Wenn Hände ständig einschlafen, schnell zum Arzt

Es kribbelt, es ziept, nichts rührt sich – die Hände sind eingeschlafen! Oft passiert das mitten in der Nacht. „Man wacht davon mehrmals auf“, sagt Professor Veit Braun von der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie. „Irgendwann kommen die Beschwerden auch tagsüber – zum Beispiel beim Fahrrad- oder Autofahren.“

Auch interessant: Warum Sie warmes Wasser trinken sollten

Engstelle im Handgelenk

Der Karpaltunnel ist ein Durchgang zwischen den Handwurzelknochen an den Seiten und einem Band, das wie ein Deckel darüber liegt. Dadurch laufen Sehnen und ein Nerv – der Nervus Medianus. „Das ist einer der Haupt-Handnerven. Er versorgt Daumen, Zeige- und Mittelfinger,“ erklärt Oliver Kastrup von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie aus Essen.

Folgen Sie FITBOOK auf Facebook!

Wenn dieser Nerv unter Druck gerät, liegt das oft an angeschwollene Sehnen im Karpaltunnel. Dafür kann beispielsweise eine Hormonumstellung verantwortlich sein, aber auch ein alter Bruch, bei dem sich der Karpaltunnel verschoben hat. „In seltenen Fällen gibt es auch ein überlastungsbedingtes Karpaltunnelsyndrom“, erklärt Professor Jörg van Schoonhoven, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie. Doch über diese Ursache diskutieren Wissenschaftler derzeit noch. Laut Deutscher Gesellschaft für Neurochirurgie „spricht vieles dafür, dass der Tunnel bei manchen Menschen (wahrscheinlich bis zu zehn Prozent der erwachsenen Bevölkerung) von Geburt an zu eng angelegt wurde und dass diese Enge familiär gehäuft vorkommt. Sie werden möglicherweise in Ihrer Familie weitere Mitglieder (meist die Mutter) kennen, die ähnliche Beschwerden wie Sie haben.“

Auch interessant: 5 einfache Fitness-Tipps für den Alltag

Was kann man dagegen tun?

So lange die Beschwerden noch leicht sind, bekommen Betroffene zunächst eine Schiene für nachts. Dann können sie das Handgelenk nicht mehr abknicken. „Das wird aber oft als unkomfortabel empfunden“, sagt Oliver Kastrup.

Und wer wegen des schmerzhaften Kribbelns gar kein Auge mehr zukriegt, zieht vielleicht irgendwann auch eine ambulante Operation in Betracht. Dabei wird das Band, das den Deckel des Karpaltunnels bildet, unter örtlicher Betäubung gespalten. „Dadurch verlängert es sich und das entlastet den Nerv.“ Die Operation wird häufig ambulant und unter örtlicher Betäubung durchgeführt.

Operation hat Risiken

Doch das läuft natürlich nicht ganz ohne Risiko ab. So kann der Nerv verletzt oder in seltenen Fällen sogar durchtrennt werden. Aber wenn alles gut geht und die Wunde nach ungefähr zwei Wochen verheilt ist, sind die Beschwerden meist verschwunden.

Folgen Sie FITBOOK auf Pinterest!