt, die nach früheren Erkenntnissen für eine Infektion mit dem Coronavirus ausreichen kann. Bei einer zweilagigen Stoffmaske mit einem Filter für Feinstaub (PM 2,5) kamen 1,7 Prozent der Tröpfchen durch.

Neben der Maske hilft vor allem Abstandhalten

Lediglich die N95-Maske, die einen Standard der amerikanischen Bundesbehörde für arbeitsmedizinische Forschung Niosh erfüllt, filterte sämtliche Tröpfchen aus der Luft. Allerdings gilt das nur, wenn ein anderer niest oder hustet. Ist der Maskenträger selbst die Quelle der Tröpfchenwolke, können 0,98 Prozent der Tröpfchen die N95-Maske durchdringen. Hier bieten die Chirurgenmaske (0,19 Prozent) und die Masken mit Feinstaubfilter (0,19 Prozent) einen besseren Schutz.

„Es sind nicht nur Masken, die helfen. Es sind sowohl die Masken als auch das Abstandhalten“, betont Kota. Ihre Studie bestätige quantitativ, dass das Tragen von Masken und das Abstandhalten in den meisten Fällen einen guten Schutz vor der Ansteckung mit dem Coronavirus bieten, schreiben die Forscher. Die Durchlässigkeit der Masken ohne Niesen und Husten oder das mögliche Entweichen der Viren seitwärts haben die Forscher nicht untersucht.

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Erster Corona-Impfstoff für die EU zugelassen

Deutschland und die anderen EU-Staaten rüsten sich für den Start der Impfkampagne gegen das Coronavirus. Nach der bedingten Zulassung ihres Impfstoffs in der EU kündigten die Mainzer Firma BioNTech und der US-Pharmariese Pfizer am Montagabend (21. Dezember) an, die Auslieferung werde sofort beginnen.

Die EU-Kommission hatte dem BioNTech-Pfizer-Präparat am Montag die bedingte Marktzulassung erteilt. Wenige Stunden zuvor hatte die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) in Amsterdam die bedingte Zulassung des Corona-Impfstoffes empfohlen. Dem Start von Massen-Impfungen in der EU steht somit nichts mehr im Wege. Zugleich sorgt aber die neue Virus-Variante für Unruhe, die sich vor allem in London und Südostengland rasant ausbreitet und die von den britischen Behörden als besonders aggressiv eingestuft wird.

Trotz Virusmutation: Wirksamkeit von Corona-Impfstoff wohl nicht beeinträchtigt

Derweil wollen Experten jedoch noch Entwarnung geben. „Wir haben den Impfstoff bereits gegen circa 20 andere Virusvarianten mit anderen Mutationen getestet. Die Immunantwort, die durch unseren Impfstoff hervorgerufen wurde, hat stets alle Virusformen inaktiviert.“ Das sagte Uğur Şahin, Vorstandsvorsitzender des Pharmakonzerns Biontech, der Deutschen Presse-Agentur.

Wer wird zuerst gegen das Coronavirus geimpft?

Am 21. Dezember könnte die Europäische Arzneimittel-Agentur für die Zulassung eines Corona-Impfstoffs grünes Licht geben. In dem Fall soll 24 bis 72 Stunden später in den deutschen Impfzentren mit dem Impfen begonnen werden. Doch nicht jeder wird sofort einen Termin bekommen. Die Reihenfolge ist in der „Verordnung zum Anspruch auf Schutzimpfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2“ festgelegt. Sie orientiert sich an Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO). „Ärzte Zeitung“ hat das Wichtigste daraus zusammengefasst.

Impf-Ordnung nach „Höchster“, „hoher“ und „erhöhter“ Priorität

Priorität eins („höchste Priorität“) haben demnach „medizinische Einrichtungen mit sehr hohem Expositionsrisiko“. Das bedeutet, dass zuerst Mitarbeiter von Intensivstationen, zentralen Notaufnahmen, Rettungsdiensten und Impfzentren geimpft werden sollen. Ebenso in der ersten Runde geimpft werden sollen Privatpersonen ab dem 80. Lebensjahr und solche mit schweren Erkrankungen (z. B. Krebs) oder nach bestimmten Operationen (z. B. einer Organtransplantation), welche einen sehr schweren bis gar tödlichen Covid-19-Verlauf bedeuten könnten.

