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Bei Experten nachgefragt

Wozu hat man eigentlich Fieber?

Eine Frau liegt mit Fieber im Bett
Fieber kann dabei helfen, gesund zu werden! FITBOOK erklärt, wie.
Foto: Getty Images

Wenn man Fieber hat, fühlt man sich in der Regel ziemlich schlecht. Es bewirkt aber auch etwas anderes, ziemlich Wichtiges. Übrigens auch im Rahmen einer Infektion mit dem Coronavirus. Wenn Menschen versuchen, ihr Fieber mit Arzneimitteln oder Wadenwickeln zu senken – machen sie dann etwas falsch? FITBOOK hat darüber mit Ärzten gesprochen.

„Fieber dient der Infektabwehr beziehungsweise dazu, die Lebensbedingungen von Erregern zu verschlechtern“, erklärt Internist Dr. med. Matthias Riedl im Gespräch mit FITBOOK. Ob und wann die Temperatur hochgeht, wird vom Hypothalamus gesteuert, einem Abschnitt des Zwischenhirns, der als „Kommandozentrale“ des Nervensystems fungiert.

Der genaue Hergang: Wenn Abwehrzellen im Körper Bakterien oder Viren feststellen, senden sie Botenstoffe aus. Diese agieren mit anderen Botenstoffen, bis einige dieser sogenannten Transmitter die Barriere zwischen Blutkreislauf und Gehirn überwinden und im Hypothalamus Alarm schlagen.

Was dann passiert? Die Heizung wird ordentlich aufgedreht, erklärt Prof. Hanns-Christian Gunga vom Institut für Physiologie an der Berliner Charité. Das soll den Zweck erfüllen, die Erreger quasi abzukochen.

Hohe Temperatur ist auch ein wichtiges Signal

Nicht zuletzt ist Fieber auch als Hinweis darauf zu deuten, dass im Körper etwas nicht in Ordnung ist. Es handelt sich also um ein Symptom für eine etwaige Erkrankung und Signal dafür, sich untersuchen zu lassen – bzw. je nach Verdacht zunächst zu Hause zu bleiben. Dies wäre beispielsweise bei einer möglichen Covid-19-Erkrankung empfohlen, zu deren häufigeren Symptomen Fieber gehört, und die bereits in der Inkubationszeit als ansteckend gilt.

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Fieber also besser aushalten oder senken?

Fieber ist also wichtig. Deshalb muss auch von Fall zu Fall entschieden werden, ob man in diese natürliche Abwehrreaktion des Körpers eingreift, als das Fieber zu senken versucht, oder nicht.

Wie Dr. Riedl weiß, können Jüngere auch hohe Temperaturen in der Regel relativ gut wegstecken. Aber: „Wenn die Beeinträchtigung zu stark wird oder es zu einer Kreislaufbelastung kommt, sollte man Maßnahmen ergreifen.“ Der Facharzt weist darauf hin, dass der Puls deutlich ansteigen kann, „das kann für ältere Menschen unter Umständen kritisch werden“.

Ab 42 Grad sollte man handeln

Prof. Gunga sieht es auch so. Er würde eine unverbindliche Obergrenze bei 42 definieren.

Wenn Fieber senken, dann so

Damit das Fieber sinkt, kann man es erstmal mit Wadenwickeln versuchen. „Die Extremitäten sind am unempfindlichsten gegenüber Kälte“, erklärt Prof. Gunga, deswegen seien kühle Wickel dort nicht unangenehm. Hilft das nicht, unterbrechen Substanzen wie ASS effektiv die Botenkette. Sie hemmen die Prostaglandine, die letzten in der Reihe der Transmitter. So bekommt der Hypothalamus kein Signal mehr zum Aufheizen.