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Kontaktlose Untersuchung

Man kann sich bald per Video krankschreiben lassen

Schwangere lässt sich per Video krankschreiben
Patienten können sich bald per Videosprechstunde untersuchen und krankschreiben lassen – zum Beispiel auch bei SchwangerschaftsbeschwerdenFoto: Getty Images

Künftig müssen Patienten nicht immer eine Arztpraxis aufsuchen, um sich krankschreiben zu lassen. Unter bestimmten Voraussetzungen nämlich sind Krankschreibungen auf Basis von Videosprechstunden erlaubt. FITBOOK erklärt es genauer.

Künftig können sich Patienten (unter bestimmten Bedingungen) per Videosprechstunde vom Arzt krankschreiben lassen. Das beschloss der Gemeinsame Bundesausschuss von Spitzenvertretern der Ärzte, Krankenkassen und Krankenhäuser.

Bedingungen für Krankschreibung per Video

Voraussetzung für die Krankschreibung per Video ist, dass der Versicherte der behandelnden Arztpraxis bekannt ist. Zudem muss die Art der Erkrankung eine Untersuchung per Videosprechstunde zulassen. Ein grundsätzlicher Anspruch auf diese digitale Möglichkeit besteht nicht.

Die erstmalige Feststellung der Arbeitsunfähigkeit per Video ist auf einen Zeitraum von sieben Kalendertagen begrenzt. Eine Folgekrankschreibung auf diese Weise darf es nur geben, wenn die vorherige Arbeitsunfähigkeit bei einer unmittelbaren persönlichen Untersuchung festgestellt wurde. Sich ausschließlich per Online-Fragebogen, Chat-Befragung oder Telefonat krankschreiben lassen, kann man nicht.

Persönliche Untersuchung bleibt Standard

„Als Standard für die Feststellung von Arbeitsunfähigkeit gilt weiterhin die unmittelbare persönliche Untersuchung durch eine Ärztin oder einen Arzt.“ Das erklärt Monika Lelgemann vom Bundesausschuss. „Im Einzelfall soll aber die Feststellung der Arbeitsunfähigkeit über eine Videosprechstunde möglich sein, ganz unabhängig von Pandemiegeschehnissen.“ Zudem werde ab 1. Januar 2021 die Bescheinigung einer Arbeitsunfähigkeit für die Krankenkasse digitalisiert und elektronisch übermittelt.

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Offener für Videokonferenzen – auch mit Ärzten

Aus Gründen des Infektionsschutzes gehören Videokonferenzen und -Besprechungen für mehr Menschen als früher in verschiedenen Bereichen des Lebens zum Alltag. Insofern hat die Corona-Krise sicherlich einen gewissen Einfluss geübt.

Das belegte auch eine im Juli veröffentlichte Umfrage des Digitalverbands Bitkom. Demnach können sich 45 Prozent der Bundesbürger offenbar vorstellen, per Videosprechstunde in Kontakt zu einem Arzt zu treten. Im Mai vergangenen Jahres waren es erst 30 Prozent gewesen. Tatsächlich schon eine Videosprechstunde genutzt haben nun 13 Prozent – im Mai waren es 8 Prozent, vor einem Jahr 5 Prozent.

Laut der Umfrage nahmen Patienten Videosprechstunden zu 97 Prozent bei einem schon bekannten Arzt wahr. Der Rest wandte sich über Online-Plattformen an unbekannte Mediziner, um sich krankschreiben zu lassen.

Krankschreiben per Telefon nicht mehr möglich

Während der ersten Corona-Welle war es vorübergehend auch möglich, sich telefonisch krankschreiben zu lassen. Etwa bei einer Erkältung. Dabei hatte es sich um eine Sonderregelung gehandelt, um Ansteckungsmöglichkeiten zu verringern und Arztpraxen zu entlasten. Am 31. Mai lief die Sonderregelung aus.

Mehr Akzeptanz für Gesundheits-Apps

Nach einem Gesetz von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) können bestimmte Gesundheits-Apps von Ärzten verschrieben werden. Dazu zählen Anwendungen, die beim regelmäßigen Einnehmen von Medikamenten helfen, oder digitale Tagebücher für Diabetiker. Manche sollen bald unter bestimmten Voraussetzungen auf Kassenkosten zu haben sein.

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Nächster Schritt: elektronische Patientenakte?

Ein zentrales Projekt bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens sind elektronische Patientenakten. Sie sollen zum 1. Januar 2021 als freiwilliges Angebot starten. Für Kritik hatte gesorgt, dass verfeinerte Datenschutzeinstellungen nicht von Beginn möglich sind. Erst ab 1. Januar 2022 ist vorgesehen, auch für jedes Dokument einzeln festzulegen, welcher Arzt es sehen kann.