Mit Ausnahme von Zahnärzten (aufgrund „aerosolgenerierender Tätigkeiten haben sie Priorität eins) belegen Haus- und grundversorgende Fachärzte nur noch Prioritätsstufe zwei („hohe Priorität“). Gleiches gilt für Pfleger mit mittlerem Infektionsrisiko. Ebenso zur Gruppe zwei zählen u. a. Privatpersonen über 70, an Demenz Erkrankte sowie Bewohner von Obdachlosen- oder Asylbewerberunterkünften.

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In eine dritte Gruppe mit „erhöhter“ Priorität fallen Ü-60-Jährige und gesundheitlich Vorbelastete, außerdem Apotheken- und Supermarktpersonal, andere Mitarbeiter im Handel und Polizisten, Lehrer sowie Feuerwehrmänner.

Eine finale Version der Verordnung will Gesundheitsminister Jens Spahn am Freitag offiziell verkünden. Dann wird es genauere Informationen zum Ablauf der Terminvergabe geben.

Pneumologe rät Corona-Infizierten zum Fokus auf Atemfrequenz

Jens Geiseler ist Facharzt der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin. Er warnt im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion vor einer potenziell fortschreitenden Lungenentzündung. Diese bleibe im Umfeld der Patienten häufig unentdeckt. Der Grund: „Sie haben (…) ein Krankheitsgefühl und oft eine erhöhte Temperatur, doch in der Regel keine Atemnot“, so der Pneumologe. Im Computertomographen wären entzündliche Veränderungen der Lunge schon zu sehen. Ein Parameter, der darauf Hinweise geben könnte, ist die Atemfrequenz der Patienten.

Geiseler warnt vor dem Gebrauch von Pulsoxymeter sowie Smartwatches und -phones, die sich höchstens für den Sport qualifizierten. Mit solchen Geräten könne man die Sauerstoffversorgung zwar tracken, aber nicht im ausreichend zuverlässigen Maße. Corona-Infizierte sollten daher ihre Atemfrequenz im Blick behalten. Diese sei der viel empfindlichere und bessere Parameter für einen Covid-19-Verlauf. Normalerweise atme man 12 bis 16 Mal pro Minute. „Die Patienten, die in der Frühphase einer solchen Lungenentzündung zu uns kommen, haben häufig eine Atemfrequenz von 22 bis 24 Zügen pro Minute, aber keine Luftnot.“

Abschließend rät der Arzt zu Wachsamkeit – gerade, wenn erste Symptome nach einigen Tagen abgeklungen sind. Denn die Entzündungen in der Lunge beginnen laut bisherigen Kenntnisstand oft erst am sechsten bis siebten Tag. „Wenn es dann wieder losgeht mit schnellerer Atmung, würde ich das abklären“, so der Arzt.

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Bayern und Sachsen haben die meisten Corona-Toten – mögliche Gründe

Am Donnerstag vermeldete das Robert-Koch-Institut, dass die Zahl der in Deutschland an oder mit dem Coronavirus gestorbenen Menschen die Marke von 20.000 durchbrochen hat. 13.000 der Toten waren älter als 80 Jahre alt, wie Ute Rexroth, Leiterin des RKI-Lagezentrums, erläuterte. Die Deutschlandkarte zeigt aber auch regional sehr unterschiedliche Zahlen. Laut RKI-Zahlen sind in Bayern pro 100.000 Einwohner die meisten Toten zu beklagen, gefolgt von Sachsen . Der Wert ist 50 Prozent höher als in anderen Flächenländern wie Hessen oder Nordrhein-Westfalen – und sechsmal so hoch wie in Mecklenburg-Vorpommern. „In manchen Regionen gelingt es offenbar besser, Infektionen zu verhindern als in anderen“, sagte RKI-Chef Lothar Wieler dazu.

Nach Meinung von Experten ist es nicht einfach zu erklären, was die Gründe für die gravierenden regionalen Unterschiede sind. Eine naheliegende Erklärung, auf die auch das Robert-Koch-Institut verweist, sind die in Bayern sehr viel höheren Zahlen an Corona-Neuinfektionen als etwa in Niedersachsen. Da immer ein bestimmter Prozentsatz von erkrankten Menschen später ins Krankenhaus kommt und davon wiederum ein bestimmter Prozentsatz davon verstirbt, könnte dies nach Angaben Rexroths ein Grund sein. Das erklärt etwa den erheblichen Unterschied zu Mecklenburg-Vorpommern mit seiner sehr viel geringeren Sieben-Tages-Inzidenz an Neuinfektionen – allerdings nicht unbedingt die Kluft zwischen Bayern und Nordrhein-Westfalen.

