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Kann Covid-19-Verlauf mildern

Remdesivir in Europa als erstes Corona-Medikament zugelassen

Remdesivir offiziell zur Corona-Behandlung zugelassen
Die EU-Kommission hat Remdesivir offiziell zur Corona-Behandlung zugelassen
Foto: iStock/Alex Sava

Studien hatten gezeigt, dass der Einsatz von Remdesivir die Dauer und Schwere einer Covid-19-Erkrankung verkürzen kann. Trotzdem war das Mittel bislang nicht offiziell zur Corona-Behandlung zugelassen. Das hat sich nun durch einen Beschluss der EU-Kommission geändert.

Ab sofort ist Remdesivir als Mittel zur Therapie von Covid-19 zugelassen. Das gab die EU-Kommission bekannt. Der Beschluss folgte auf eine Empfehlung durch die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA und ist mit Auflagen verknüpft.

So soll Remdesivir bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren eingesetzt werden können. Weitere Voraussetzung sind, dass die Coronavirus-Infektion bei ihnen zu einer Lungenentzündung geführt hat und sie mit Sauerstoff versorgt werden müssen.

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Remdesivir bislang nur für Härtefälle

Solange das Zulassungsverfahren nicht abgeschlossen war, konnte Remdesivir nur wenigen Patienten oder im Rahmen von klinischen Studien verabreicht werden. Bereits Anfang April hatte die EMA etwa den Einsatz von Remdesivir für Schwerkranke ohne Behandlungsalternative empfohlen.

Angesichts der medizinischen Notlage wurde am 30. April für die EU ein Schnellverfahren für die Zulassung von Remdesivir gestartet. Die Durchführung hat rund einen Monat gedauert. Nun kann die Anwendung ausgeweitet und ein größerer Bedarf am Medikament gedeckt werden.

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Remdesivir kein Wunderheilmittel gegen Corona

Remdesivir wird vom US-Biotech-Unternehmen Gilead Sciences hergestellt. Es wurde ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelt. In Studien zeigte das Mittel gegen Ebola aber eine zu geringe Wirkung. Erfolgs versprechender war sein Einsatz gegen das Coronavirus.

Eine internationale Studie mit über 1000 Teilnehmern hatte Ende April gezeigt, dass Remdesivir bei Covid-19-Patienten die Zeit bis zu einer Genesung im Schnitt um vier Tage verkürzen kann. Die Sterblichkeit ging in der Untersuchung jedoch in einem Maße zurück, der statistisch nicht signifikant war. Auch fehlten gesicherte Angaben zu Nebenwirkungen und dazu, welche Patienten am ehesten von einer Behandlung profitieren könnten.

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Droht ein Versorgungsengpass?

Obwohl man nicht von einem Heilmittel sprechen kann, legen einige Länder Vorräte an Remdesivir an. Das berichtet etwa die „Tagesschau“. Demnach soll die US-Regierung kürzlich die gesamte Produktionsmenge für die kommenden Monate aufgekauft haben.

Laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn besteht in Deutschland und dem Rest der EU deshalb (noch) kein Grund zur Besorgnis. Für die nächsten Wochen sollen die Reserven in der Zentralapotheke des Bundes ausreichen, sagte er am Donnerstag im Morgenmagazin von ARD und ZDF. Langfristig „erwarte“ er von Gilead Sciences eine Versorgung mit dem Mittel.

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