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Neue Studie:

Mutige Menschen sind oft mit Katzenparasiten infiziert!

Katzenbesitzer streichelt Katze
Katzen sind Wirt eines Parasiten, der beim Menschen eine ganze Reihe von Verhaltensänderungen bewirken soll
Foto: Getty Images

Sie haben eine Katze? Dann haben Sie sich vielleicht schon mal mit Toxoplasma gondii infiziert. Dieser Parasit könnte Menschen risikofreudiger machen. Zu diesem bemerkenswerten Schluss kommt eine aktuelle Studie der Universität Colorado.

Toxoplasma gondii ist ein mikroskopisch kleiner Parasit, mit dem wohl mehr als zwei Milliarden Menschen weltweit infiziert sind (in Deutschland laut Robert-Koch-Institut die Hälfte der Bevölkerung). Der Schmarotzer kann sich nur im Darm von Katzen vermehren und bahnt sich über ausgesendete Sporen den Weg zu uns – entweder durch den Verzehr von unzureichend erhitztem Fleisch, ungewaschenem Obst und Gemüse oder durch den Kontakt mit Katzenkot.

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Zunächst: Die meisten Menschen haben von der Ansteckung nichts zu befürchten. Ein gesundes Immunsystem kann Toxoplasma gondii ganz gut in die Schranken weisen (zu Ausnahmen kommen wir später noch). Spannender ist, dass der Parasit offenbar unser Verhalten steuert. Und das in vielfacher Weise!

Toxoplasma Gondii

Toxoplasma gondii unter dem Rasterelektronenmikroskop (l.)
Foto: Getty Images

Forscher berichteten in der Vergangenheit über einen Zusammenhang mit autoaggressivem Verhalten und Schizophrenie. Außerdem soll bei infizierten Männern der Testosteronspiegel steigen, während er bei Frauen sinkt. Sogar bestimmte sexuelle Vorlieben soll der Parasit hervorrufen: So brachte eine andere Studie, die das Sexualverhalten von 36.000 Männern und Frauen untersuchte, zutage, dass Infizierte häufiger ankreuzten, auf Sadomaso und Bondage zu stehen.

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Infizierte sind beruflich häufiger selbstständig

Eine aktuelle Studie attestiert Trägern des Katzenparasiten eine neue Besonderheit: Stefanie Johnson und ihr Team von der Boulder’s Leeds School of Business der Universität Colorado nehmen an, dass befallene Menschen risikoaffiner und beruflich häufiger selbstständig sind.

Das Team hatte 1500 Studenten untersucht und festgestellt, dass Toxoplasma-Infizierte 1,5 Mal so oft Wirtschaftswissenschaften als Schwerpunkt wählen und 1,7 Mal so oft Selbstständigkeitskurse oder Seminare zur Unternehmensführung besuchten wie Nicht-Infizierte.

In einem zweiten Schritt gingen die Forscher auf Teilnehmer von Kursen zu, in denen es konkret darum ging, die Weichen für die eigene berufliche Selbstständigkeit zu stellen. Siehe da: Sie waren 1,8 Mal häufiger mit Taxoplasma gondii infiziert als die durchschnittliche Bevölkerung. Dieser statistische Zusammenhang bestehe laut dem Forscherteam sogar in einem großen Maßstab. Nämlich dann, wenn man den Prozentsatz der Toxoplasma-Infizierten eines Landes in Zusammenhang setzt mit dem Prozentsatz aller Selbstständigen. Als Beispiel nannten die Forscher Brasilien, wo sich der Erreger in 60 Prozent der Menschen breitgemacht hat und deutlich mehr Menschen selbstständig sind.

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Mäuse starten Harakiri-Aktionen

Was genau in Mäuse- und Menschenhirnen vor sich geht, wenn diese befallen sind, ist für Forscher nach wie vor eine Blackbox. Eine weitere spannende Beobachtung – diesmal aus dem Tierreich – wollen wir Ihnen aber nicht vorenthalten.

Vom Parasit befallene Mäuse sind leichtsinnig und verlieren ihre Angst vor Katzen, suchen ihre Nähe und fliehen nicht, wenn der Todfeind kommt. Forschern vermuten, dass es sich dabei um einen Trick des Parasiten handelt, schnell wieder in seinen Wirt (den Katzenkörper) zu kommen, um sich zu vermehren.

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Kitten und Maus

Sind die wahnsinnig?! Wenn der Parasit Toxoplasma gondii Mäuse befällt, verlieren diese ihre Angst vor Katzen
Foto: Getty Images

Für wen ist der Parasit gefährlich?

Bei gesunden Erwachsenen verläuft eine Infektion meist ohne Symptome, selten kommen grippeähnliche Anzeichen vor. Gefährlich kann die Erstinfektion für zwei Risikogruppen sein: Menschen mit einem geschwächten Immunsystem sowie Schwangere. Der Erreger kann auf das ungeborene Kind übertragen werden und Missbildungen und Fehlgeburten verursachen.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät Schwangeren, sich von Katzenklos fernzuhalten und andere zu bitten, es zu säubern. Außerdem sollen sie erdnah wachsendes Obst und Gemüse vor dem Rohverzehr gründlich waschen und schälen und auf unzureichend gegartes Fleisch verzichten. Frauenärzte führen bei Verdacht auf frische Infektion einen Toxoplasmose-Test durch (kostet etwa 15 Euro).

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Wie kann ich eine Übertragung vermeiden?

Das BfR nennt eine Reihe von Maßnahmen, die helfen sollen, eine Übertragung auf den Menschen zu vermeiden:

  • Katzen nicht mit rohem Fleisch füttern
  • Katzenklo täglich mit heißem Wasser reinigen und Streu entsorgen
  • nach dem Besuch von Sandspielkästen Hände waschen
  • bei der Gartenarbeit Handschuhe tragen und anschließend Hände waschen
  • gefährdete Personen sollten keine Freigängerkatzen streicheln

Übrigens: Wenn Sie eine Katze haben, ist es sehr wahrscheinlich, dass Sie sich schon einmal angesteckt haben und inzwischen immun sind.