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Auch ein anderer Faktor, auf den das RKI verweist, liefert letztlich keine befriedigende Erklärung: Ein Blick auf die Bevölkerungsstruktur legt eigentlich nahe, dass in Mecklenburg-Vorpommern mit seinem wesentlich älteren Bevölkerungsdurchschnitt mehr Menschen sterben müssten. Das stimmt zwar für die ebenfalls ältere Bevölkerung in Sachsen. Aber die Menschen in Bayern sind laut Statistischem Bundesamt im Schnitt mehr als drei Jahre jünger als im Nordosten.

Ein Grund könnte die Qualität der ärztlichen Versorgung sein. Zwar sollte die im reichen Bayern eigentlich im Schnitt eher besser sein als im ärmeren Nordosten der Republik. Doch das Divi-Intensivregister weist eine andere Zahl auf: Der prozentuale Anteil an freien Intensivbetten ist in Schleswig-Holstein oder auch Nordrhein-Westfalen deutlich höher als etwa in Bayern. Das könnte auf den Grad der Belastung des medizinischen Personals hinweisen, das nach Angaben des Berliner Charité-Vorstandsvorsitzenden Heyo Kroemer wegen der sehr aufwendigen Pflege der Corona-Intensivpatienten an der Grenze steht. Ein Intensivmediziner, der namentlich nicht genannt werden möchte, verweist zudem darauf, dass die Überlebenschance für Covid-Patienten in Klinken mit viel Erfahrungen deutlich größer sei als in ländlichen Krankenhäusern mit nur wenigen coronainfizierten Intensivpatienten.

Tödliche Infektionen vor allem in Pflegeheimen

Der möglicherweise entscheidende Grund dürfte nach Ansicht des RKI aber in den Alten- und Pflegeheimen zu suchen sein. In einigen Bundesländern gebe es dort sehr viel mehr Corona-Ausbrüche als in anderen, erläuterte Rexroth. Offenbar funktioniert der Schutz gerade der gefährdetsten Gruppen von Menschen in einigen Häusern nicht – auch in Bayern gab es immer wieder Ausbrüche. Das RKI verweist darauf, dass man bereits im April ein Hygiene- und Schutzkonzept für Heime vorgelegt und im November überarbeitet habe. Nur müsse es eben mit den empfohlenen Strategien von Tests und gutem Mundschutz auch umgesetzt werden, hatte RKI-Präsident Wieler angemahnt.

Als positives Modell werden Landkreis und Stadt Tübingen genannt. Dort sterben wesentlich weniger Covid-Patienten, weil es eine umfassende Testmöglichkeit für Personal und Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen gibt. Die Stadt Tübingen bietet Senioren zudem besondere Zeiten zum Einkaufen und Taxis statt Bussen als Transportmöglichkeit an, um das Infektionsrisiko zu reduzieren. Eigentlich sollte der Einsatz von Schnelltests in ganz Deutschland das Risiko mindern. Aber zum einen haben nicht alle Landesregierungen genügend Tests bestellt. Zum anderen hängt es immer vom einzelnen Heim ab, ob es angebotene Tests überhaupt einsetzen möchte – was personalintensiv ist. Ein Überblick ist schwierig, in welchem Bundesland dies wo lokal wie gehandhabt wird. Die Ministerpräsidentinnen von Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern, Malu Dreyer und Manuela Schwesig, forderten deshalb am Freitag, dass solche Tests künftig bundesweit für das Personal und Gäste verbindlich vorgeschrieben werden sollten – was auch die regionalen Unterschiede bei den Corona-Toten etwas zusammenschrumpfen lassen könnte. 

RKI-Chef für Kontaktreduzierung um 60 Prozent

Deutschland steuert angesichts weiter steigender Corona-Infektionen auf eine härteren Lockdown nach Weihnachten zu: Immer mehr Bundesländer erklären sich bereit zu dem Schritt, nach Weihnachten bis zum 10. Januar auch weite Teile des Einzelhandels zu schließen. Gefordert werden aber auch – etwa von Thüringen – Entschädigungszahlungen des Bundes. Noch am Donnerstag solle geklärt werden, ob und wann es eine neue Schalte zwischen Kanzlerin Angela Merkel und den 16 Ministerpräsidenten geben werde, erfuhr „Reuters“ aus Verhandlungskreisen. Eine Abstimmung könne etwa Sonntag oder Montag erfolgen. RKI-Chef Wieler spricht sich angesichts der Corona-Zahlen für eine drastische Kontaktreduzierung aus. Auch 49 Prozent der Deutschen fordern laut ZDF-Politbarometer schärfere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie.

