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Was bringt Yottas „Miracle Morning“ wirklich?

Der Yotta macht’s vor und seine Dschungelcamp-Jünger stimmen ein. Der „Miracle Morning“ soll für den perfekten Start in den Tag sorgen und die nötige Motivation für die kommenden Aufgaben bringen. Aber klappt das wirklich? FITBOOK hat Experten gefragt und den „Miracle Morning“ auch selbst ausprobiert.

Protz-Millionär und Reality-TV-Star Bastian Yotta (42) polarisiert die Massen! Auch im Dschungelcamp („Ich bin ein Star, holt mich hier raus!“, bis zum 26. Januar täglich ab 22.15 Uhr bei RTL) hat der Motivations-Coach ein paar treue Fans, und bei anderen stößt er auf ebenso tiefsitzende Ablehnung. Täglicher Stein des Anstoßes ist Yottas „Miracle Morning“, bei dem er seine „Jünger“ um sich schart und mit ihnen gemeinsam ein morgendliches Ritual abhält.

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So läuft Yottas „Miracle Morning“ ab

Die Gruppe stellt sich im Kreis auf, während Yotta laut vorgibt: „I’m strong. I’m healthy. And FULL of energy.“ Übersetzt: „Ich bin stark. Ich bin gesund. Und VOLLER Energie.“ Untermauert werden seine Worte durch kraftvolle Bewegungen und alle stimmen ein. Ist die „Energie“ aufgeladen, werden die Themen expliziter: „I am a money magnet. I am a love magnet.“ Zu deutsch: „Ich bin ein Geldmagnet. Ich bin ein Liebesmagnet.“

Nachdem Geld und Liebe abgehandelt wurden, werden Fortschritte beschworen und Yotta verkündet: „Es geht mir von Tag zu Tag und in jeder Hinsicht immer besser und besser und besser.“

Zum Abschluss heißt es Danke sagen! Dafür bedient sich Yotta des berühmten Kirchenliedes „Danke (für diesen guten Morgen)“ von Martin Gotthard Schneider ( † 86) und schmettert, begleitet von mehr oder weniger rhythmischem Klatschen, aus voller Kehle: „Danke für dieses schöne Leben, danke, dass alles so prima klappt. Danke, dass all meine Träume in Erfüllung gehen.“ Abgerundet wird das Ganze mit einem high five (abklatschen) für jeden.

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Ursprung des „Miracle Mornings“

Auch wenn Bastian Yotta den „Miracle Morning“ täglich zelebriert und dieser ein Teil seines Lifestyles ist, stammt die ursprüngliche Idee dazu nicht von ihm. Das Ritual hat er aus dem Bestseller „Miracle Morning – Die Stunde, die alles verändert“ von Hal Elrod (39). Der US-Amerikaner entwickelte das Programm nach eigener Aussage in Folge eines Autounfalls, bei dem er von einem alkoholisierten Mann angefahren wurde. Nachdem er aus dem Koma erwacht war, sagten die Ärzte ihm, dass er nie wieder würde laufen können. Elrod lief keine zehn Jahre nach dem Unfall einen Ultra-Marathon und arbeitet heute als Coach und Redner, dazu vertreibt er sein Programm im Internet.

Die Langversion des „Miracle Mornings“ nimmt tatsächlich eine Stunde ein und umfasst Meditation, Affirmationen, Visualisierungen, Sport, Lesen und Tagebuchschreiben. Die Yotta-Version ist in einer guten Minuten beendet.

Die Camper beim Miracle Morning

Der Ablauf des „Miracle Mornings“ ist perfekt choreografiert
Foto: MG RTL D / Stefan Menne

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Das sagt der Experte zum „Miracle Morning“

Bastian Yotta ist vom „Miracle Morning“ überzeugt, aber was sagt ein Experte dazu? Vincent Rödel (Sportpsychologischer Berater, u.a. Energie Cottbus und Olympiastützpunkt Brandenburg) erklärt im Gespräch mit FITBOOK: „Der ‚Miracle Morning‘ ist ein Ritual. Es geht darum, den Schalter von Nacht auf Tag umzulegen und Energie für sich – und im Fall des Dschungelcamps auch andere – zu schaffen. Der Bewusstseinszustand soll geändert werden, man soll ins ‚Hier und Jetzt‘ zu gelangen und eine „Jetzt geht’s los“-Mentalität entwickeln.“ Grundsätzlich sei das nicht neu, Rituale seien etwa in Kirchen oder beim Sport ganz normal und schon lange etabliert. Letztlich gehe es darum, über rituelle (= immer gleich ablaufende) Handlungen einen bestimmten mentalen und körperlichen Zustand herzustellen und/oder sich auf etwas einzustellen.

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Ich hab es ausprobiert – und DAS hat der „Miracle Morning“ mir gebracht

Mich, FITBOOK-Redakteur Sebastian Kunze, hat das mit dem „Miracle Morning“ nun doch neugierig gemacht. Auch wenn ich ihn, als ich ihn zum ersten Mal sah, in meinem Kopf als Taschenspieler-Trick verurteilt hatte, mit dem sich leicht zu beeinflussende Menschen motivieren lassen … Also klappt das? Und sogar bei einem Skeptiker wie mir? Die für mich überraschende Antwort lautet: JA.

„Miracle Morning?“ Ausprobieren lohnt sich

Das morgendliche Ritual verdient eine Chance. Die Art und Weise muss jeder für sich selbst finden, denn nicht jeder will morgens singend durch die Wohnung wandern. Sobald man seinen Weg gefunden hat, merkt man schnell die Vorteile des Ganzen. Für mich ist der „Miracle Morning“ definitiv eine Bereicherung und hilft mir, den Tag zu strukturieren und bewusster in ihn zu starten.

Mein müdes Ich schaute mich an Tag eins des Selbstversuchs noch sehr verwirrt aus dem Badezimmerschrankspiegel an, aber etwa 90 Sekunden später fühlte es sich bereits ein wenig besser an. Von Tag zu Tag wich die Skepsis und eine Routine etablierte sich. Da ich alles andere als ein Morgenmensch bin, ist die volle Stunde des Original-Rituals für mich leider weiterhin unvorstellbar, und auch die Yotta-Variante habe ich abgewandelt. Vor dem Zähneputzen heißt es bei mir jetzt täglich ‚I’m strong. I’m healthy. And FULL of energy.‘ Statt Gesang gibt’s bei mir noch ein paar Liegestütze – denn mein größtes Problem am Morgen ist mein Kreislauf, und den bringe ich auf diese Weise auf Trab. Aktuell ergänze ich das Ganze noch mit dem Checken der Nachrichtenlage vor einer Tageslicht-Lampe und fühle mich beim Verlassen der Wohnung auf jeden Fall wacher und besser!

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