Das Robert-Koch-Institut meldete am Donnerstag mit 23.679 Fällen einen neuen Höchststand an Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Die Gesamtzahl stieg den Angaben zufolge auf nunmehr 1.242.203. Zugleich erhöhte sich die Zahl der Corona-Toten um weitere 440. Damit wurde die Schwelle von insgesamt 20.000 Toten überschritten. Mediziner warnen, dass sowohl die Zahl der Intensivpatienten als auch der Toten in den kommenden Wochen weiter zunehmen werde, weil schwere Covid-Erkrankungen meist erst zwei Wochen nach einer Infektion ausbrechen.

RKI-Chef Wieler spricht von „besorgniserregender“ Lage

Auch RKI-Chef Lothar Wieler schlug Alarm. Die Lage sei „besorgniserregend“, sagte er und forderte eine sofortige Reduzierung der Kontakte in Deutschland um mehr als 60 Prozent. Mit den bisherigen Maßnahmen habe man die Kontakte nur um rund 40 Prozent reduziert. Wenn die Bürger dies nicht freiwillig täten, müsse man sich eben andere Maßnahmen überlegen, sagte Wieler. „Dann sehe ich keine anderen Möglichkeiten.“ Die Bundesländer forderte er auf, auf die beschlossenen Lockerungen der Kontaktbeschränkungen über Weihnachten zu verzichten.

Laut ZDF-Politbarometer ist der Anteil der Bürger, die für ein härteres Vorgehen plädieren, gegenüber der letzten Umfrage um 18 Prozentpunkte auf 49 Prozent gestiegen. Nur 13 Prozent halten die bisherigen Maßnahmen danach für übertrieben. Wenn die hohen Infektionszahlen nicht sinken, wollen 73 Prozent sogar einen Shutdown ähnlich wie im Frühjahr. Damals waren auch Schulen und Kitas geschlossen worden.

UK rät bei schweren Allergien von BioNTech/Pfizer-Impfstoff ab

Nach zwei Fällen von allergischen Reaktionen bei den ersten Corona-Impfungen in Großbritannien mit dem Vakzin von BioNTech und Pfizer rät die britische Arzneimittelaufsicht von Impfungen bei Menschen mit einer erheblichen allergischen Vorgeschichte ab. Wie es bei neuen Impfstoffen üblich sei, habe die Arzneimittelaufsicht MHRA dazu als Vorsichtsmaßnahme geraten, erklärte der nationale Gesundheitsdienst NHS am Mittwoch. Zwei NHS-Mitarbeiter hätten nach der Impfung schwere allergische Reaktion erlitten. Sie erholten sich davon aber gut. Das MHRA will den Fällen nun näher auf den Grund gehen. Die beiden Partner BioNTech und Pfizer erklärten, die Behörde bei der Untersuchung zu unterstützen.

Großbritannien hatte am Dienstag als weltweit erstes Land mit Massenimpfungen mit dem Vakzin der beiden Pharmaunternehmen begonnen. BioNTech und Pfizer erklärten, in der klinischen Studie mit über 44.000 Teilnehmern sei der Impfstoff allgemein gut vertragen worden und es seien keine ernsten Sicherheitsbedenken aufgetreten. Laut dem von Pfizer veröffentlichten Studienprotokoll wurden in der zulassungsrelevanten Untersuchung aber keine Teilnehmer aufgenommen, die eine Vorgeschichte schwerer Nebenwirkungen im Zusammenhang mit einem Impfstoff und/oder schwerer allergischer Reaktionen auf einen Inhaltsstoff der Studie haben.

Das MHRA hatte als weltweit erste Regulierungsbehörde dem Impfstoff vor einer Woche eine Notfallgenehmigung erteilt. Die zuständigen Behörden in den USA und Europa, die FDA und die EMA, prüfen gegenwärtig noch eine Zulassung. Am Donnerstag soll sich der Beratungsausschuss für Impfstoffe der FDA zur Überprüfung der Daten von Biontech und Pfizer treffen und eine Empfehlung abgeben. In einem am Dienstag veröffentlichten Dokument hatte die US-Arzneimittelbehörde bereits erklärt, keine Bedenken gegen den Einsatz des Vakzins zu haben. Bei Untersuchungen hätten sich keine neuen Probleme hinsichtlich seiner Sicherheit und Wirksamkeit ergeben.

90-Jährige bekommt erste reguläre Corona-Impfung in Großbritannien

In Großbritannien ist mit den ersten Impfungen gegen Corona begonnen worden. Als erster Mensch weltweit, der nicht an einer Studie zur Entwicklung des Impfstoffs der Pharmaunternehmen Pfizer und BioNTech teilnahm, bekam die 90-jährige Margaret Keenan das Mittel in einem Krankenhaus im englischen Coventry um 07.31 Uhr (MEZ) verabreicht.

Maggie, wie Margaret Keenan auf der Website des britischen Gesundheitssystems NHS auch genannt wird, wird nächste Woche 91 Jahre alt und sagte: „Ich fühle mich so privilegiert. Es ist das beste Geschenk zum frühen Geburtstag, das ich mir wünschen kann, denn ich kann mich endlich darauf freuen, im neuen Jahr Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden zu verbringen, nachdem ich den größten Teil des Jahres alleine war.“

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Lieferengpässe bei BioNTech-Impfstoff

Pfizer entwickelt zusammen mit dem Mainzer Unternehmen BioNTech einen Corona-Impfstoff. Dem „Wall Street Journal“ zufolge kann der Pharmakonzern seine geplanten Auslieferungsziele aufgrund von Produktionsverzögerungen nicht erfüllen. Für dieses Jahr waren eigentlich 100 Millionen Impfdosen angepeilt. In den vergangenen Wochen wurde die Zielmarke dann auf 50 Millionen Dosen halbiert.

Unter Berufung auf einen Insider, der am Produktionsprozess des Impfstoffs beteiligt sein soll, berichtet das Blatt von früheren Chargen des Mittels, die den erforderlichen Qualitätsstandards nicht entsprochen haben sollen. Dies habe zu Verzögerungen bei der Produktion geführt. Der US-Konzern selbst habe sich gegenüber dem „Wall Street Journal“ zu diesen vermeintlichen Interna nicht geäußert.

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WHO empfiehlt Maske auch zu Hause

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihre Empfehlungen zum Maskentragen als Schutz vor Coronavirus-Infektionen ausgeweitet. Neu empfiehlt sie, dass Menschen auch in der eigenen Wohnung bei Besuch von Außenstehenden Masken tragen sollen, wenn die Lüftung dort nicht gut ist oder nicht richtig beurteilt werden kann.

Das gelte „unabhängig davon, ob ein Abstand von mindestens einem Meter eingehalten werden kann“, heißt es in den aktualisierten Empfehlungen. Zudem sollen neuerdings in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen alle dort Arbeitenden Masken tragen, also auch Reinigungs- und Küchenkräfte sowie Büroangestellte, nicht nur das Pflegepersonal.

Nutzen von Mund-Nasen-Schutz bleibe fraglich

Trotz der neuen Empfehlungen bleibt die WHO dabei, dass der Nutzen eines allgemeinen Maskentragens bei gesunden Menschen bislang nicht eindeutig nachgewiesen sei: „Zur Zeit gibt es nur begrenzte und widersprüchliche wissenschaftliche Nachweise über die Wirksamkeit des Maskentragens bei gesunden Menschen, um Infektionen mit Atemwegsviren, einschließlich SARS-CoV-2, zu verhindern.“

Eine im November veröffentlichte Studie mit 4862 Teilnehmern, bei der ein Teil Masken trug und ein Teil nicht, habe keinen Unterschied bei Infektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 festgestellt. Kleinere Studien hätten aber festgestellt, dass das Maskentragen im Kontakt mit Infizierten das Ansteckungsrisiko deutlich senkte. Andere Studien hätten Regionen mit und ohne Maskentragepflicht verglichen und einen Rückgang von Covid-19-Erkrankungen dort festgestellt, wo Masken getragen wurden.

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Corona-Schnelltests sollen bald stärker zum Einsatz kommen

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie können künftig mehr Schnelltests zum Einsatz kommen – in Pflegeheimen, Kliniken und nach Infektionsfällen etwa auch in Schulen. Das sieht eine neue Verordnung von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor, die an diesem Mittwoch (2. Dezember) in Kraft treten soll.

Für Rückkehrer aus Corona-Risikogebieten im Ausland sind dagegen Corona-Tests nach der Einreise bald nicht mehr kostenlos – diese Möglichkeit soll am 15. Dezember enden, wie die Deutsche Presse-Agentur vom Ministerium erfuhr.

Schnelltests sind inzwischen in größeren Mengen verfügbar. Dabei müssen Proben zum Auswerten nicht ins Labor gebracht werden. Diese Antigen-Tests gelten aber als nicht so genau wie sonst genutzte PCR-Tests. Vornehmen müssen sie medizinisch geschultes Personal. Laut Robert Koch-Institut (RKI) muss ein positives Ergebnis eines Schnelltests durch einen PCR-Test bestätigt werden.

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Ein Überblick über Regelungen der neuen Testverordnung

Tests bei Risikogruppen: Pflegeheime, Kliniken und Arztpraxen sollen mehr Schnelltests nutzen können – bei Patienten, Bewohnern, Personal oder Besuchern. Möglich sind künftig bis zu 30 statt bisher 20 Tests pro Monat und Bewohner oder Patient in Heimen und Krankenhäusern. Einrichtungen müssen dafür Test-Konzepte erstellen. Dann legt das Gesundheitsamt fest, wie viele Tests gekauft und auf Kassenkosten finanziert werden können. In der ambulanten Pflege sollen 15 statt 10 Schnelltests pro Monat und Pflegebedürftigem möglich sein. Auch im Rettungsdienst und in Tageskliniken werden Schnelltests nun möglich.

Tests in Schulen: Einzusetzen sein sollen Schnelltests – nach einem Infektionsfall – künftig zum Beispiel auch in Schulen, wie das Ministerium erläuterte. Hintergrund ist ein Beschluss von Bund und Ländern. Demnach soll nach Auftreten eines Falls in einer Klasse die jeweilige Gruppe, also meist die Klasse, für fünf Tage in Quarantäne gehen. An Tag fünf soll ein Schnelltest folgen. Kinder, die negativ getestet worden sind, könnten dann in die Schule zurückkehren.

Kürzere Quarantäne mit Test: Für Kontaktpersonen von Infizierten soll die vorgeschriebene Quarantänezeit von bisher 14 Tagen auf 10 Tage verkürzt werden – wenn man dann einen negativen Test vorlegt. Die Kosten für den Test sollen von der Kasse übernommen werden. Ob man Kontaktperson ist, stellen ein Arzt oder das Gesundheitsamt fest. Als Kontaktperson ersten Grades gilt, wer für mehr als 15 Minuten mit weniger als 1,50 Metern Abstand Kontakt zu positiv Getesteten hatte.

Rückkehrer-Tests: Bei der Rückkehr aus einem Risikogebiet mit hohen Infektionszahlen im Ausland kann man sich noch gratis testen lassen, um die verpflichtende Quarantäne zu verkürzen. Dieses Angebot läuft bald aus, ab 16. Dezember sind Tests nicht mehr kostenlos. Wer eine „vermeidbare Reise“ in Risikogebiete macht, bekommt für die Zeit der Quarantäne auch schon keine Verdienstausfallentschädigung mehr. Ausgenommen sind „außergewöhnliche Umstände“, etwa die Geburt eigener Kinder oder der Tod naher Angehöriger. Welche Länder für deutsche Urlauber als Risikogebiete gelten, ist auf einer RKI-Liste angegeben.

Frau in Singapur bringt Baby mit Antikörpern zur Welt

In Singapur hat eine Frau ein Kind mit Corona-Antikörpern zur Welt gebracht. Das Baby sei im November ohne Covid-19 geboren worden und trage Antikörper gegen das Virus in sich, berichtet die „Straits Times“ und zitiert die 31-jährige Mutter. Diese habe sich im März auf einer Reise nach Europa mit dem Virus angesteckt, als sie in der zehnten Woche schwanger war. Auch zwei ihrer mitreisenden Familienmitglieder sollen mit Corona infiziert und teilweise schwer erkrankt gewesen sein. Sie selbst habe aber nur schwache Krankheitssymptome gezeigt.

Der Fall gebe neue Hinweise auf eine mögliche Übertragung des Virus von der Mutter auf ihr Kind, heißt es in dem Bericht. Laut WHO ist noch nicht bekannt, ob eine Frau das Virus während der Schwangerschaft oder Entbindung auf ihren Fötus oder ihr Baby übertragen kann.

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„Corona-Pandemie“ ist Wort des Jahres 2020

„Corona-Pandemie“ ist das Wort des Jahres 2020. Diese Entscheidung habe eine Jury der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) getroffen, teilt die GfdS in Wiesbaden mit. Das intensive Leben mit dem Virus in diesem Jahr zeigt sich auch bei anderen Begriffen in den Top-Ten.

Auf Platz zwei kommt „Lockdown“, auf Platz fünf „AHA“ (Abstand halten, Hygiene beachten und Alltagsmaske) und Platz sieben „Triage“ – also die Entscheidung etwa in Krankenhäusern, welcher Patient am dringendsten behandelt werden muss. Auf Rang acht folgen die „Geisterspiele“ – etwa in der Fußball-Bundesliga ohne Publikum – und auf Rang zehn kommt der Gruß „Bleiben Sie gesund!“.

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FFP2-Masken unterscheiden sich nach Hersteller

FFP2-Masken werden nicht in standardisierten Größen verkauft. Weil die meisten Hersteller individuell produzieren würden, können unterschiedliche Modelle auch unterschiedlich gut passen, wie der Tüv Nord erklärt.

Verbraucher sollten deshalb darauf achten, ein Hersteller-Modell zu wählen, das auf dem eigenen Gesicht gleichmäßig anliegt und komfortabel sitzt. Nur dann ist auch ausreichender Schutz gewährleistet. Es ist daher ratsam, zunächst nur eine Packung Masken eines Herstellers zu kaufen und die Passform der FFP2-Maske zu prüfen.

FFP2-Masken sind nicht zum Waschen gedacht

FFP2-Masken gibt es mit und ohne Ventil. Die Vorrichtung könne das Atmen etwas erleichtern, erklärt der Tüv Nord weiter. Sie schützt allerdings nur den Träger. Deshalb seien sie für den Aufenthalt in Altenheimen oder in Gegenwart von Risikopatienten ungeeignet.

Tüv Nord weist zudem darauf hin, dass FFP2-Masken nicht gewaschen werden dürfen. Das senkt das Schutzniveau. Den Angaben zufolge können sie einen Tag lang getragen werden, danach sollte man sie im Hausmüll entsorgen.

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CE-Kennzeichen und vier Zahlen

Partikelfiltrierende Halbmasken (FFP2/FFP3/KN95) sind für den Einsatz im Gesundheitsbereich zertifiziert und müssen mindestens 95 Prozent der Aerosole abfangen. Wer entsprechende Masken kaufen will, sollte auf der Verpackung auf die Kombination aus CE-Zeichen und vier Zahlen achten, rät der Tüv Nord.

Erfüllen die Masken die Kriterien der entsprechenden Prüfnorm (DIN EN 149:2009-08), bekommt die Verpackung ein CE-Kennzeichen sowie eine vierstellige Nummer. Dies lässt Rückschlüsse auf das Prüf-Institut zu.

Corona-News: Noch ein Symptom könnte auf Corona hindeuten

Herdenimmunität durch Corona-Impfstoffe? Experten sind skeptisch

Dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) zufolge genügt eine Immunisierung von etwa zwei Dritteln der Bevölkerung, um die Verbreitung von Corona aufzuhalten. Impfungen sollen dabei helfen, diese Durchdringung zu erreichen. Doch das ist an hohe Erwartungen geknüpft, was Vakzine leisten können. Einige Experten halten solche Ansprüche für überzogen.

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„Die Idee der Herdengemeinschaft ist es, die Gefährdeten zu schützen“, erläutert Eleanor Riley, Professorin für Immunologie und Infektionskrankheiten an der Universität Edinburgh. Wären beispielsweise 98 Prozent einer Bevölkerung geimpft, träten nur so geringe Virusmengen auf, dass die restlichen zwei Prozent geschützt wären. Herdenimmunität heiße aber nicht, dass Einzelne sich nicht anstecken könnten, betont ECDC-Experte Josep Jansa. „Man darf nicht glauben, wegen der Herdenimmunität kann es mich nicht treffen. Herdenimmunität bezieht sich auf den Schutz der Gemeinschaft.“

Inwieweit Corona-Impfstoffe dabei helfen können, eine Herdenimmunität zu schaffen, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Wie stark ist die Verbreitung des Virus? Können die Impfstoffe, die nun vor der Zulassung stehen, eine Übertragung des Erregers stoppen? Oder verhindern sie nur eine Erkrankung der Menschen? Wie groß ist der Anteil der Bevölkerung, der zu einer Impfung bereit ist? Bieten die Impfstoffe allen Menschen den gleichen Schutz?

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Entscheidend ist die Reproduktionsrate

Je ansteckender ein Virus ist, desto höher muss der entweder durch die Krankheit selbst oder durch Impfung immun gewordene Anteil der Bevölkerung sein, damit man von Herdenimmunität sprechen kann. Aufschluss gibt hier die Reproduktionsrate: Der sogenannte R-Wert gibt an, wie viele Menschen eine mit einer bestimmten Krankheit infizierte Person unter normalen Umständen ansteckt. Das hoch infektiöse Masernvirus zum Beispiel hat einen geschätzten R-Wert von zwölf oder höher. Eine Herdenimmunität tritt deshalb erst ein, wenn mindestens 92 Prozent einer Gruppe immun sind. Bei einer saisonalen Grippe mit einem R-Wert von 1,3 würde der Schwellenwert bei nur 23 Prozent liegen.

Beim Coronavirus ist der genaue R-Wert gar nicht bekannt, wie Winfried Pickl, Professor für Immunologie an der Medizinischen Universität Wien, erläutert. „Das Problem ist, dass wir momentan nicht genau wissen, wie schnell das Virus ohne Schutzmaßnahmen – also wie vor einem Jahr mit Reisen und normalen sozialen Kontakten – übertragen wird.“ Da viele Länder noch immer weit von normalen Verhältnissen entfernt seien, müsse man davon ausgehen, dass der R-Wert von Covid-19 „näher bei vier als bei zwei“ liege, erklärte er. Denn trotz umfassender Schutzmaßnahmen habe der R-Wert etwa in Österreich oder Deutschland in der Nähe von 1,5 gelegen.

Darüber hinaus würde ein Impfstoff mit weniger als 100 Prozent Wirksamkeit eine entsprechend höhere Durchimpfung erfordern, um eine Herdenimmunität zu erreichen. Der von der deutschen Biotechfirma BioNTech zusammen mit dem US-Pharmakonzern Pfizer entwickelte Impfstoff zeigt ersten Daten zufolge eine Wirksamkeit von 95 Prozent, der von Moderna von 94,5 Prozent. Um in den USA eine Herdenimmunität zu erreichen, hält es Amesh Adalja vom Johns Hopkins Center for Health Security für ein gutes Ziel, mehr als 70 Prozent der Bevölkerung zu impfen. Ein höherer Wert könnte erforderlich sein, wenn ein Impfstoffe weniger wirksam wäre.

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»Pandemie nicht allein mit Impfung zu verhindern

Einen weiteren wichtigen Faktor sehen Experten darin, ob ein Impfstoff die Übertragung des Virus stoppen kann. Bisherige Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die ersten Impfstoffe, die auf den Markt kommen, zumindest verhindern, dass Menschen an Covid-19 erkranken. Es könne jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass sich die Geimpften weiter mit dem Virus infizierten und es unbemerkt an andere weitergäben.

Insbesondere Infektionen der Atemwege seien mit Impfstoffen schwer vollständig zu blockieren, sagt Bodo Plachter, stellvertretender Direktor des Instituts für Virologie am Lehrkrankenhaus der Universität Mainz. Sie würden wohl dazu beitragen, die Menge des zirkulierenden Virus zu reduzieren. „Es kann durchaus sein, dass die Geimpften weniger Viren ausscheiden, das bremst die Pandemie“, sagt er. „Es ist aber eine falsche Annahme, dass man die Pandemie allein aufgrund der Impfung wird verhindern können.“

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„Lasst uns die Verwundbaren direkt schützen“

Professorin Riley von der Universität Edinburgh warnt daher, dass die Idee einer Herdenimmunität durch Covid-19-Impfungen wenig erfolgversprechend sein könnte. Ein besserer Ansatz sei, „die Herdenimmunität auf den Kopf zu stellen“. Die ersten begrenzten Impfstoffvorräte könnten zum Schutz der am stärksten Gefährdeten eingesetzt werden, ohne sich um die robusteren Mitglieder der „Herde“ zu sorgen, die das Virus relativ problemlos wegsteckten. „Vergessen wir den Schutz der Massen, um die Verletzlichen zu schützen“, fordert sie. „Lasst uns die Verwundbaren direkt schützen.“

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